Band: Mizantropia
Titel: Oblivion
Label: Metal Scrap Records
VÖ: 05.05.15
Genre: Extreme Gothic Metal
Bewertung: 3,5/5
Written by: Thorsten

Die unsäglichen in Gut (weiblich) und Böse (männlich growlend, keifend) aufgeteilten, symphonischen Gothic-Black-Death-Metal-Veröffentlichungen, werden wohl nie ein Ende nehmen und ALLE probieren sich an der Turunen´schen Gesangskunst um wohl zeigen zu können:
„Hier, wir sind auch wer!!!“
Waren es in den letzten Jahren meist italienische Bands, die dieses Genre nicht haben sterben lassen, verwöhnen uns seit geraumer Zeit die Ukrainer, Russen, usw., mit Mucke dieser Art.

Seltsamer- und glücklicherweise aber etwas brutaler kredenzt, als man es weder von den skandinavischen Originalen noch von den italienischen Arienmeistern kennt.

Auch MIZANTROPIA aus der Ukraine machen musikalisch ordentlich Gas gebend, keine Gefangenen und zeigen auf ihrem bereits 2.Album alle Facetten Ihres Könnens. Und wenn ich sage „alle Facetten“, dann meine ich auch restlos ALLE…

Die Musiker leisten allesamt einen guten Job, und auch der teilweise sirenige bis opernhafte Trällergesang der Dame lässt mein Ohr glücklicherweise nicht bluten, aber ich finde es werden einfach zu viele Genres in einen Topf geschmissen und solange darin rum gerührt, bis ein Songgerüst steht und schlussendlich ein fertiger Song (fett produziert!) auf dem Album steht. Dadurch klingt die Band wie eine Mischung aller Helden der genannten Genres, ohne eine eigene Note zu hinterlassen.

Das ist oftmals der Fehler den Musiker/Bands machen:
Sie überschätzen sich selbst ein wenig und meinen, sie brauchen keine aussenstehenden Ohren und Meinungen, wenn man doch Freunde und Familie hat.

Aber ein guter Produzent erkennt wo noch dran gearbeitet werden muss, ohne den betreffenden Musiker familien-und freundschaftsähnlich „Rotz umme Backe zu schmieren“, wie toll und super alles klingt, sondern auch mal sagt, dass dieses Riff oder die Passage oder Textteil überhaupt nicht geht.

Doch das ist ein latent weltweites Problem und wenn inzwischen Dank diverser professioneller Studiotools immer mehr Menschen auf die Idee kommen, alles in Eigenregie (teilweise daheim vor dem eigenen PC gemixt und gemastert!) zu veröffentlichen, weil auch noch das familiäre Feedback anstatt professioneller Meinung im Vordergrund steht, dann sollten sich die betroffenen Bands nicht wundern, dass der eben noch so geliebte Output übelst verrissen wird!
Ok, das ist hier zum Glück nicht so extrem der Fall, doch bin ich der festen Überzeugung, aus „Oblivion“ hätte man bedeutend mehr rausholen können.

MIZANTROPIA haben es leider verpasst, eine Lücke zu schliessen die zwischen alten NIGHTWISH und modernen extremen Gothic Metal klafft, obwohl die Richtung stimmt.

Weil einfach zuviele Genreparts in den teilweise sehr guten Songs übermäßig gepackt sind.
Das nervt mit der Zeit und macht letztendlich die Freude an dem Album etwas kaputt, obwohl es doch so einiges an Potenzial bereit hält.

Das nächste Mal bitte mit einem unabhängigen Produzenten zusammenarbeiten, um etwas mehr „Ruhe“ im Musikmix reinzubekommen. Teilweise klingt es unglaublich gereift / erwachsen, teilweise auch wieder komplett zerfahren! Vielleicht noch den Songs eine eigene Note verpassen? Die Brutalität ist ein guter Weg, wenn extrem harter Gothic Metal das Ziel sein soll…

Tracklist:

01. Dark Gathering
02. The Castle
03. At the Bottom of Eternity
04. Poison of Life
05. Tomorrow Never Comes
06. I’m After You
07. Expecting the Battle
08. Fragments of the Void
09. See No Sight
10. Insomnia
11. One For the Road

Besetzung:

Aska (drums)
Vedmak (guit)
Witch (voc)
Jek (guit)

Internet:

Mizantropia @ MySpace

Mizantropia @ YouTube

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