Bitter End – Have a Nice Death!

Written by Robert. Posted in B, CD-Berichte

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Published on August 26, 2011 with No Comments

Band: Bitter End
Titel: Have a Nice Death!
Label: Metal On Metal Records
VÖ: 2011
Genre: Technical Thrash Metal
Bewertung: 4,5/5
Written by: Robert

Technischer Thrash Metal ereilt die Fanschar dieses Sub Genres aus Seattle Washington durch die Jungs von Bitter End. Mit „Have a Nice Death“ (welch netter Titel) sprengen die Jungs die Ketten. Fast 21 Jahre war es ruhig geworden um das Urgestein des Seattle Thrash Metal, doch nun haben sie wieder Blut geleckt und legen uns einen glanzvollen Nachleger, nach dem im Jahr 1990 veröffentlichten Album„Harsh Realities“ nach. Wer auf Thrash amerikanischer Prägung steht und dabei auch etwas Bay Area Kraftfutter dazu will, für den ist dieses gespickte Album genau das Richtig um sich den Sommer selbst einzuheizen, der ja gerade nicht sonderlich mit Sonne und warmen Temperaturen glänzt. Also nichts wie auf zum nächsten Händler eures Vertrauen und das Silberteil unter den Nagel gerissen.

Rollend und sehr räudig donnert die Mannschaft sogleich mit „Tiny Minds“ dahin. Großes Achtziger Flair wird hier groß geschrieben. Dabei offeriert man uns eine superbe, knackige Rhythmik die mal mehr Mal weniger shakig klingt. Im rotzigen Style nämlich verdrischt man uns immer wieder mächtig den Rücken und das mit unglaublicher Kraft. Irgendwie erinnert man mich dadurch etwas an das Erstlingswerk von Megadeth, somit genau für diese Fans des Thrash auch ein Grund sich die Jungs genauer vorzunehmen.

Sehr kraftvoll mit bedrohlicher Hymnenrhythmik wird „Right to Lie“ angestimmt. Dabei gibt es gleich zu Beginn ein Soliinferno welches einem alle Lichter ausbläst. Diesen Start hält man etwas länger ab und so dürfen Gitarren Technikverliebte sich großer Klangkunst erfreuen. Nach gut einer Minute pfeift man auf technische Verliebtheit und brettert sehr straight und eingängig dahin. Dennoch, nur schlichtes Abgehfutter wäre den Seattler Jungs doch zu wieder und so verwandeln sie das Geschehen kurzerhand in ein doomiges Bild. Sicher man bleibt dieser Richtung zwar nicht Treu, aber als Break sehr gut anzuhören und man bietet einen sehr facettenreich ausgestatteten Track der es in sich hat.

Ein warmherziger, idyllischer Start erschließt sich ganz kurz dem Hörer bei „Burning Bridges“. Nach diesem einführenden Teil haben die Burschen aber genug von dem Idyll und pfeffern mit behänder Kraft dahin und dabei drückt die Mannschaft ordentlich auf die Tube. Immer wieder lässt man den shakigen Anteil nach vorne und so entpuppt sich das Stück als gute Circle Pit Nummer. Auch der ruhigere Part vom Start wurde im Mittelteil noch einmal eingebaut um für einen Ruhepol zu sorgen, doch dann legt sich das Quartett wieder mächtig ins Zeug um keinen Stein auf den anderen zu lassen.

Auf die Plätze, fertig und dann los heißt es im Anschluss bei „No Law“. Mit geballter Macht wird hier durchs Geschehen geschrettert was die Energien hergeben. Rau und ungestüm donnert man umher und wirkt dadurch wie eine nicht zu stoppende Abrissbirne. Der ungehobelte 80er Faktor ist auch hier sehr dienlich und verschönert das Gesamtbild um Nuancen.

Um nichts steht „Sludge“ dem Vorgänger nach. Wesentlich mehr wird hier die sprichwörtliche Sau raus gelassen. Zwischen den Death Angel, Slayer und auch Megadeth lastigen Einflüssen in Sachen Thrashrhythmik wird hindurch durchgewechselt. Man klingt aber nicht abgedroschen sondern versohlt uns das Hinterteil mit einer innovativen, eigenständigen Art, welche zwar Parallelen aufweist, aber eben mit gutem Eigenpotential vorgetragen wird.

„Tunnel Vision“ ist der letzte reguläre Track auf dem Album, bevor der satte Bonusteil hinzugepackt wurde. Etwas moderner blitzen die Washington Thrasher hier durch und auch der Melodieanteil hat größtenteils das Sagen. Doch man darf sich gewiss sein, das auch eisige Thrasher Allüren zum Zuge kommen und von selbigen wird ebenfalls eine gute Brise hinzugeworfen. Das köchelnde Groove Süppchen ist unglaublich und man unterstreicht dass auch Trash im modernen Anstrich viel Spaß macht.

Als Draufgabe haben die Burschen sich etwas einfallen lassen zusätzlich zu den Demo Aufnahmen, „Meet Your Maker“, „Save Us, Beat the System“ und „Living Hell“ welchen den regulären Tracks in nichts Nachstehen und klingen als würden Dave Mustaines Söhne hier musizieren, wurden mit „Right to Lie“, „Profits of Doom“, „Tiny Minds“ und „No Law“ vier Live Versionen hinzugegeben, bei denen man sich einen guten Vorgeschmack holen kann wie die Mannschaft Live abgeht. Von der Produktion nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, aber so sieht man sich irgendwie auf ein kleineres Konzert versetzt und das hat auch sein Gutes.

Fazit: Kutte angezogen, Player bis zum Anschlag aufgedreht und abhoten. Thrash Metal aus der Westküste vom ersten bis zum letzten Moment begeistert.

Tracklist:

01. Tiny Minds 04:24
02. Right to Lie 04:56
03. Burning Bridges 04:48
04. No Law 04:02
05. Sludge 04:55
06. Tunnel Vision 05:12
07. Meet Your Maker (Bonus Track) 04:55
08. Save Us (Bonus Track) 03:39
09. Beat the System (Bonus Track) 04:50
10. Living Hell (Bonus Track) 05:10
11. Right to Lie (Bonus Track) 05:34
12. Profits of Doom (Bonus Track) 05:14
13. Tiny Minds (Bonus Track) 04:41
14. No Law (Bonus Track) 04:35

Besetzung:

Matt Fox (voc & guit)
Russ Stefanovich (guit)
Chris Fox (bass)
Harry Dearinger (drums)

Internet:

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About Robert

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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