Tracklist
01. I Should Have Known Better
02. Pretty Skin
03. Pieces
04. Like a River (ft. Of Virtue)
05. Love is Dying (ft. Philip Strand)
06. Ghost in the Water
07. Father
08. Can You Feel The Pain
09. The Art of Being Torn Out (ft. Half Me)
10. Chasing Dreams
11. The Fire
Besetzung
Amon Garrasi – Vocals
Timo Dymala – Guitar
Julian Utz – Bass
Samuel Minio – Drums
Mit ihrem aktuellen Album »Lost in Hollywood« meldet sich die Band LOST IN HOLLYWOOD aus der deutschen Modern-Metalcore- und Alternative-Rock-Szene zurück. Das Line-up liest sich wie ein klassisches Ensemble für kraftvolle Riffs und treibende Rhythmen. Amon Garrasi übernimmt den Gesang, Timo Dymala spielt Gitarre, Julian Utz den Bass und Samuel Minio das Schlagzeug. Seit ihrem Debüt hat die Gruppe ihre Fähigkeit bewiesen, emotionale Härte mit eingängigen Melodien zu verbinden. Ein Anspruch, den sie auch auf diesem Album weiterverfolgt.
Die elf Tracks des Albums bewegen sich zwischen wuchtigen Metalcore-Passagen, melancholischen Alternativ-Rock-Momenten und fein dosierten Features. Dabei setzen sie nicht nur auf Lautstärke, sondern auch auf Klangdynamik und textliche Tiefe.
Ein Auftakt mit Ecken und Kanten
Das Album startet mit »I Should Have Known Better«, einem Song, der sofort den intensiven Gesang von Garrasi mit aggressiven Gitarrenriffs kombiniert. Schon hier zeigt die Band, dass sie das Handwerk beherrscht, harte Breakdowns wechseln mit melodischen Hooks, die sich im Kopf festsetzen. Es ist ein Auftakt, der keine Zweifel daran lässt, dass »Lost in Hollywood« mehr als nur ein Sammelsurium von Songs ist.
Der zweite Track »Pretty Skin« greift die thematische Linie des Albums auf. Das Leben, die Versuchungen und die Schattenseiten des Ruhms in der Unterhaltungsindustrie. Die Gitarrenarbeit von Dymala ist hier besonders überzeugend, zwischen scharfkantigen Metalcore-Attacken und fließenden Alternativ-Rock-Linien. Garrasis Stimme wechselt gekonnt zwischen kraftvollen Shouts und klaren Passagen, wodurch die emotionale Bandbreite deutlich wird.
Kollaborationen, die das Album erweitern
Besondere Highlights sind die Gastauftritte, die »Lost in Hollywood« zusätzlich Nuancen verleihen. »Like a River« mit OF VIRTUE fügt eine fast hymnische Komponente hinzu, während »Love is Dying« mit Philip Strand einen melancholischen Unterton einbringt. Die Features sind gut integriert, wirken nie aufgesetzt und schaffen Momente, in denen die Band ihren eigenen Sound bewusst erweitert.
Auch »The Art of Being Torn Out« mit HALF ME sticht heraus. Hier trifft moderne Metalcore-Energie auf fast melancholische Melodieführung, die den Song zu einem emotionalen Höhepunkt des Albums macht. Besonders auffällig ist, wie die Band es versteht, düstere Themen wie Verlust, Schmerz und Selbstreflexion in musikalische Spannung zu übersetzen, ohne in Kitsch zu verfallen.
Tiefe und Dynamik im Mittelteil
Die Tracks »Pieces« und »Ghost in the Water« bilden das emotionale Herzstück des Albums. Beide Songs arbeiten weniger mit aggressiver Härte, sondern mit Atmosphäre und Spannung. Garrasis Gesang trägt die Texte klar und eindringlich, während Utz’ Basslinien und Minios Schlagzeug die Songs tragfähig machen. Gerade in diesen Momenten zeigt sich, dass die Jungs mehr können als nur Metalcore-Klischees zu bedienen. Die Band jongliert geschickt mit Lautstärke, Tempo und Emotion, was dem Hörer eine abwechslungsreiche Erfahrung bietet.
»Father« und »Can You Feel The Pain« setzen den Ton fort, indem sie persönliche Konflikte und die innere Zerrissenheit thematisieren. Die Songs funktionieren sowohl als introspektive Momente als auch als energiegeladene Bühnenstücke, was die Vielseitigkeit der Band unterstreicht.
Abschluss mit Feuer
Die letzten beiden Tracks, »Chasing Dreams« und »The Fire«, fassen das Album in einer Mischung aus Dringlichkeit und Reflexion zusammen. »Chasing Dreams« treibt mit pulsierenden Gitarren und rhythmischen Breaks nach vorne, während »The Fire« den Hörer mit einem abschließenden Crescendo entlässt. Es ist ein runder Abschluss, der sowohl die Aggression als auch die Melancholie des Albums bündelt und die Themen Hollywood, Ruhm und persönliche Kämpfe noch einmal aufgreift.
Ein starkes, aber nicht fehlerfreies Album
»Lost in Hollywood« zeigt den deutschen Act auf dem Höhepunkt seiner handwerklichen Fähigkeiten. Die Mischung aus Modern-Metalcore, Alternative-Rock und emotionalen Gastauftritten funktioniert weitgehend. Die Band überzeugt durch präzise Instrumentalarbeit, eingängige Hooks und die Fähigkeit, rohe Energie mit melodischer Tiefe zu verbinden. Einige Songs neigen allerdings dazu, sich in ähnlichen Mustern zu wiederholen, was dem Hörer das Gefühl geben kann, dass das Album an manchen Stellen etwas langatmig wirkt.
Mit einer Bewertung von 3,5 von 5 Punkten ordnet sich das Album im soliden Mittelfeld ein. Es beeindruckt in vielen Momenten, hinterlässt aber auch Raum für Entwicklung. Fans von emotional aufgeladenem Metalcore und alternativen Rockstrukturen werden hier reichlich Material zum Entdecken finden. »Lost in Hollywood« ist ein Album, das man mehrmals hören sollte, um alle Facetten zu erfassen, von wuchtigen Riffs bis zu den feinen, nachdenklichen Zwischentönen ist hier alles vorhanden.
Fazit: LOST IN HOLLYWOOD liefern mit »Lost in Hollywood« ein abwechslungsreiches Album, das durch solide Songwriting und gelungene Kollaborationen überzeugt.

