Band: Vendetta
Titel: Feed The Extermination
Label: Massacre Records
VÖ: 2011
Genre: Thrash Metal
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Die Blutfehde geht weiter. Gott sei Dank und der traditionelle Thrash Metaller wird schon beim Namen Vendetta hellhörig. Handelt es sich doch dabei glatt um die Schweinfurter Thrashomaniacs, die mit „Hate“ eine langjährige Pause unterbrochen haben. Die bayrischen Recken gehören für mich genauso zu den verkanten Thrash Helden der deutschen Szene, wie auch Paradox. Lange Zeit musste man immer mit dem Damoklesschwert, die zweite Wahl kämpfen. Doch mittlerweile erfreuen sich nicht nur die Jungs um Charly Steinhauer, nein auch Vendetta gehören zu den Tipps in der neuen deutschen Thrash Härte. Natürlich neu ist ja hierbei ein Überbegriff, der weniger zutrifft. Wer die Truppe kennt, weiß, dass ihn traditioneller Thrash Metal erwarten wird. Wobei diese Mannschaft es wirklich verdient als alte Hasen bezeichnet zu werden. Sie haben meiner Meinung nach den Thrash Metal in den späten Achtzigern eindeutig mitgeprägt. Somit gibt es neues für den Plattenteller, welches aber nach guter Art und Manier, im traditionellen Soundkleid eingespielt wurde. Erneut wird hierbei eine deutsche Spielweise praktiziert, welche nicht unbegründet an eine europäische, rauere Version von Metallica erinnert. Etliche Trademarks der mittlerweile gedissten Amis (wer so etwas wie Lulu zaubert darf sich auch nicht wundern!!!) werden dabei in die Jetztzeit übertragen und mit einer leichten, modernen Soundarrangierung sehr gut umgesetzt. Dadurch ist ihnen eine sehr gute Darbietung des Old School Sounds gelungen und zu keinem Zeitpunkt klingt man etwa altbacken. Besonders Reizvoll ist für mich auch der Sound, welcher nicht unbegründet, eben durch eine dunklere Mischform an die alten Helden von Risk erinnert. Wie auch diese kommt man dabei sehr ungehobelt daher. Wohlgemerkt packen es die bayrischen Thrasher etwas lockerer und klarer an, dennoch sind gewisse dunkel – raue Parallelen durchaus vorhanden. Was hat sich dadurch in der Folge nach dem 2007er Machwerk verändert. Nun gut die Weichen in Richtung Bay Area Thrash Metal hat man etwas stärker verlassen und dafür spiegelt sich deutlich mehr der deutsche Einfluss durch. Mit Sicherheit hat man nicht ganz eindeutig die bewährte Spieltechnik verlassen, dennoch ist genügend Eigenständigkeit eingekehrt welche das Langeisen sehr Schmuck und mit viel Eigeninterpretation des Thrash Metal’s wieder gibt. Genregrenzen werden eingehalten und so kann man durchaus von einer Old School artigen Version sprechen. Sicherlich braucht man immer was Neues, aber im Falle dieser Formation begnügt man sich eben aufgrund der langen Biographie mit eingeschränkten Sound Arrangierungen. Rhythmisch zeigt man sich durch den Rundling hindurch von einer sehr wechselseitigen Seite. Einerseits gibt es gute Abrissbirnen, doch auch groovende Midtempo Kracher, als auch deutlich melodischere Stücke hält man in der Hinterhand, um sie zum richtigen Zeitpunkt zum Einsatz zu bringen. Einziges Makel, welches das Silberteil besitzt ist die schlichte Monotonie, welche sich nach mehrmaligen Durchläufen abzeichnet. Sicherlich hat man es auch Anno 2011 immer noch drauf, wie eben guter, deutscher Thrash Stahl zu klingen hat. Allerdings haben sich eben die Zeiten geändert und der Musikfreund ist verwöhnter geworden.

Fazit: Passables Thrash Metal Machwerk, welches ich vor allem Fans von Paradox, Risk und Konsorten empfehle. Die bewahrte deutsche Härte des Thrashs ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits wird es Traditionalisten zwar gefallen, doch selbst und einer Weiterentwicklung tut man dadurch keinen Gefallen. Essenzieller Bestandteil mag wohl der Old School Faktor sein, doch wünscht man sich einfach eine Erfrischungskur und auch nach wirklich zündenden Gassenhauern sucht man eher vergeblich. Somit überzeugt man mit Schlichtheit im Gesamten und soliden Thrash Allüren. Gut eben aber nicht das Maß aller Dinge.

Tracklist:

01. Feed The Extermination
02. Tremendous Brutality
03. Cancer
04. Ovulation Bitch
05. Storage of anger
06. Dog in the manger
07. De-organ-izer
08. Abuse
09. Trust in god
10. Til I’m dead

Besetzung:

Mario Vogel (voc)
Frank Schölch (guit)
Klaus Ullrich (guit & bass)
Thomas Krämer (drums)

Internet:

Vendetta Website

Vendetta @ MySpace

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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