Band: Atrocity feat. Yasmin
Titel: After the Storm
Label: Napalm Records
VÖ: 2010
Genre: Folk/Ethno Metal
Bewertung: 4,5/5
Written by: Robert

Atrocity sind eine der wenigen Bands im Metal Buisness denen man locker das Chamäleon Verhalten abnimmt. Quer durch die Schaffensphase hat man etliche Veränderungen durchgeführt und stet eine etwas neuere Zielgruppe anvisiert. Ob man das neueste Machwerk in Zusammenarbeit mit Alex Krull’s Schwester Jasmin als weiteres Projekt, oder als Atrocity abhandeln muss, diese Frage lasse ich mal außen vor. Fakt ist das man hier, was mich betrifft wieder einen völlig anderen Weg eingeschlagen hat. Ethno Metal steht da im Inhaltsblatt. Nun ja das mag wohl so schon stimmen, aber vielmehr ist auch etliches an folkloristischen Beisetzungen ins Songwriting geflossen.

Im seelisch tiefer gelegenen Bereich wird mit einem sehr traurigen Beigeschmack mit „A New Arrival“ begonnen. Sehr entspannende Klänge die uns zu Beginn des Silberling unterbreitet werden. Sehr gelungene Mischung in ruhigeren Gestaden, die man reichlich mit einigen Bombastschüben verstärkt hat. Der sehr leidende Gesang von Yasmin ist unglaublich und passt zu diesem beginnenden Epos wie die Faust aufs Auge und lässt auch einige heroische Momente aufflammen.

Nahtlos fliest nun alles ins nachgeschobene „Call Of Yesteryear“, welches mit einer sehr flockigen, folkloristischen Rhythmik daher kommt. Vom betrüblichen Gewässer hat man sich verbschiedet und segelt nun vielmehr in etwas klarere, fröhliche Gewässer. Auch der hymnisch – heroische Faktor kommt hier nicht zu Knapp zum Einsatz und so kann man locker in etlichen Fantasien zu diesen Soundfragmenten schwelgen. Die besondere Komplettierung bieten die Duettgesänger der Geschwister Krull. Superbes Aufeinandertreffen beider Gesangslagen, wobei sich Alex doch verstärkt dem Rhythmus anpasst und gemäßigtere Gesangsarbeit leistet.

Das Titelstück „After The Storm“ kommt sogleich düster – bedrohlich daher. Ein leichter orientalischer Einschlag ist hier als Erweiterung eingesetzt worden. Binnen Sekunden zieht man uns wieder ins gemütliche Eck zurück. Vermehrt hat man es ein weiteres Mal auf beseelte Musikgefühle abgesehen. Diese Technik setzt man sehr gekonnt ein und so kann man den Track wieder entspannter genießen, als auch sich vermehrt Träumereien hingeben.

Mit „Silvan Spirit“ mit welchem man sogleich die Nachfolge nachschiebt verabschiedet sich die Gemeinschaft zwar etwas bestimmender vom Folklore Einfluss. Ganz nicht, dennoch aber sehr maßgeblich. Die Gemütslage wurde auch bei diesem Stück ruhiger und trauriger angesiedelt. So unterbreitet man uns sehr verträumte Klänge zu welchen man sich beruhigen der ruhigen Musik hingeben kann. Der einzige Anteil aus dem Folklore Bereich sind die Flötenspielereien, die aber an dieser Stelle nur als Ergänzung bzw. Komplettierung zu sehen sind.

Zu Beginn von „Black Mountain“ wird einem klar es geht etwas in die kernigere Richtung. Rauer ungestümer, als auch härter schallt dieser Track den man mit einer deutlich flotteren Rhythmik bedacht hat. Quer durchs Stück hat man sich auf eine sehr beherzte Rhythmik geeinigt. Sehr schmuck sind die up’s und down’s der Gesangsarbeit. Sinnlicher Frauengesang trifft auf harsche Vocalarbeit. Coole Vermischung, wobei Alex immer mehr das Zepter schwingt.

Zurück in gemächlicheren Klanggefilden kehrt man mit „As The Sun Kissed The Sky“ zurück. Verstärkter rückt man wieder den folkloristischen Anteil in den Vordergrund. Nach dem doch sehr ungestümen Vorgänger hat man eine 180 Grad Wendung gemacht und drückt uns somit vehement wieder ein eine sehr verträumte, melancholische Ecke.

„Transilvania“ kommt mit einem sehr tiefgründigen Beigeschmack daher. Traurig und schwarz angefärbt wird uns hier eine Runde runter ziehende Musik geboten die sich bis unter die Haut in die letzte Magengegend vorarbeite.
Eine ruhige, dunkle musikalische Überleitung bietet man mit dem akustischen „The Flight Of Abbas Ibn Firnas“ welcher ein sehr guter Stimmungsmacher ist.

Nahtlos knüpft man ebenfalls akustisch mit „Goddess Of Fortune And Sorrow“ an. Sehr traurig – tiefbetrübter Sound der sich einem hier erschließt. Weiterhin baut man auf sehr beschwingende – verträumte Klangkunst. Ruhig und sachte entführt man uns auf eine weite Fantasiereise.

Weiterhin verharrt man mit „The Otherworld“ auf der eher betrüblichen Schiene. Dennoch lichten sich hier die grauen Wolken etwas mehr und vermehrt baut man auch wieder auf einen folkloristischen Beiklang, welcher sich sehr gut mit den restlichen Einflüssen vermischt.

Um noch etliche Nuancen verabschiedet sich die Gemeinschaft mit „Eternal Nightside“ von uns. Ruhiger, folkloristisch entspannender Song. Vor allem das Flötenspiel stellt sich hier sehr verstärkt in den Vordergrund. Man nervt uns aber nicht mit sinnlosem Gedudel sondern kredenzt uns eine sehr bodenständige Auswahl.

Fazit: Sehr gutes Album in doch etwas ruhigere Tonlage. Keinen einzigen Durchhänger gibt es zu vermelden. Sicher werden eingefleischte Atrocity etwas mehr Zeit benötigen. Gutes ideenreiches Album das uns von der Mannschaft geboten wird.

Tracklist:

01. A New Arrival 3:42
02. Call Of Yesteryear 3:27
03. After The Storm 2:47
04. Silvan Spirit 3:33
05. Black Mountain 5:32
06. As The Sun Kissed The Sky 3:15
07. Transilvania 3:27
08. The Flight Of Abbas Ibn Firnas 1:59
09. Goddess Of Fortune And Sorrow 4:42
10. The Otherworld 5:27
11. Eternal Nightside 4:38

Besetzung:

Alexander Krull (voc)
Yasmin Krull (voc & flutes)
Thorsten Bauer (guit)
Sander van der Meer (guit)
Alla Fedynitch (bass)
Roland Navratil (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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