Der Redaktionspoll 2025

Unser Jahresrückblick

2025 war für die Metalszene ein Jahr ohne große Revolutionen, aber mit spürbarer Bewegung im Untergrund. Weniger Hype, mehr Substanz. Viele Bands haben aufgehört, Trends hinterherzulaufen, und stattdessen wieder stärker an ihrem eigenen Sound gearbeitet. Das Ergebnis war kein lauter Knall, sondern ein konstantes Grollen aus allen Ecken des Genres. Leider musste die Rock/Metal Szene etliche Ableben verkraften und diesen Rockgöttern zollen wir Tribut!

Im Extreme-Bereich zeigte sich eine klare Verschiebung hin zu roheren Produktionen. Black und Death Metal klangen öfter bewusst ungeschliffen, fast trotzig gegen den allgegenwärtigen Hochglanz. Gerade kleinere Labels und DIY-Releases hatten hier die spannendsten Momente. Österreich war dabei auffällig präsent, mit Bands, die ihre alpinen, düsteren Eigenheiten nicht versteckten, sondern weiter zuspitzten. Weniger Kopie, mehr Charakter.

Metalcore und moderner Metal haben sich 2025 weiter entkrampft. Die große Welle ist vorbei, dafür blieb eine Szene übrig, die wieder experimentieren darf. Elektronische Elemente wurden sparsamer eingesetzt, Riffs rückten zurück in den Fokus. Manche Bands fanden genau dadurch zu einer neuen Ernsthaftigkeit, andere verschwanden leise von der Bildfläche. Beides fühlte sich folgerichtig an.
Live war das Jahr ein Gewinn für den Underground. Kleinere Venues waren besser besucht als erwartet, Festivals setzten mutiger auf lokale Acts statt auf sichere Namen. Die Nähe zwischen Bands und Publikum wurde wieder wichtiger. Weniger Distanz, mehr Austausch, mehr verschwitzte Abende ohne großes Brimborium.

Unterm Strich war 2025 kein Jahr für große Schlagzeilen, aber ein gutes Jahr für Metal. Die Szene wirkt stabil, selbstbewusst und erstaunlich entspannt. Wenn das so weitergeht, kommt der nächste Umbruch nicht aus einem Trend, sondern aus echtem Bedarf. Und genau das war immer die stärkste Triebfeder dieser Musik.

Robert

2025 war ein Jahr, in dem die österreichische Metalszene ihre Stärken zeigte: Bodenständigkeit, Haltung und handgemachte Musik statt Effekthascherei. Kleine Bands wie JACOBS MOOR, RAUHNÅCHT oder SILIUS lieferten starke Releases, die man nicht einfach übersah. Die Produktion klang klarer, aber der rohe Kern blieb erhalten.

Live herrschte wieder spürbare Energie. Clubs waren voll, Publikum und Bands hatten diesen direkten, fast familiären Vibe, den man auf großen Festivals oft vermisst. Besonders im Black- und Death-Metal war zu erkennen, dass mehr Wert auf Spannung und Songaufbau gelegt wurde als auf technische Effekthascherei.

2025 zeigte außerdem: Trends interessieren kaum noch. Core-Schablonen, glattpolierte Produktionen – die Szene sucht Ecken und Kanten. Wer mutig ist und eigene Wege geht, wurde gehört. Kein Jahr der großen Schlagzeilen, aber viele kleine Highlights, die beweisen: Der österreichische Underground lebt und bleibt relevant.

  • Top 5 Alben:
    1.) PHANTOM CORPORATION – Time And Tide
    2.) RAUHNÅCHT – Zwischenwelten
    3.) MEZZROW – Embrace The Awakening
    4.) JACOBS MOOR – Anthems For The Apocalypse
    5.) SILIUS – Beneath the Flesh
  • Top 5 Livekonzerte:

Da mein Beruf mich dieses Jahr komplett vereinnahmt hat und Gefechtsübungen mit allen möglichen Waffen und schlafen unter freiem Himmel zwar Bestandteil waren, allerdings keinen Festivalcharakter an sich hatten konnte meine Wenigkeit nur ein Konzert genießen, dafür eines das ordentlich gepunktet hat.

1.) Trivium, Bullet For My Valentine, Orbit Culture 19.02.25 Wiener Stadthalle

Ich glaube, die Metalszene 2026 wird richtig spannend, gerade weil sie ein bisschen von zwei Seiten lebt: einerseits klassisch, mit den alten Heavy , Black und Death-Metal-Bands, die immer noch ihre Szene Treue haben. Andererseits wächst da gerade ein richtig kreativer Underground, der sich gar nicht mehr so sehr an Genre-Regeln hält. Da vermischt sich Black Metal mal mit Post-Rock oder Progressive, Bands experimentieren einfach – und das ist echt cool.

Persönlich wünsche ich mir etwas mehr die Zeit zu haben Konzerte zu besuchen, das habe ich mir ganz fest vorgenommen. Wie heißt es oft: Nur die Hoffnung stirbt zuletzt.

Peter (Dr. Peda)

Auch das Jahr 2025 war ein komisches Jahr…Überraschung! Allgemein fiel  auf, dass die alten Helden des Metal teils zu Hochform zurückfanden, teils über den Jordan gingen und so Plätze im Metal-Olymp freiwurden. Wer sie besetzen wird? Vielleicht wird uns das 2026 zeigen.

Fazit: 2025 war ein starkes Jahr im Metal, das ihn stabil bleiben und zum Ruheanker im Sturm werden ließ.

  • Top 5 Alben:
    1.) THRON – Vurias
    2.) PRIMAL FEAR – Domination
    3.) NEKRODEUS – Ruaß
    4.) FREITOD – Zeit zu gehen
    5.) PARADISE LOST – Ascension
  • Top 5 Livekonzerte:
    1.) IRON MAIDEN vor 52.000 Eddie-Fans im Happel-Stadion in Wien
    2.) IRON MAIDEN vor 52.000 Eddie-Fans im Happel-Stadion in Wien
    3.) IRON MAIDEN vor 52.000 Eddie-Fans im Happel-Stadion in Wien
    4.) IRON MAIDEN vor 52.000 Eddie-Fans im Happel-Stadion in Wien
    5.) IRON MAIDEN vor 52.000 Eddie-Fans im Happel-Stadion in Wien…noch Fragen welches Konzert ich favorisierte?

Noch was übrig zu sagen übers Jahr? Vielleicht: Ceterum censeo MANOWAR esse delendam!

Daniel

Zwei Dinge waren für mich dieses Jahr prägend:
der zurückgekehrte Spaß am Schreiben und alte Helden.
Dass ich 2025 in einem Jahr Saxon, Dream Theater, King Diamond, Grave Digger, Primal Fear und Iron Maiden im näheren Umkreis und in Topform erleben durfte, lässt dieses Jahr wohl für immer in meinem Gedächtnis. Unvergessen ist auch der Gig von Claymorean in Leipzig, wo sich die Band vor nicht einmal zehn zahlenden Gästen den Allerwertesten wund spielte. Auch mein erstes Helmfest bleibt hängen und wird nicht mein letztes bleiben. Super organisiert, tolle Bands und eine nette Crew sprechen für das kleine Festival in Büddenstedt. Dass ich dort an meinem Geburtstag zufällig auch noch meinen ehemaligen „Brieffreund“ Sammy von Wolfs Moon traf, war dann natürlich die Krönung.

  • Top 5 Alben:
    1.) Noor – Mother`s Guilty Pleasure Part One
    2.) Darklon – Mind Reaper
    3.) Scorcher – The Regal Eye
    4.) Wings Of Steel – Winds Of Time
    5.) Tokyo Blade – Time Is The Fire
  • Top 5 Livekonzerte:
    1.) King Diamond – Wenn der König Audienz gibt, muss man hin!
    2.) Grave Digger beim Jamboree in Altes Lager – Die Band vor gut 18000 Leuten, geil.
    3.) Claymorean – Wenn du vor gut 10 Leuten spielst und trotzdem alles gibst.
    4.) Saxon – Je oller, desto doller!
    5.) Eisregen – Oft gesehen, aber selten so stark wie dieses Jahr.

Das Comeback des Jahres möchte ich noch erwähnen, denn dies spiegelt sich in meiner Albenliste deutlich wieder. Dieser Titel gebührt eindeutig dem US Power Metal, der zwar nie tot war (weil er unsterblich ist!), aber in der Breite selten so stark wie im abgelaufenen Jahr aufgestellt schien und dadurch wieder an Relevanz gewann.

Lazer

Mein musikalisches Jahr 2025 war geprägt von der Tatsache, dass ich nach Jahren der Absitnenz wieder zurück im Schreiben bin. Langsam und behutsam taste ich mich wieder an die alte Form heran. Dazu kann ich nur sagen: „I’m back bitches!“. Am meisten überrascht war ich persönlich von der Metalcore/Deathcore-Szene. Hier hat sich tatsächlich etwas – für mein Empfinden – in die korrekte Richtung bewegt. Dieses Genre werde ich 2026 vermehrt beobachten und gegebenenfalls natürlich auch häufiger rezensieren. Dennoch werde ich weiterhin in den Extremen schwimmen und mich im Überlebenskampf zwischen Blut, Mord, Pussy und Poo suhlen.

  • Top 5 Alben:
    1.) Knosis – Genknosis
    2.) BYONOISEGENERATOR – Subnormal Dives
    3.) New World Depression – Abysmal Void
    4.) Breathe // Die – Gestalt
    5.) Car Bomb – Tiles Whispers Dreams

Charlene

Wednesday-13-Mid-Death-CrisisTop 5 Alben:
1. WEDNESDAY 13 – Mid Death Crisis
2. HALESTORM – Everest
3. IGORRR – Amen
4. WARBRINGER – Wrath And Ruin
5. TIKTAALIKA – Gods Of Pangaea

Top 5 Livekonzerte:
1. Marilyn Manson, 14.02.25 @ Hala Vodova, Brno
2. Wednesday 13, 03.08.25 @ Rock Café, Prag
3. Savatage, 19.06.25 @ Zenith, München
4. Dream Theater, 14.07.25 @ Stadtpark Open Air, Hamburg
5. Halestorm, 21.06.25 @ Donauinselfest, Wien

Konzerttechnisch war 2025 für mich ein äußerst umtriebiges Jahr. Dank einiger meiner Lieblingsbands durfte ich zahlreiche Städte kennenlernen, die mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen sind. Solche Reisen verleihen den Konzerten selbst oft eine zusätzliche besondere Bedeutung. Doch 2025 war für mich nicht nur wegen der vielen bandbedingten Trips ein außergewöhnliches Jahr: Nach acht Jahren hatte ich endlich wieder die Gelegenheit, Marilyn Manson live zu sehen. Als ich begann, Metal zu hören, war seine Musik ein wichtiger Ankerpunkt für mich. Auch Wednesday 13 zählt zu den ersten Bands, die ich als Jugendliche für mich entdeckt habe. Ähnlich wie Manson hat auch Wednesday 13, bzw. der Mann hinter dem Pseudonym, ein bemerkenswertes musikalisches Comeback hingelegt. Hinzu kommt, dass beide auch persönlich an sich gearbeitet haben, was sich deutlich in ihren Live-Performances widerspiegelt.

„Mid Death Crisis“ von Wednesday 13 ist für mich daher mein Album des Jahres 2025 – weniger wegen einer überragenden musikalischen Leistung, denn würde man diese zum alleinigen Maßstab machen, müsste man eigentlich für jedes Subgenre eine eigene Top-5-Liste erstellen. Metal und Rock sind derart facettenreiche Stilrichtungen, doch am Ende zählen vor allem die Emotionen und Gefühle, die Musik in uns auslöst. Aus diesem Grund war es mir wichtig, den Standpunkt zu erläutern, von dem aus ich meine Top 5 bewerte. Manche Leserinnen und Leser erwarten vermutlich eine Rangliste, die sich primär an musikalischer Finesse orientiert – und viele von uns würden ihre Alben wohl genau nach diesem Kriterium ordnen. Für mich jedoch wog 2025 die emotionale Komponente schwerer als die rein musikalische. Nichtsdestotrotz haben mich gerade „Amen“ von IGORRR und „Gods Of Pangaea“ von TIKTAALIKA mit ihrer außergewöhnlichen Experimentierfreude so sehr begeistert, dass sie für mich zahlreiche andere starke Veröffentlichungen in den Schatten gestellt haben.

Voicu

cover artwork DORMANT ORDEAL Tooth and Nail

  • Top 5 Alben:
    1. DORMANT ORDEAL – Tooth and Nail
    2. MORBIFIC – Bloom of the Abnormal Flesh
    3. AN ABSTRACT ILLUSION – The Sleeping City
    4. KARG – Marodeur
    5. VÍGLJÓS – Tome II – Ignis Sacer
  • Top 5 Livekonzerte:
    1. Nailbomb 05.08.25 @ Szene Wien
    1. Terrorizer 10.12.25 @Szene Wien
    3. Exodus 15.06.25 @ Majestic Club Bratislava
    4. Cattle Decapitation 07.02.25 @ SiMM City Wien
    5. Iron Maiden 17.07.25 @ Ernst-Happel-Stadion Wien

2025 war ein starkes Jahr für Metal!

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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