Gwydion – Horn Triskelion (CD Review)

Band: Gwydion
Titel: Horn Triskelion
Label: Trollzorn Records
VÖ: 2010
Genre: Folk/Viking Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Pagan Metal aus Portugal, ist seit Gwydion nichts mehr Neues, mit dieser wilden Horde aus Lissabon schärft sich die Messerspitze in Sachen Metal aus Portugal sehr glänzend zu. Seit 1995 sind die Krieger Ruben Almeida (voc), Daniel César (keys), Miguel Kaveirinha (guit), João Paulo – Rytmn (guit), Vitor César (bass) und Luis Abreu (drums) sehr stark in der Szene vertreten und konnten in der Vergangenheit quer über den Globus mit ihrem Genrestyle und dem veröffentlichten Material für viel Furore sorgen. Auch mit dem neuesten Machwerk „Horn Triskelion“ wird sich das nicht ändern. Satter, atmosphärischer Viking/Pagan Metal erwartet uns erneut als Weiterführung von „Ynys Mön“. So darf man zu recht gespannt sein und die Freizeitwikinger werden es kaum bis zum 09.04.2010 erwarten können, dann steht aber einem weiteren Freudentanz nichts mehr im Wege.

Eine recht bombastische, theatralische Eröffnung bietet man uns als Einleitung mit „The Departure“. Hier werden aber sehr starke Geschütze aufgefahren und dabei lässt man nichts anbrennen. Bei so einem Anfang könnte man denken hier bekommen wir ein Gothic Metal Album geboten, doch weit gefehlt.

Weiter geht es im Programm mit „Fara I Vikin“ einem sehr flotten und recht durchzogenen Stück. Obwohl der Frontmann hier sehr rau ins Mikro brüllt, weist der Song trotz der Wikinger Romantik sehr viele symphonische Züge auf. Die ausgewogene Mischung macht es aus und das goldene Händchen haben die Portugiesen und bieten uns hier eine gute Mixtur aus typischen Viking/Pagan Metal und bombastischen, glanzvollen Arrangements.

Mit deutlich mehr Humpa Rhythmik wird uns nun „From Hel to Asgard“ vorgesetzt. Fast eher rein wird uns dies dar geboten und dennoch versetzt man diesen Partykracher ebenfalls mit kleineren Einlagen die etwas dezenter zum Besten gegeben werden. Den Hauptanteil macht aber eine flotte Bretterrhythmik die uns ordentliches Banger und Tanzkraftfutter bieten. Abgehen und die Klänge dieser Wikinger Party genießen.

Deutlich theatralischer wird nun mit „Of ussa (a terra das serpentes)“ weiter gemacht. Deutlich durchdachter und mit vielen Verstrickungen hat man hier eine recht heroisch, monumentale Nummer geschaffen. Diese Hymne trägt man uns durchwegs flotter vor und dadurch ist auch nicht zu viel pathetischer Soundklang vorhanden. Auch wir an und ab etwas die klare Schiene verlassen und deutlich dreckiger ins Mikro gebrüllt was den farbenbunten Charakter steil nach oben schnellen lässt.

Nun heißt es mit „Mead of Poetry“ wieder Humpa Party as it’s best. Temporeicher Track mit vielen Tanzbaren und shakigen Verstrickungen, die man sehr gut auf einen Nenner bringen konnte. Erneut hat man hier etwas zum Abgehen für uns parat und eine solche Partyrhythmik macht mit den Portugiesen viel Spaß. Auf die Tische Met Horn in die Hand und Abgetanzt und Gebangt was das Zeug her gibt.

Mit mehr Folklore wird nun „Triskelion Horde is Nigh“ ins Gefecht geschickt. Weiterhin baut man mehr auf Humpa Einflüsse der Marke Finntroll und Korpiklaani, doch hier wird mehr in Richtung Folklore tendiert, sodass man auch durchwegs Freunde von Eluveitie überzeugen kann. Mit viel eigenem Spirit wird uns hier eine recht passable, flotte Weise vorgetragen die es in sich hat und zu keinem Zeitpunkt durch zu viel Gedudel nervt.

Auch beim darauf folgenden „Odhinn’s Cult“ ändert man nicht den Grundgedanken und steuert erneut finnische Pagan/Viking Roots an. Diese trägt man aber sehr unterschiedlich vor, auf der einen Seite bewahrt man zwar den reinen Stil, doch auf der anderen Seite durchpflügt man den Track mit vielen Eckpfeilern. Diese klingen unterschiedlicher wie sie nicht klingen könnten. Denn diese Unterwanderungen klingen zum Teil bluesig, dann wieder angeschwärzt und dadurch erreicht man eine superbe Mischung die aus der Masse vieler Humpa Tracks heraus zu stechen vermag.

„At the Sumbel“ ist nun nach dem breiten Partysoundbild von vorhin eine sehr ruhige Nummer, bei der man durchwegs auf folkloristischen Sound bietet. Im lieblichen Klang schallt dieser Track und schafft so einen guten Stimmungsbarometer der hier zwar ruhiger ist, aber dennoch zu gefallen weiß.

Schluss mit Lustig heißt es nun bei „Cold Tempered“. Dreckiger, symphonischer Brocken mit viel Wut im Bauch der uns hier vorgetragen wird. Die Portugiesen sind nicht für eine simple Geschichte zu haben und so wird uns auch bei diesem Song weit mehr geboten. Etliche Einflüsse hat man kompakt und mit viel Liebe zum Detail zusammen gefügt. Das Endergebnis kann sich hören lassen, denn unterm Strich hat man es locker geschafft viele Ingredienzien zusammen zu passen. Den Humpa allerdings hat man hier dominanter verdrängt, dafür kommt der bombastische, symphonische Anteil etwas mehr in den Vordergrund. Macht nichts denn durch flotte Bretterriffs kann man ebenfalls zum Abbangen animieren.

„The Terror of the Northern“ ist wohl die dreckigste und auch etwas mehr in die symphonische Black Metal Richtung tendierende Nummer. Guter Rhythmus den man sehr stark vorträgt und trotz vieler Bombastarrangements wird der Bogen nicht überspannt. Sehr düstere Nummer, mit vielen Breaks und Wechseln und dennoch überfordert man den Hörer nicht.

Auch das abschließende „Six Trials to Become a Beerzerker“ entfernt sich immer mehr vom astreinen Pagan/Viking Genre. Sicher sind auch hier wie beim Vorgänger etliche Einflüsse vorhanden. Diese allerdings sind selbige nur mehr ganz hauchzart auszumachen. Somit steht am Ende noch einmal eine erneute Kunterbunte Mischung die es aber in sich hat.

Fazit: Wer glaubt hier bekommen wir einen billigen Abklatsch und Alltagsware der irrt. Gwydion überzeugen auf ihrem neuesten Werk auf ein Neues. Viele Erweiterungen und Arrangements hat man zu den Grundeinflüssen des Pagan/Viking Metal hinzugefügt und das trägt man uns mit viel Pomp und Pepp vor. Wem bisher Pagan/Viking zu stupide war und dennoch auf ein gewisses Maß an folkigem Flair nicht verzichten will für den sind die Portugiesen genau richtig.

Tracklist:

01. The Departure 1:41
02. Fara I Viking 4:54
03. From Hel to Asgard 4:24
04. Of ussa (a terra das serpentes) 6:46
05. Mead of Poetry 5:33
06. Triskelion Horde is Nigh 4:32
07. Odhinn’s Cult 3:30
08. At the Sumbel 2:06
09. Cold Tempered 5:59
10. The Terror of the Northern 5:21
11. Six Trials to Become a Beerzerker 5:54

Besetzung:

Ruben Almeida (voc)
Daniel César (keys)
Miguel Kaveirinha (guit)
João Paulo – Rytmn (guit)
Vitor César (bass)
Luis Abreu (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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