Tracklist
01. Exordium
02. Longing Voracity
03. Chaotic Bewilderment
04. Ravaged and Absorbed
05. Perpetual Anguish
06. Circle of Perdition
07. Interim
08. Festering Realm
09. Spewing Atrocities
10. Stertorous Whisper
Besetzung
Danyil Viduta — Vocals
Sandro Rajman — Guitars
Rolo Vasquez — Guitars
Giacomo Rapposelli — Bass
Caue dos Santos — Drums
Die deutsche Death Metal Band TERATOMA kommt mit ihrem zweiten Album „Longing Veracity„, fünf Jahre nach dem gut aufgenommenen Debüt-LP. Sie präsentieren sich als „Immigrant Death Metal Squad“ und bringen verschiedene Einflüsse unter der internationalen Flagge von Death Metal. Sie setzen den auf dem Debütalbum etablierten Sound fort – ihre Musik ist aggressiv und wild, aber rhythmisch und mit unerwartet modernem Sound.
Starke Eröffnung mit überzeugender Rhythmussektion
Atmosphärisch und unheilvoil, mit Horror-Film-artiger Stimmung schafft es das kurze Intro „Exordium„, den Hörer auf das Folgende vorzubereiten – ein direkter Angriff von massivem Rhythmus und soliden Riffs im Titelsong „Longing Voracity„, eine sehr direkte Einführung in den verrotteten Sound, den TERATOMA präsentiert. Überzeugende Rhythmussektion, ein klarer Bass und hämmernde Drums, ein konstantes Surren von Gitarren und tiefe Growls wechseln sich ab mit unmenschlichen Shrieks und jenseitigen Sounds. Ein konstantes Tempo, straffer Sound, aber insgesamt sind Drums und Bass am überzeugendsten. Ein guter Song, eine starke Eröffnung.
TERATOMA kommen aus Berlin, wurden 2021 gegründet und haben vorhersehbarerweise dasselbe Lineup wie im Gründungsjahr: Bassist Giacomo Rapposelli (Skulld, SpeedKobra, ex-Hierophant), Schlagzeuger Caue dos Santos (Reactory, ex-Social Chaos, ex-These Hands Conspire), das Gitarren-Duo Sandro Rajman (SpeedKobra, ex-Hangover Generation) und Rolo Vasquez (Conflicted) und für Vocals Danyil Viduta (ex-Evil Livers).
Ein anderes Tempo, aber dieselbe wilde Atmosphäre setzt sich fort in „Chaotic Bewilderment„. Diesmal ein Song mit alternierenden Rhythmen, macht ihn dynamischer. Eine prägnantere und präsentere Lead-Gitarre fügt ein bisschen Melodie hinzu, aber auf verschiedenen Passagen auch mehr Dissonanz im Song. Riffs sind auch variierter und erfinderischer. Eine komplexere Klanglandschaft, hat aber nicht die Direktheit vom Titelsong – dennoch ein guter und überzeugender Sound.
Sehr inspirierte melodische Linie in „Ravaged and Absorbed„, kombiniert gute Riffs mit konstantem und gutem Rhythmus, wieder ein komplexerer Ansatz mit melodischen Momenten, aber auch bestrafenden und abrasiven. Vocals sind mehr im Hintergrund im Vergleich zu anderen Songs. Das Solo ist lang und startet melodisch, endet aber sehr dissonant und lässt die aggressive Melodie einen finalen Angriff machen.
Mit einer Drum-Passage eröffnet „Perpetual Anguish„, aber sofort schließen sich die restlichen Instrumente an und machen einen weiteren energetischen und rasenden Song. „Circle of Perdition“ ist langsamer und startet mit einem komplizierten Solo – diesmal keine Absicht, melodisch zu sein, nur Dissonanz. Der ganze Song klingt anders, der Rhythmus wird chaotischer, nur die finstere Atmosphäre bleibt.
Moderne Produktion mit variabler Instrumentengewichtung
Die Produktion ist gut, auch sehr modern, gibt dem ganzen Sound eine gute Dynamikspanne und verschiedene Einstellungen und Gewicht im allgemeinen Sound für verschiedene Instrumente während des Albums. Mit wenigen Ausnahmen werden die Vocals im Hintergrund gehalten und machen die verzweifelten Growls mehr wie ein Echo, das permanent die Songs verfolgt.
„Interim“ ist ein melodisches Intermezzo, gespielt von Akustikgitarren, bringt eine gewisse Note von Melancholie, und die hinzugefügte Flöte schafft zusammen eine nostalgische Klanglandschaft – ätherisch, traurig. Nicht die beste Idee inmitten des Sturms von Riffs und abrasiven Sounds. Tatsächlich komplett fehl am Platz – im Grunde zerstörten sie den gut laufenden Flow und die ganze Stimmung des Albums. Die folgenden Songs kommen nicht so glaubwürdig nach dem: „Festering Realm“ versucht, den bestrafenden Sound zurückzubringen, bleibt aber unentschlossen. „Spewing Atrocities“ fühlt sich an wie ein Trip in Doom-Territorien, und selbst wenn sie den Ansatz in einen komplexeren transformieren, fühlt es sich falsch und unentschlossen an.
Der finale Song „Stertorous Whisper“ kommt wieder mit entschiedenen Riffs und besserem Rhythmus, fühlt sich aber an wie eine verzweifelte Komposition, die versucht, das Album in einem finalen Angriff zu retten. Inkohärent und ohne die Dynamik vom Anfang. Alternierende Tempos unterstreichen die Idee unentschiedener Richtung, die finalen Noten verhallender Gitarren sind kraftlos – das Album endet auf enttäuschender Note.
Interlude zerstört guten Flow – Album zerfällt
Insgesamt auf dem Album kommt am dominantesten und beeindruckendsten die Rhythmussektion – die Drums hämmern endlos und werden gespiegelt von massivem Bass-Sound, was das gesamte Hörerlebnis zu einem sehr dynamischen macht. Gute Produktion bereichert das, und das finale Resultat ist eine überwältigende Klanglandschaft, die sehr guten Impact macht – kraftvoll und effektiv.
Die Kompositionen haben genug Varietät, um den Hörer durch das ganze Album involviert zu halten. Sogar zu viel Varietät, als sie mit der Interlude-Idee kamen – eine Intervention, die sofort die gute Stimmung zerstörte, die sie geschaffen hatten. Und lässt einen den ganzen kompositorischen Ansatz und die Vision der Band hinterfragen. Der ganze finale Teil des Albums leidet unter Verlust von Kohäsion und verschwommener künstlerischer Vision. Ein Album mit zwei verschiedenen Seiten – ein erster Teil mit bestimmten guten Momenten und ein erzwungener und unentschlossener zweiter Teil. Aber der bleibende Eindruck ist der letzte – eine Band, die imitiert oder kopiert, was sie andere Bands machen hört.
Fazit: TERATOMA starten mit „Longing Veracity“ stark und modern – zerfallen aber durch fehlplatziertes Interlude in Unentschlossenheit und Schwäche.






