Tracklist
01. Worship
02. Distortion of Lies
03. Last Gleam
04. Imperishable Script
05. Tree of Knowledge
06. For There Will Be Dawn
07. Wooden Box
Besetzung
N-Exul – Vocals
Ercld – Drums
Alyona Neith – Bass, Piano
Anton Vorozhtsov – Guitars
Sofia Konstantynova – Violin
Dmytro Kim – Drum Recording
Die ukrainische Band DEUS SABAOTH, eine junge und sehr aktive Band, präsentiert ihr Sophomore-Album „Distortion of Lies„, ein Jahr nach dem Debüt. Sehr persönlich ist die Weise, wie die Band selbst das Album beschreibt: „„Distortion of Lies“ treibt durch die fragilen Architekturen, die wir errichten, um uns vor der Realität zu schützen. Es verfolgt die stille Verführung des Glaubens – ob in sakraler Sprache gehüllt oder aus verzweifelter Hoffnung zusammengenäht – und entlarvt, wie leicht Trost zu Täuschung wird.”
Dissonanter Opener mit fragiler Melodielinie
Die ersten Akkorde des Albums sind sehr direkt, bereits erdrückend, geladen mit Emotion in dramatischer Klanglandschaft. „Worship“ hat dichten Klang, volle Instrumentierung, theatralische Vocals und ist insgesamt voll von Dissonanz. Die Leadgitarre versucht zwar permanent, mit fragiler melodischer Linie aufzutauchen, der Song schafft es primär, Atmosphäre und traurige, verzweifelte Stimmung zu erzeugen. Meist Black Metal, ohne dass „melodic“ eine notwendige Ergänzung wäre, um die Musik zu beschreiben.
DEUS SABAOTH ist ein ukrainisches Melodic Black Metal Projekt, 2023 gegründet. Das Trio setzt sich zusammen aus N-Exul an Vocals, Ercld an Drums und Alyona Neith an Bass, Piano, auch verantwortlich für Musikkomposition und Texte. Auch das Album hatte Session-Musiker auf dem Album: Anton Vorozhtsov an Gitarren, Sofia Konstantynova an Violine und Dmytro Kim für Drum-Aufnahme und teilweise Komposition.
Symphonische Instrumente mit traditionellem Folk-Melodie-Einfluss eröffnen „Distortion of Lies„, der aggressive Klang kehrt kurz nach der kurzen Eröffnungspassage zurück. Die Folk-beeinflussten Akkorde repräsentieren den melodischen Teil des Klangs, ansonsten ziemlich disharmonisch und keine wirklich inspirierte Komposition. Abrasiv, mit trostloser und kalter Atmosphäre, die gesprochenen Vocals, geschrien, versuchen wieder, mehr Dramatik zu setzen, und alles endet mit melancholischer Melodie gespielt von Violine. Eklektischer Klang, ein Song, der zu viele Einflüsse bringt, um kohärent zu bleiben.
Schlammige Produktion verfehlt melodische Seite
Die Produktion glänzt nicht wirklich, der Klang ist manchmal schlammig und unentschieden, Gitarren kamen nie wirklich nach vorn auf entschiedene Weise. Zu sehr fokussiert auf Vocals, und diese sind nicht immer überzeugend, auch eine leichte Abweichung vom melodischen Stil, den sie vorgeben zu spielen. Oder zumindest versagt die Produktion darin, die atmosphärische und melodische Seite des Albums einzufangen.
Und dieselbe Violine trägt den Klang weiter in „Last Gleam„, und jetzt wird ein voller Sinn von Verzweiflung und Trostlosigkeit klar. Die Vocals fühlen sich an, als würden sie kämpfen, während Leadgitarre in typischer Black Metal Technik den Klang näher an den musikalischen Stil bringt, den sie zu spielen behaupten. Keine unvergessliche melodische Linie allerdings, der ganze Klang fühlt sich erzwungen und nicht komplett durchdacht an.
Eröffnet mit Piano-Passage bringt „Imperishable Script“ den Klang in melodisches Territorium, mehr wie Melodic Death Metal, beweist wieder unklare Richtung, der die Band folgt. Wieder nicht wirklich überzeugende Vocals, wieder uninspirierte Komposition, die Kombination aus Violine und Leadgitarre scheint wie eine gute Idee, wird nicht klar verfolgt. Einige gute und vielversprechende Passagen im Song, am Ende überdeckt in übermäßig lauter Klanglandschaft, dennoch mit schönen Piano-Beiträgen.
Das Album setzt sich fort im selben trüben musikalischen Stil. „Tree of Knowledge“ ist wieder überdramatisiert, ohne zu viel musikalische Substanz, eine Kombination aus übertrieben melodischen Passagen über roher und erdrückender Fundamentschicht. „For There Will Be Dawn“ bringt wieder Folk-Musik-Einflüsse, variiertes Tempo, mit Violine, die sich diesmal vom Rest des Songs abgekoppelt fühlt.
Der finale Song „Wooden Box“ bringt klare trauernde Atmosphäre, geladen mit Emotionen und sehr langsamem Tempo. Die Instrumente bleiben hinter den Vocals und sind nicht mehr als nur eine laute Schicht hinter der verzweifelten Stimme. Die Tempowechsel unterstreichen das chaotische Gefühl und die unentschiedene Atmosphäre. Die Vocals fühlen sich überzeugender an als in anderen Songs, eine Spur Leidenschaft wird übertragen. Einer der besten Songs auf dem Album.
Unfertige Kompositionen ohne klare Vision
Keine sehr inspirierte Arbeit, mit Kompositionen, die sich unfertig und übereilt anfühlen, voll von Füllpassagen und die meiste Zeit nicht ganz wirklich melodisch oder atmosphärenerzeugend. Die Piano- oder Violine-Passagen, die, die Atmosphäre bringen sollen, sind nicht wirklich mit dem Rest der Songs verbunden, nur Passagen, die irrelevant in der ganzen Klanglandschaft des Albums werden.
Ein mittelmäßiges Album, Black Metal von der Stange, nichts wirklich Unvergessliches oder wirklich Beeindruckendes. Laut, ohne Dynamik, mit Produktion, die nicht hilft, die Musik besser auszudrücken. Total dominiert von Vocals, alles andere ist diesen untergeordnet, und mit Ausnahme des letzten Songs sind die Vocals nicht wirklich überzeugend. Keine klare Vision der Band, ein unentwickeltes, unfertiges Werk.
Fazit: DEUS SABAOTH liefern mit „Distortion of Lies“ mittelmäßigen Black Metal, schlammige Produktion und unfertige Kompositionen ohne klare Vision.






