Band: SHAKRA 🇨🇭
Titel: Just Live Loud!
Label: Frontiers Music s.r.l.
VÖ: 04/09/26
Genre: Hard Rock

Tracklist

01. Let The Show Begin
02. Wasteland Warriors
03. Just Live Loud!
04. Left Outside Alone (Feat. Seraina Telli)
05. Demon Of The Night
06. Legends Never Die
07. Lost Generation
08. When We Were Young
09. Another Day In The Universe
10. New Tattoo
11. High Above The Storm
12. Screaming Silence
13. Left Outside Alone (Solo Version)

 

Besetzung

Thom Blunier – Lead Guitars
Mark Fox – Vocals
Thomas Muster – Guitars
Cyril Montavon – Bass
Roger Tanner – Drums

 

Bewertung:

5/5

Laut ist hier tatsächlich Programm

Manchmal ist ein Albumtitel einfach eine Ansage. „Just Live Loud!“ gehört eindeutig in diese Kategorie. SHAKRA machen auf ihrem neuen Studioalbum nicht lange um den heißen Brei herum, sondern liefern genau das, was man von einer gestandenen Hardrock-Band erwarten darf: fette Gitarren, starke Melodien, ordentlich Druck und Songs, die nicht erst nach dem fünften Durchlauf funktionieren müssen.

Dabei ist „Just Live Loud!“ durchaus mehr als ein routiniertes Lebenszeichen. Für SHAKRA ist es das erste Album über Frontiers Music Srl und gleichzeitig ein ziemlich überzeugendes Statement, dass bei den Schweizern noch lange nicht die Luft raus ist. Im Gegenteil. Die Band klingt hungrig, spielfreudig und an manchen Stellen sogar härter als in früheren Jahren.

Thom Blunier und Thomas Muster sorgen an den Gitarren für reichlich Futter, Cyril Montavon und Roger Tanner halten das Ganze mit Bass und Schlagzeug zusammen. Darüber liegt die Stimme von Mark Fox, die inzwischen ohnehin einen hohen Wiedererkennungswert besitzt. Rau, kräftig und trotzdem melodisch genug, um auch die großen Refrains problemlos zu tragen.

Kein langes Vorgeplänkel

„Let The Show Begin“ trägt seinen Titel nicht ohne Grund. Kaum läuft der Opener, ist klar, was SHAKRA vorhaben. Ein druckvoller Gitarrenriff, ein treibender Rhythmus und eine Melodie, die sofort ins Ohr geht. Kein minutenlanges Intro, kein unnötiges Herumprobieren. Rein in den Song und los.

„Wasteland Warriors“ legt danach noch eine Schippe drauf. Hier kommt die härtere Seite der Band stärker zum Vorschein. Die Gitarren haben ordentlich Biss und trotzdem bleibt genug Platz für eine eingängige Gesangslinie. Genau diese Balance bekommt SHAKRA über weite Strecken hervorragend hin.

Der Titelsong „Just Live Loud!“ ist dann praktisch die musikalische Visitenkarte des Albums. Geradeaus, selbstbewusst und mit einem Refrain, der ziemlich offensichtlich für die Bühne geschrieben wurde. Man hört förmlich schon die ersten Reihen mitgrölen.

Ein besonderes Kapitel ist „Left Outside Alone“. Für diesen Song hat sich die Band Seraina Telli ins Boot geholt. Ihre Stimme setzt einen interessanten Kontrast zu Mark Fox und gibt dem Stück eine zusätzliche emotionale Farbe. Die Zusammenarbeit wirkt dabei nicht aufgesetzt, sondern tatsächlich sinnvoll. Die später folgende Solo-Version zeigt außerdem, dass der Song auch ohne diesen zusätzlichen vokalen Akzent funktioniert.

Zwischen Nostalgie und Gegenwart

SHAKRA können natürlich auch anders. „Demon Of The Night“ kommt mit dunklerer Atmosphäre daher, während „Legends Never Die“ wieder ganz klar auf die große Rockhymne setzt. Letzterer gehört zu den Songs, bei denen man sich nicht lange fragen muss, wo die Reise hingeht. Großer Refrain, ordentlich Gitarren und eine Melodie, die sich festsetzt.

Etwas ruhiger wird es bei „Lost Generation“ und „When We Were Young“. Besonders letzterer Titel bringt eine gewisse Nostalgie mit. SHAKRA blicken zurück, ohne dabei in Selbstmitleid oder kitschige Erinnerungen abzurutschen. Das funktioniert gerade deshalb so gut, weil die Songs nicht versuchen, größer zu wirken, als sie sind.

„Another Day In The Universe“ öffnet den musikalischen Horizont noch ein Stück weiter, während „New Tattoo“ wieder deutlich direkter zu Werke geht. Solche Wechsel tun dem Album gut. „Just Live Loud!“ bleibt dadurch über die gesamte Spielzeit interessant und wird nicht zu einer Aneinanderreihung gleich klingender Hardrock-Nummern.

Eine Band, die noch richtig Lust hat

Bei „High Above The Storm“ und „Screaming Silence“ zeigt sich dann noch einmal sehr deutlich, was SHAKRA ausmacht. Die Produktion ist modern und druckvoll, ohne den klassischen Charakter der Band glattzupolieren. Die Gitarren dürfen knarzen und drücken, das Schlagzeug sitzt satt im Mix und der Bass sorgt für das notwendige Fundament.

Vor allem aber klingt die Band nicht so, als würde sie hier einfach ihren Job erledigen. Genau das ist der entscheidende Punkt. Erfahrung hört man SHAKRA natürlich an. Aber Erfahrung bedeutet in diesem Fall nicht Routine. Die Songs haben Energie und wirken stellenweise erstaunlich frisch.

Und genau deshalb funktioniert „Just Live Loud!“ so gut. SHAKRA versuchen nicht, plötzlich eine andere Band zu sein. Sie wissen ziemlich genau, wo ihre Stärken liegen, und spielen diese konsequent aus. Klassischer europäischer Hardrock trifft auf eine zeitgemäße Produktion, ohne dass dabei die Seele der Songs verloren geht.

Fünf Punkte für SHAKRA

Dreizehn Songs sind es geworden, inklusive der zusätzlichen Version von „Left Outside Alone“. Viel Material also, das erstaunlich geschlossen wirkt. Es gibt starke Rocker, hymnische Nummern, etwas nachdenklichere Momente und immer wieder diese Gitarrenarbeit, die den Sound der Schweizer prägt.

„Just Live Loud!“ ist kein Album, das sich über komplizierte Konzepte oder musikalische Verrenkungen definieren muss. Hier geht es um gute Songs. Um Gitarren. Um Refrains. Um Energie. Und vor allem um den Spaß daran, eine Rockplatte aufzulegen und einfach aufzudrehen.

Wer SHAKRA ohnehin schon auf dem Zettel hat, dürfte mit diesem Album wenig Grund zur Klage haben. Wer die Band bisher eher am Rand wahrgenommen hat, bekommt hier einen ziemlich guten Anlass, genauer hinzuhören.

Fazit: „Just Live Loud!“ macht seinem Namen alle Ehre und zeigt eine Band, die auch nach vielen Jahren noch ordentlich Feuer im Tank hat. Genau so darf Hardrock klingen.

Internet

SHAKRA - Just Live Loud! - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.