Band: Adrenaline 101
Titel: Twelve Step Program
Label: STF Records
VÖ: 2010
Genre: Rock
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Der Startschuss für die Swiss Rocker Adrenaline 101 fiel 2005. Nachdem drei der vier Züricher schon in anderen Acts gespielt hatten war es nun an der Zeit ein eigenes Baby aus der Taufe zu heben. Unter dem Bandnamen waren nun Delon Cyclon (voc), Hens Grubenmann (guit), Pascal Luder (bass) und Reto Wild (drums) eifrig am Werken. Nun ereilte uns ihr erstes Machwerk „Twelve Step Program“welches via STF Records erschienen ist. Nahtlos reiht man sich in die große Riege der Swiss Rock Bands a la Gotthard, Shakra und Konsorten ein.

Recht knackig und mit einer recht erdigen Spielart wird der Output mit „Seek the Lane“ vom Stapel gelassen. Sehr grooviger Modern Rocker der von viel Gefühl begleitet wird. Dieses wird vor allem durch den Frontmann sehr gut wieder gespiegelt der hier eine sehr facettenreiche Arbeit abgeliefert hat. Streckenweise erinnert mich der Recke an seinen spanischen Kollegen von Savia. Auch dieser Bursche beherrscht es sehr gut einmal sehr süßlich und im nächsten Moment etwas wütender rüber zu kommen. Somit liefert man auch hier ein ähnliches Wechselbad der Gefühle musikalisch wieder.

Etwas rotziger und flotter wird nun „Flush Nights“ nachgesetzt. Temporeicher Grooverocker mit viel Rotz im Tank. Sehr raue und räudige Spielweise und vor allem die Wucht sind die sehr schwerwiegend klingenden Gitarren die hier den Track eine etwas doomigere Spielecke drängen. Dennoch gibt es hier auf gar keinen Fall wankelmütige Musik, vielmehr ackern die Schweizer eigentlich recht zahnig mit vielen scharfen Ecken und Kanten.

Gleich im Anschluss wird uns „Brand New Day“ geboten, wo man weiterhin auf flotte Rockmusik zurück greift. Hier allerdings baut man auf weites gehend klare und auch punkigere Einflüsse. Zusammengemischt ergibt das einen sehr modernen Rocktrack welcher sehr shakig – flockig durch die Boxen schallt. Wer also auf eine Rock Partie mit knackigen Spieltechniken steht, die eins ums andere mal etwas breitentauglicher dröhne steht, bekommt hier die Vollbedienung.

Mit einem schrägen Riff eingeläutet wird nun „In the Mix“ in eine etwas traditioneller Ecke gehievt. Wohlgemerkt, wer glaubt hier baut man glasklar auf altbewehrtes der irrt. Die Jungs wissen sehr gut den Spalt zu schließen. Mit einem aufgepeppten, funkigen Soundkleid brechen die Jungs immer wieder recht adrett durch und bevor es zu modern wird, zieht man einfach die Bremse und lässt wieder gewohntere Klänge schallen. Sehr facettenreiche Nummer die zum Abgehen einlädt, wenn auch etwas gediegener.

Auch „Golden Frame“ wird uns etwas warmherziger geboten. Doch hat man das Tempo sehr stark gedrosselt und musiziert hier sehr romantisch und die Ausrichtung hat man dafür in etwas breitentauglichere Gefilde gerückt. Guter Schmusesong mit oftmaligen, stärkeren Ausbrüchen, die uns vom verträumten genießen hochjagen.

Wie ein zweiter wen auf traditionellerer Part kommt nun „When I’m Gone“ daher. Komplett ins verträumte Gewässer schippert man nicht und so reißt man kurzerhand immer wieder das Steuer rum und agiert ab diesem Zeitpunkt deutlich kräftiger und flotter, bevor man dieses Wechselspiel erneut durchführt. Gut durchgemischt und ausgewogen versüßt man unsere Gehörgänge mit vielerlei ausgewogener Rockkunst die zu gefallen weiß.

Eine amtliche Rotzröhre ist nun „Push comes to shove“ geworden. Grooverocker par excellence der sich bis tief in die Magengegend vorarbeitet. Man jongliert auch hier recht beachtlich mit vielen Einflüssen der Rockmusik und bevor die moderne allerding komplett das Oberwasser bekommt wird erneut das Ruder umgerissen. Vor allem gewisse Parts der modernen Spieltechnik erinnern mich etwas an Clawfingerin der Frühphase. Verleiht dem Stück noch zusätzlich eine gewisse Note.
„Your Touch“ kommt nun straighter und klarer daher. Flotter Rocker mit einem shakigen Gefühl in der Brust. Dieses wird uns fröhlich und mit viel Pfiff präsentiert und so kann man hier weiterhin recht beachtlich das Tanzbein schwingen, wenn auch zu einer etwas breitentauglicheren Kost.

Nahtlos greift man diesen Soundklang auch beim Nachfolger „I should be the one“ auf. Vorerst schallen etwas gemütlichere, verträumtere Klänge. Diese Rhythmik würzt man allerdings mit etlichen gepfefferten Ausbrüchen wo man sehr stark auf die Tube drückt. Richtig gehend wutentbrannt klingen diese Parts, wobei aber auch weiterhin süßlichere Breaks durchaus ihre Berechtigung haben.

Sehr verzogen führt man uns in den Song „Homicidal“ ein. Dieser entpuppt sich als wahre Röhre und mit viel sägender, rotziger Gitarrenarbeit schafft man ein Gefühl das ordentlich aufwühlt. Auch auf das gewisse Maß an gefühlvollen Parts will man nicht verzichten und diese bekommen durchaus ihre Berechtigung, wohlgemerkt wird sie weites gehend von der kräftigen Spielweise dominiert.

Sehr hymnischer, fröhlicher Rocker wird uns nun mit „Inseparable“ an der vorletzten Stelle präsentiert. Kurz gibt es wieder Gefühlsmusik die etwas leidender klingt, doch schon springt man wieder in die Presche und zockt wieder etwas kräftiger. Hier hat man eher auf eine gediegene Gleichberechtigung geachtet und so kommt kein Part zu kurz.

Zu guter Letzt serviert man uns mit „Fistful of Hate“ noch einmal einen ordentlichen Grooverocker der aber abermals mit einem Wechselbad der Gefühle durchmischt wurde. Das klingt durch das Mischergebnis sehr stark und schlussendlich wird uns noch einmal etwas zum Abgehen geboten, wobei man hier alle Geschütze noch einmal auffährt.

Fazit: Modernes Rockalbum aus dem Käse und Schokiland. Cooles Teil, welches für all jene bestimmt ist, die nicht unbedingt traditionelle Rockkapellen lieben. Mit viel Pfiff verwerken die Schweizer beide Rhythmen alte und neu. Passabel hat man hier zu einer Mischform geboten die viele Fanschichten ansprechen könnte.

Tracklist:

01. Seek the Lane
02. Flush Nights
03. Brand New Day
04. In the Mix
05. Golden Frame
06. When I’m Gone
07. Push comes to shove
08. Your Touch
09. I should be the one
10. Homicidal
11. Inseparable
12. Fistful of Hate

Besetzung:

Delon Cyclon (voc)
Hens Grubenmann (guit)
Pascal Luder (bass)
Reto Wild (drums)

Internet:

Adrenaline 101 Website

Adrenaline 101 @ MySpace

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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