VESSELES – Home

VESSELES - Home album cover

Band:VESSELES 🇺🇸
Titel: Home
Label: Independent
VÖ: 16/01/26
Genre: Black Metal

Tracklist

01. Flesh Throne
02. Eternally Within Us
03. The Beneath
04. Home
05. They Wither…
06. Until They Are Dust
07. Scriptures Etched Into the Mind’s Pillars
08. Perpetual Chasm of Black Mirrors
09. This Is Not Home

 

Besetzung

Valira Pietrangelo – Vocals, Guitars, Piano, Lyrics, Songwriting
Ron Graves – Bass
Nick Brown – Drums
Joel Ferry – Keyboard and vocals

 

Bewertung:

3,5/5

Mit »Home« liefern VESSELES ein weiteres Kapitel ihres düsteren, symphonischen Black Metal ab. Die Band, bestehend aus vier erfahrenen Musikern, kombiniert klassische Black-Metal-Elemente mit orchestralen Strukturen und einer atmosphärischen Tiefe, die nicht bloß Fans des Genres anspricht. Valira Pietrangelos vielseitiger Einsatz von Gesang, Gitarre und Piano zieht sich wie ein roter Faden durch das Album.

Ein wuchtiger Auftakt

Das Album beginnt mit »Flesh Throne«, einem Track, der sofort das typische VESSELES-Feeling transportiert: Rasende Gitarrenriffs, blastbeatartige Schlagzeugmuster und eine dichte Keyboard-Schicht, die die düstere Atmosphäre trägt. Pietrangelos Gesang wechselt zwischen krassem Gekeife und growlenden-dämonischen Passagen, was den Song dynamisch hält. Die Produktion ist sauber, ohne dass die rohe Energie des Black Metal darunter leidet.

Zwischen Melodie und Chaos

»Eternally Within Us« zeigt die Fähigkeit der Band, Melodien in den sonst aggressiven Sound zu integrieren. Die symphonischen Elemente werden hier subtiler eingesetzt, während der Bass von Ron Graves den Song trägt. Die Komposition wirkt wie ein durchdachtes Mosaik aus Intensität und Ruhephasen. Besonders auffällig ist das Zusammenspiel von Piano und Gitarre, das eine melancholische Tiefe erzeugt.

Dunkle Klangwelten

Mit »The Beneath« taucht das Album in noch düsterere Gefilde. Das Schlagzeug von Nick Brown treibt die Songstruktur mit unerbittlicher Präzision voran, während Joel Ferry die Atmosphäre mit tiefen Keyboard-Texturen verdichtet. Die Stimme von Pietrangelo wirkt fast geisterhaft, unterstützt durch gelegentliche Hintergrundvocals, die den Eindruck eines Chors erzeugen. Es ist einer der Tracks, der am stärksten die symphonischen Ambitionen der Band zeigt.

Titeltrack als emotionale Mitte

Der Titeltrack »Home« fungiert als emotionales Herzstück des Albums. Hier stehen Melodie und Atmosphäre klar im Vordergrund, die Black-Metal-Elemente treten teils in den Hintergrund. Die Lyrics reflektieren innere Konflikte und das Gefühl von Verlorenheit, was durch die Kombination von Piano, Gitarre und synthetischen Orchesterflächen intensiv vermittelt wird. Die Songstruktur erlaubt es, sich in der Musik zu verlieren, ohne dass Langeweile aufkommt.

Düstere Kontinuität

Die beiden Songs »They Wither…« und »Until They Are Dust« knüpfen nahtlos an die vorherige Stimmung an. Schnelle Passagen wechseln mit epischen Breaks, wobei die Band das Gleichgewicht zwischen Härte und Harmonie wahrt. Besonders die Gitarrenarbeit fällt auf, die sowohl aggressiv als desgleichen melodisch überzeugen kann. VESSELES schafft es hier, eine konstante Spannung aufzubauen, ohne dass die Stücke überladen wirken.

Komplexität trifft Epik

Dieser Track fällt durch seine Länge und Komplexität auf. Mehrere Themen werden miteinander verwoben, und die symphonischen Elemente entfalten ihre ganze Wirkung. Die Mischung aus Blastbeats, melodischen Gitarrenlinien und Keyboard-Arrangements zeigt, dass VESSELES nicht nur Atmosphäre, sondern daneben handwerkliche Präzision beherrscht. Ein Highlight für Fans, die detaillierte Kompositionen schätzen.

Intensität und Experimentierfreude

»Perpetual Chasm of Black Mirrors« zeigt die experimentelle Seite der Band. Unkonventionelle Songstrukturen und ein Wechselspiel zwischen aggressiven und approximativ balladesken Passagen machen den Song abwechslungsreich. Pietrangelos Gesang trägt stark zur dramatischen Wirkung bei, während die Instrumentierung eine düstere, annähernd filmische Bildsprache erzeugt.

Abschluss mit Nachklang

Der Abschlusstrack »This Is Not Home« fasst die Stärken des Albums noch einmal zusammen: epische Symphonik, treibende Riffs und emotionale Gesangslinien. Der Song wirkt wie ein Rückblick, der die zentralen Themen des Albums – Verlust, innere Kämpfe, düstere Reflexionen abermals aufgreift.

Das Album endet damit auf einer nachdenklichen Note, ohne seine Energie zu verlieren.

»Home« ist ein starkes, atmosphärisches Album, das die Vielschichtigkeit von VESSELES unter Beweis stellt. Die Kombination aus symphonischen Arrangements und klassischem Black Metal erzeugt intensive Klangwelten, die besonders in den mittleren Tracks ihre volle Wirkung entfalten. Allerdings gibt es Momente, in denen die Songs etwas zu lang geraten oder die Arrangements zu dicht wirken, was die Aufmerksamkeit strapaziert. Insgesamt liefert die Band ein solides Werk ab, das sowohl Fans von symphonischem Black Metal als auch Neueinsteiger ansprechen kann. Mit 3,5 von 5 Punkten bewegt sich »Home« im soliden Mittelfeld: kein Meisterwerk, aber ein hörenswertes Album mit vielen intensiven Momenten.

Fazit: »Home« von VESSELES ist ein atmosphärisches, kraftvolles Album mit starker emotionaler Tiefe – das Potenzial für weitere Entwicklungen ist vorhanden.

Internet

VESSELES - Home - CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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