Band: Gallows Pole
Titel: And Time Stood Still
Label: Pure Rock Records
VÖ: 2011
Genre: Heavy Metal
Bewertung: 5/5
Written by: Robert

„In Rock we trust“ und dass aus heimischen Gefilden heißt es mit den Wienern Gallows Pole. Auf ein Neues und zum sechsten Mal rocken die Herrschaften gehörig die Bude und das mit 80er Flair der besonderen Art. Denn nicht nur aufgrund des Covers (erinnert stark an Praying Mantis, Nazareth, Asia, Tygers of Pan Tang und so weiter) nein auch musikalisch bietet die Mannschaft eine breite Facette die dem alten Rockhasen gefallen wird und das bist zum Ohrwurmartigen Exzess.

Sehr dunklen und mit rauen Ecken und Kanten wird uns gleich Track Nummero Uno „Old Man Cry“ schmackhaft gemacht. Sehr durchgreifender Rock Track, der teilweise durch melancholische, aber auch leicht schwarz angefärbte Soundstrukturen erweitert wird. Die leichten hymnisch – melodischen Ausläufer bieten die allesvollendende Abrundung. Absoluter Hammertrack bei dem gleich zu Beginn die Ohren spitz werden lässt und man laut aufhorcht was da noch folgt.

Leicht traurig und ziemlich runter ziehend wird „Return to Paradise“ zum Anlaufen gebracht. Weiterhin baut man ganz stark auf diese leidende Soundrhythmik und lässt es etwas gemächlicher weiterlaufen. Erst ab gut der Mitte kommen etwas durchgreifende Soundansätze zum Vorschein, doch das Marschtempo ist sehr stark im Midtempo angesiedelt. Dafür bietet man anstatt von Abgehmucke etwas mehr verspielte, weitläufigen Hard Rock der gut ins Gehör geht und somit für die Genießer Fraktion zu recht gezimmert wurde.

Etwas zackiger und mit einer leicht klaren ausgerichteten Soundarrangierung geht es mit „Waiting for the Mothership“ weiter. Stampfend wird hier der Marschtakt angegeben und dabei achtet man eher auf einen gut aussortierten Klang, der wie schon erwähnt durch clear Ansätze etwas mehr dominiert wird. Einzig die Gitarren rotzen dermaßen das einem Hören und Sehen vergeht und man nach mehr kreischt.

Noch um einen Tick klarer erschließt sich einem das symphonisch – melodische „Do you remember“. Leichte Dire Straits Sounds kommen dabei zum Vorschein, die man mit leichten AOR Sounds gekonnt vermischt. Kommerziell? Bei weiten nicht, sicher leichte Anlehnung, aber man driftet vorm Ausverkauf Meilenweit vorbei. Sehr gemütlicher Track zum neuerlichen Genuss auf allerhöchster Ebene.

Leicht hymnisch und dezent bluesig angefärbt a la Garry More wird „Area 51“ angestimmt. Die dröhnenden, sehr Doom lastigen Gitarren lassen laut aufhorchen und einen nicht los. Der Fortgang ist aber weites gehend klarer und lockerer Aufnehmbar ausgefallen. Weiterhin baut man auf eine eher breitentaugliche Rockrunde, die aber neuerlich niemals zu Kommerziell klingt. Saubere, klare Melodien, werden von einem tiefbetrüblichen Gesang (Billy Idol lässt grüßen!!!) bestens Verstärkt und die Farbmischung geht erneut sehr adrett ins Gehör.

„A big Mistake“ beginnt sehr balladesk und durch das klassische Klavierspiel klingt das Ganze sehr betont, idyllisch traurig. Sehr schöner Ruhepol zur Entspannung, bei der man auch sicherlich mit lieblicheren Ansätzen geizt. Dennoch es überwiegt das traurige Flair und somit als Bewältigung für viele Lebenssituation, wo man etwas angestellt hat und es lieber rückgängig machen würde. Wer sich in einer solchen befindet, findet durch diesen Song genau den richtigen Sound.

Als Muntermacher kommt da „The Universe will understand“ nun genau richtig daher. Deutlich fröhlicher und wesentlich klarer wird hierbei als Fortsetzung auf dem Album musiziert und man gibt uns eine wahre Lehrstunde in Sachen Rocksound der Gitarrenfraktion. Der Midtempo orientierte Sound wird uns mal mehr, mal weniger shakiger zum Genuss vorgetragen. Somit ist eine etwas dezentere Berg und Talfahrt der gemäßigten Art entstanden.

Leicht balladesk läuft nun „Mothership is coming“ an und dabei zaubert man einen superben Charme hervor der einen binnen Sekunden zurück lehnen lässt. Gemütlicher Start der einfach nicht besser in Szene gesetzt hätte werden können. Nach gut einer Minute verabschiedet man sich von dem etwas warmherzigen Eck und tendiert mit mehr Marschtempo ins hymnische Gewässer. Die weitläufigen Melodien lassen eine neuerliche Genussrunde durchaus zu und werden auch kaum unterbrochen.

Fazit: Die Wiener konnten nach ihrem Album „Revolution“ vom letzten Jahr einen guten Pegelschub servieren. Weitläufige Melodien, sanfte Allüren, teils progressivere Verspieltheit wurde kompakt und pressgenau in ein Album gepackt. Superbes Rockstück das vor allem die alten Rockhasen sehr animieren wird, soviel ist gewiss.

Tracklist:

01. Old Man Cry 4:20
02. Return to Paradise 6:26
03. Waiting for the Mothership 7:22
04. Do you remember 4:58
05. Area 51 6:54
06. A big Mistake 5:21
07. The Universe will understand 4:38
08. Mothership is coming 5:12

Besetzung:

Alois Martin Binder (voc, guit & bass)
Günther Steiner (keys)
Michael Haderer (drums)
Elsko (voc)
Hannes Fusel Bartsch (guit)

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.