Mirror of Deception - T R A N S I E N C E - album cover

Band: Mirror of Deception 🇩🇪
Titel: T R A N S I E N C E
Label: Estuarial Records
VÖ: 27/03/26
Genre: Doom Metal

Tracklist

01. Death, Deliver Us
02. Currents
03. Haven
04. Slow Winds
05. Consumed
06. The Sands
07. Meander

 

Besetzung

Michael Siffermann – Vocals/Guitar
Jochen Fopp – Guitar
Pascal Schrade – Bass/Vocals
Uwe Kurz – Drums

 

Bewertung:

4,5/5

Eine Konstante im deutschen Doom

Seit mehr als drei Jahrzehnten stehen MIRROR OF DECEPTION für klassischen Doom-Metal aus Deutschland. Die Band aus der Region Stuttgart gehört zu jener Generation europäischer Gruppen, die sich früh von den schweren, melancholischen Klanglandschaften britischer Vorbilder inspirieren ließen, ohne dabei ihre eigene Handschrift zu verlieren. Mit stoischer Konsequenz hat das Quartett seinen Stil über die Jahre weiterentwickelt.

Die aktuelle Besetzung besteht aus Michael Siffermann (Gesang/Gitarre), Jochen Fopp (Gitarre), Pascal Schrade (Bass/Gesang) und Uwe Kurz (Schlagzeug). Gemeinsam formen sie ein Klangbild, das zwischen klassischem Doom, schwerem Hardrock und düsteren melodischen Linien pendelt.

Mit »T R A N S I E N C E« legt die Band nun ihr neues Album vor. Aufgenommen wurde es erneut, mit Michelle Darkness (END OF GREEN) an den Reglern, der schon beim Vorgängeralbum für den Sound verantwortlich war. Veröffentlicht wird das Werk über das bandeigene Label – ein Schritt, der der Gruppe vollständige kreative Kontrolle lässt.

Doom mit Weitblick

Schon der Opener »Death, Deliver Us« setzt die Richtung des Albums fest. Schwer rollende Gitarrenriffs treffen auf ein bewusst gemächliches Tempo, während Michael Siffermanns markante Stimme über dem Fundament aus Bass und Schlagzeug schwebt. Der Song entwickelt seine Wirkung nicht durch Geschwindigkeit, sondern durch Atmosphäre. Genau darin liegt eine der großen Stärken von MIRROR OF DECEPTION.

Mit »Currents« folgt ein Stück, das melodischer ausfällt und den Fokus stärker auf die Gitarrenarbeit legt. Die beiden Gitarren ergänzen sich mit feinen Harmonien, während die Rhythmussektion den Song mit ruhiger Präzision vorantreibt. Der Klang wirkt organisch und warm, ohne an Wucht zu verlieren.

Melancholie und Gewicht

Ein zentrales Element von »T R A N S I E N C E« ist die dichte Stimmung. »Haven« verdeutlicht das besonders eindrucksvoll. Das Stück bewegt sich zwischen resignativer Melancholie und einer fast hypnotischen Gitarrenstruktur. Die Gesangslinien wirken zurückhaltend, beinahe introspektiv, was dem Song eine besondere Intensität verleiht.

Auch »Slow Winds« trägt diese Atmosphäre weiter. Der Titel ist hier Programm, der Song entfaltet sich langsam und baut seine Spannung Schritt für Schritt auf. Uwe Kurz am Schlagzeug spielt bewusst reduziert, wodurch jede Gitarrenfigur mehr Raum erhält. So entsteht ein Klang, der gleichzeitig schwer und transparent wirkt.

Druckvolle Momente

Dass Doom-Metal nicht zwangsläufig lethargisch sein muss, zeigen MIRROR OF DECEPTION mit »Consumed«. Das Stück gehört zu den energischeren Momenten des Albums. Die Gitarren klingen kantiger, das Tempo zieht leicht an, und die Band wirkt hier besonders geschlossen.

Auch »The Sands« überzeugt durch seine kraftvolle Dynamik. Der Song verbindet klassische Doom-Riffs mit melodischen Leads, die sich über das Fundament aus Bass und Drums legen. Pascal Schrades Bassarbeit verdient hier besondere Aufmerksamkeit, weil sie dem Stück zusätzliche Tiefe verleiht.

Ein ruhiger Ausklang

Den Abschluss bildet »Meander«, ein Song, der den Hörer langsam aus der dichten Atmosphäre des Albums entlässt. Die Struktur wirkt offener als bei vielen anderen Stücken der Platte. Die Gitarren bewegen sich in ruhigen Linien, während der Gesang eher erzählerisch wirkt.

Der Track funktioniert wie ein epilogartiger Moment, der die verschiedenen Facetten des Albums noch einmal zusammenführt.

Produktion mit Charakter

Die Zusammenarbeit mit Michelle Darkness zahlt sich erneut aus. Die Produktion klingt warm und druckvoll, ohne steril zu wirken. Besonders die Gitarren profitieren davon. Sie besitzen genug Gewicht, behalten aber eine klare Kontur, sodass auch feine Details hörbar bleiben.

Der Mix lässt jedem Instrument seinen Platz. Bass und Schlagzeug bilden ein solides Fundament, während die Gitarren den Raum darüber ausfüllen. Gleichzeitig bleibt Siffermanns Gesang stets präsent, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen.

Stiltreue mit eigener Handschrift

Was MIRROR OF DECEPTION seit Jahren auszeichnet, ist ihre Konsequenz. Die Band orientiert sich klar an den Wurzeln des Genres, vermeidet jedoch bloße Nostalgie. Stattdessen verbinden sie klassische Doom-Elemente mit einer modernen Produktion und einem Gespür für Songstrukturen.

Dieses Doom-Machwerk zeigt eine Band, die genau weiß, wofür sie steht. Die Songs wirken durchdacht, die Arrangements präzise. Gleichzeitig bleibt genug Raum für Atmosphäre und emotionale Tiefe.

Mit »T R A N S I E N C E« liefern MIRROR OF DECEPTION ein starkes Doom-Album ab, das sowohl Fans klassischer Genregrößen als auch Anhänger moderner Interpretationen ansprechen dürfte. Die Mischung aus schweren Riffs, melancholischen Melodien und einer organischen Produktion sorgt dafür, dass die sieben Songs nachhaltig wirken.

Die Band beweist einmal mehr, dass sie zu den verlässlichen Größen der deutschen Doom-Szene gehört. Wer langsame, gewichtige Gitarren und eine düstere Grundstimmung schätzt, findet hier ein Album, das seine Wirkung nicht sofort, sondern Stück für Stück entfaltet.

Fazit: »T R A N S I E N C E« von MIRROR OF DECEPTION ist ein starkes Comeback und ein Muss für Doom-Metal-Fans.

Internet

Mirror of Deception - T R A N S I E N C E - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.