Tracklist
01. From Dust
02. Martyr
03. Exterminating Profane
04. Peer Into The Abyss
05. Scorn Of My Flesh
06. Gorging Greed
07. To Dust
08. Wounds
Besetzung
Dan Martin – Guitar
Jay Schweinberg – Bass
Nick Bentzel – Drums
Jacob Toy – Vocals
Manchmal reicht schon der erste Song, um zu wissen, dass eine Band nicht vorhat, es dem Hörer besonders bequem zu machen. Bei VULGAR MEPHITIS ist das ziemlich genau der Fall. Das Quartett aus Pittsburgh, Pennsylvania, steigt mit „From Dust“ keineswegs vorsichtig in den Albumabend ein, sondern wirft direkt eine Ladung vertrackter Riffs, brutaler Drums und wilder Tempowechsel in den Raum. Vieles davon wirkt zunächst wie ein kontrollierter Zusammenbruch. Je öfter man allerdings hinhört, desto deutlicher wird, dass hinter diesem Chaos ziemlich viel Planung steckt.
Dan Martin an der Gitarre, Jay Schweinberg am Bass, Nick Bentzel am Schlagzeug und Jacob Toy am Mikrofon bilden dabei eine Mannschaft, die sich hörbar nicht mit den üblichen Genregrenzen zufriedengibt. Nach der selbstbetitelten EP aus dem Jahr 2022 ist „From Dust“ das erste komplette Album der Band und gleichzeitig ein ziemlich überzeugender Einstand. Willowtip Records hat mit VULGAR MEPHITIS jedenfalls eine Band ins Programm genommen, die bestens in das eigene Extrem-Metal-Umfeld passt.
Wenn Brutal Death Metal unbequem werden darf
Der kurzweilige Titeltrack „From Dust“ legt die Richtung fest. Das Schlagzeug prügelt nicht einfach nur durch die Gegend, sondern verändert ständig die Geschwindigkeit und damit auch das Gefühl des Songs. Darüber liegen Gitarrenriffs, die sich gerne querstellen. Gerade diese kantige, teilweise dissonante Spielweise macht einen großen Teil des Reizes aus.
„Martyr“ geht ähnlich kompromisslos zur Sache. Jacob Toy liefert dazu tiefe, aggressive Vocals, die sich gut in das dichte Klangbild einfügen. Er versucht gar nicht erst, mit irgendwelchen übertriebenen Effekten im Vordergrund zu stehen. Seine Stimme ist ein weiteres Werkzeug, das die Songs noch schwerer und düsterer wirken lässt.
Bei „Exterminating Profane“ zeigt sich besonders deutlich, dass VULGAR MEPHITIS mehr wollen als möglichst viel Geschwindigkeit. Der Song arbeitet mit Brüchen und schrägen Gitarrenfiguren, die den gewohnten Fluss immer wieder unterbrechen. Das kann anfangs durchaus irritieren. Genau das dürfte allerdings beabsichtigt sein.
Nichts läuft lange geradeaus
Diese Unberechenbarkeit zieht sich durch das gesamte Album. „Peer Into The Abyss“ und „Scorn Of My Flesh“ sind keine Stücke, die sich nach dem ersten Durchlauf vollständig erschließen. Immer wieder verändert sich die Dynamik, ein Riff wird ausgebremst, das Schlagzeug setzt anders an und plötzlich nimmt die Nummer wieder Fahrt auf.
Das funktioniert vor allem deshalb, weil die Band nicht wahllos zwischen den Extremen hin und her springt. Die einzelnen Ideen greifen ineinander. Man muss ihnen nur etwas Zeit geben.
„Gorging Greed“ bringt etwas mehr Groove ins Spiel. Die schweren Passagen sitzen ordentlich und sorgen dafür, dass man zwischendurch tatsächlich einmal den Kopf im Takt bewegen kann. Lange hält diese vermeintliche Ordnung allerdings nicht. VULGAR MEPHITIS wären nicht VULGAR MEPHITIS, wenn sie nicht schon kurz darauf wieder alles auseinandernehmen würden.
„To Dust“ gehört anschließend zu den härteren Nummern des Albums. Das Stück lebt von seiner Wucht und der düsteren Atmosphäre, während „Wounds“ schließlich den Schlusspunkt setzt. Nach knapp einer guten halben Stunde bleibt vor allem eines hängen: Diese Band möchte nicht glatt klingen.
Produktion mit ordentlich Druck
Klanglich wurde ebenfalls gute Arbeit geleistet. Die Drums wurden von Shane Mayer bei Cerebral Audio aufgenommen. Für Mix und Mastering war Sasha Borovykh von Tsun Tsun Productions verantwortlich. Das Ergebnis ist druckvoll, ohne die vielen Details der Songs unter einer dicken Soundwand zu begraben.
Gerade bei einem Album, das so stark von rhythmischen Veränderungen und dissonanten Gitarren lebt, ist das keine unwichtige Sache. Die einzelnen Elemente müssen trotz aller Härte voneinander unterscheidbar bleiben. Das gelingt hier weitgehend überzeugend.
Ein Debüt, das hängen bleibt
„From Dust“ ist kein Album für nebenbei. Wer Brutal Death Metal hauptsächlich wegen permanenter Geschwindigkeit hört, könnte mit den zahlreichen Unterbrechungen und sperrigen Passagen seine Schwierigkeiten haben. Wer dagegen auch mit ungewöhnlichen Songstrukturen etwas anfangen kann, bekommt hier einiges geboten.
VULGAR MEPHITIS machen auf ihrem Debüt vieles richtig. Die Platte ist brutal, aber nicht eindimensional. Sie ist technisch anspruchsvoll, ohne in reiner Selbstbeweihräucherung zu versinken. Und vor allem besitzt sie einen eigenen Charakter. Nach der ersten Runde bleibt vielleicht noch nicht jeder Song im Kopf. Der Gesamteindruck dafür umso mehr.
„From Dust“ ist ein unbequemes, bissiges und stellenweise bewusst verstörendes Album. Genau deshalb funktioniert es. VULGAR MEPHITIS zeigen, dass Brutal Death Metal auch dann interessant bleiben kann, wenn man nicht einfach nur schneller und härter werden will.
Fazit: VULGAR MEPHITIS gelingt mit „From Dust“ ein eindrucksvoller Einstieg in die Welt des brutalen Death Metal.






