Band: Beissert
Titel: The Pusher
Label: Agonia Records
VÖ: 2010
Genre: Sludge/Doom/Rock
Bewertung: 4,5/5
Written by: Robert

Aus Dresden stammen Beissert und präsentieren uns am 21.05.2010 ihre zweite Langrille welche den Arbeitstitel „The Pusher“ bekommen hat. Via Agonia Records wird dieses Macherwerk erscheinen und ist eine kunterbunte Mischung aus dreckigen, groovigen, aber auch harten Ingredienzien. Weiters legen Beissert (voc), Boldog (guit) Hornung (bass) und Schiebert (drums) eine Experimentierfreudigkeit an den Tag die nicht verspielter sein könnte. Recht viel hat man auf einen Silberling gepackt und da bekommt man die Vollbedienung, so werden hier etliche Genrefans angesprochen.

Nach dem gemächlichen Einklang bei „The Pusher“ wird gleich eine raue, bretternde Maschinerie aufgefahren. Groove und brutales, hasserfülltes Gebrüll donnert man hier dem Hörer um die Ohren. Doch auch etwas melodische, cleane Gesangslinien wurden verwendet. Sehr kunterbunt vermischt klingt das Ganze interessant. Auch setzt man mit diesem Opening eigne Maßstäbe die man sonst eher weniger zu hören bekommt. Die Eigenständigkeit hat die Mannschaft aus dem Osten Deutschlands wirklich für sich gepachtet.

Mit einer schleppenden Eröffnung wartet man beim nun nachgeschobenen „Die Dunkelheit uns mit sich nimmt“ auf. Um Ecken rollender, rauer und dreckiger rotz die Truppe hier daher. Nach gut einer Minute schüttet man etwas Benzin ins Feuer um fortan mit deutlich mehr Tempo weiter zu agieren. Klare Momente sucht man hier allerdings vergebens und so rotz und rollt man sich recht beachtlich durchs Programm.

Ein klassisches Klavierintro eröffnet den Reigen nun bei „Die fabelhafte Welt der Agonie“. Sehr melancholisch und tiefgründig klingt diese Einführung, ja fast schon entspannend schallen hier die Töne und dadurch hat man eine sehr aufreizende Unterbrechung im Programm geschaffen.

„SaxonBloodRock“ klingt ebenfalls sehr leidend und auch sehr schwermütig. Zeitweise kommen einige Parallelen zu Fleischpapst Glen Danzig auf. Doch diese sind nur mit einzelnen Fragmenten auszumachen. Auch hier lässt man deutlich mehr Tempo in das Stück fließen und nach der Eröffnung hat man zwar weiterhin einen etwas leidenden Anteil intus. Alles in Allem wird aber ordentlich Stoff gegeben. Dabei lässt man sich auch zu vielen ruckartigen Wechseln hinreißen, denen kann man aber leicht folgen. Also von Überladenheit ist keine Spur.

Sehr klar und rotz rockig knüpft man nun mit „Uphillfight against the Sun“ an. Den rockigen Anteil behält man bei, diesen wertet man aber mit vielen harten Licks und Breaks auf. Sehr shakige Nummer ist dadurch entstanden, bei der auch einige punkige Einflüsse aufkeimen.

Recht lachen muss ich beim Opening von „Unaussprechlichen Kvlten“, liegt aber eher an meinem ehemaligen Nachbarn der mich zwei Jahre lang mit Indianermusik gequält hat. Die Einleitung weißt schon die Wege und so rechnet man mit der Situation auf unserem Globus musikalisch ab. Sehr schizophrene Stimmung die man hier schafft. Raue Riffs im eher flotteren Stil vereinen sich schmuck mit progressiver – experimenteller Musik. Bis zur Mitte hin fasst man diese immer enger zusammen und ab diesem Zeitpunkt zockt die Truppe etwas simplere Kost. Harter, grooviger Rock schallt hier sehr rau und ungeschliffen aus den Boxen. Auch kleinere Stoner Momente keimen hier oftmals auf. Gute Mischung die es in sich hat.

Klarer und flotter rockt man mit „Durch die Haare in das Kind“. Die Stoner, als auch breitentauglichen – funkigen Einflüsse bekommen hier gewaltig Oberwasser. Gute Abgehnummer zum Abtanzen, dabei hat man die harten Brocken ganz vehement aus dem Weg geschafft und da ändern auch die flotteren Kickstarts nicht, wo der Fronter etwas beherzter ins Mikro shoutet.
Gemächlich, verträumtes, akustisches Gitarrenspiel läutet nun „Eerie Discipline“ ein. Diese Stimmung behält man auch bis zu gut einer Minute bei. Ab diesem Zeitpunkt wird es sehr groovig – doomig mit vielen leidenden – melancholischen Anleihen. Zu dieser Stimmung lässt sich auch der Fronter hinreißen der sich auch hier wie Glen Danzig gibt. Zwar nicht derart mit einem Gejammer, aber dennoch sehr schwersinnig. Solche Tracks passen zu beschissenen Situationen im Leben und vor allem diesem Song zieht die Stimmung immens runter. Geile Sache muss man schon sagen.

So genug dem wankelmütigen Charme gefrönt. Mit „Aal ins Gekroese“ drückt man deutlich mehr aufs Pedal und auch der Härte, wie auch der Groovefaktor schnellt steil nach oben. Gute Abgehnummer, mit etlichen Ruheparts.

Wieder eine Wende um 180 Grad wird mit „Yggdrasil“ vollzogen. Der Beginn klingt wie ein traditioneller Southern Rocker, bei dem auch kleinere folkige Anleihen auftauchen. Die Schiene behält man zwar etwas bei, doch justiert die Gruppe im Hintergrund bereits um. Ein kunterbuntes Wechselspiel wird hier abgehalten das nicht unterschiedlicher klingen könnte. Auf der einen Seite rau und ungeschliffen und auf der anderen wieder klar – traditioneller, als auch gefühlvoller. Absolute Spitze und die Fusion die man hier geschaffen hat ist für mich komplett was Neues.

Bretternde Härte im Thrash Marschtakt drückt man uns im Anschluss mit „Bloodsown“ auf die Trommelfelle. Grooviger Härtebolzen, mit vielen progressiven Schüben. Diese sind etwas dezenter und so brettert die Truppe hier ein Programm runter, das simpler zum Abgehen animiert.

Mit vielen differenzierenden Passagen vollendet man den Silberling mit „Gedanke und Erinnerung“. Weitschichtige Verknüpfungen werden hier gesponnen. Ein wahres Genussstück zu dem man sich hinsetzen muss um es auf sich wirken zu lassen. Ein simples rein hören ist hier unmöglich. Auf und ab, kreuz und quer geht hier die Musikreise durch die Einfälle die uns hier mit viel Herzblut vorgetragen werden.

Fazit: Selten erlebt man heutzutage Truppen die auf irgendeinen Trend einen feuchten Kehricht geben. Diese Formation tut dies mit Freuden und das Endergebnis besticht mit viel Eigenständigkeit. Wer mal aus dem Alltagssoundmatsch raus will sollte sich diese Band mal zu Gemüte führen.

Tracklist:

01. The Pusher 03:47
02. Die Dunkelheit uns mit sich nimmt 03:21
03. Die fabelhafte Welt der Agonie 01:24
04. SaxonBloodRock 03:48
05. Uphillfight against the Sun 03:24
06. Unaussprechlichen Kvlten 06:14
07. Durch die Haare in das Kind 03:49
08. Eerie Discipline 04:27
09. Aal ins Gekroese 03:15
10. Yggdrasil 04:29
11. Bloodsown 03:41
12. Gedanke und Erinnerung 08:45

Besetzung:

Beissert (voc)
Boldog (guit)
Hornung (bass)
Schiebert (drums)

Internet:

Beissert Website

Beissert @ Facebook

Beissert @ MySpace

Beissert @ Twitter

Beissert @ Reverbnation

Share.

About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

Comments are closed.

Diese Website nutzt Cookies. Bitte beachten Sie unsere Datenschutz-Erklärung

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close