Band: Moritician
Titel: No War & More
Label: Pure Steel Records
Genre: Heavy Metal
VÖ: 2009
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Für alle Retro Freaks uns Sammler alter Scheibletten des traditionellen Heavy Metal haben Pure Steel Records für den 06.11.09 war ganz besonderes für den Einkaufsbummel. Die 1983 gegründeten Mortician, nicht zu verwechseln mit den amerikanischen Death Grind Corelern haben sich nach etlichen Jahren Sendepause reformiert und ihre Rappelkiste ausgekramt, um uns einen stattlichen Silberling der kompletten Schaffensphase zu präsentieren. Diese Vorarlberger Truppe zählt für meinen Teil ebenfalls zu den Urgesteinen wie Speed Limit oder auch U8 zu den Speerspitzen der alten Liga. Daniel Khan (voc), Thomas „Tommy Lee“ Metzler (guit), Patrick Lercher (bass) und Antee (drums) haben nun nach drei Demos aus den Jahren 1987 und 1989 es geschafft und mit „No War & More“ haben sie 12 (plus einem Live Song) vor geballter Kraft geladene Heavy Power Kracher eingestanzt, die vor allem Freunde von Stormwitch (Warlpurgis Night), High Tension, Gravestone und so weiter sehr interessieren könnte. Auch diese Kapellen frönten in den alten Tagen der Leidenschaft des British Steel und verbanden diese Leidenschaft mit etlichen amerikanischen Einflüssen und haben dadurch ihrem eigen Material den typischen europäischen Stempel aufgedrückt den man als Erfinder des Metal aus den 80ern in Deutschland zählen könnte. Mortician zählen für mich genauso wie Speed Limit und U8 zu den Wegbereitern des österreichischen Metal und da sollte Herr und Frau Österreicher sich mal genauer rein hören, was von den Urvätern gespielt wurde.

Unverfälscht und wie aus den guten alten Tagen dröhnt sehr hymnisch der Beginn von „No War“, bevor die komplette Explosion von statten geht und man dahin brettert wie von der Tarantel gestochen. Auch einiges an leichten Thrash Einflüssen der Frühphase ist hier in den Song geflossen und steigert das Banger Vergnügen ungemein. Den schönen Retrosound hat man beibehalten und nur ganz leicht mit Sounderneuerungen einen leichten Hauch darüber gelegt. So kommt es mir vor als höre ich auf Cd schönes altes Vinyl. Einfach herrlich und für Old Schooler wird dies ein Freudentag. Dreckiger und herber geht die Wildwasserfahrt mit „Listen to the Priest“ weiter. Mit mehr Malocherfeeling und rotzigen Elementen verfeinert stampft und rollt man ordentlich dahin. Wenngleich man die Geschwindigkeit deutlich gedrosselt hat. Auch einige hymnische Einflüsse wurden hier reingepackt und für den Melodieanteil soliert der Axtschwinger sich die Finger wund. Dennoch man hat hier ein weiteres Mal ein simples, strukturiertes Auslangen gefunden und dies kompakt eingespielt und dadurch erneut Bangerfutter für die Metal Freaks geschaffen. Im besten Priest Style der frühen 80er Tage rotiert das Quartett aus dem Ländle nun mit „Hot Fight“. Vom Rhythmus her ähnelt man dem Vorgänger, wobei man aber dezent die Geschwindigkeit noch mehr gedrosselt hat und dadurch der hymnische Faktor nach oben geschnellt ist, was auch ein sehr großer Verdienst der Refrainvocals ist. Schöne Fäuste reckender Track, der zum Abshaken sofort animiert und nicht ruhig dasitzen lässt, vor allem alte 80er Freaks. „Street Warrior“ entfernt sich deutlich von der Insel und man ackert eher im europäischen Festland Metal Sektor der Frühen Tage. Dunkler, vor schwarzer Romantik nur so strotzender Song, mit vielen Chorgesängen, die man bei Kollegen der early 80ies ebenfalls wieder findet. Vor allem Running Wild zu Gates to Purgatory Tagen spiegeln hier sehr stark durch. Im Querschnitt wird ordentlich Schmackes geboten und dies verfeinert man mit einigen dunklen, als auch kantigen – ungeschliffenen Fragmenten. „Rockin‘ the Night“ rotzt und rollt nun im besten Stile aus den Boxen und das mit sehr hymnischen Begleiterscheinungen im Refrainteil, welche aber durchwegs dezenter eingesetzt wurden und die Truppe deutlich mehr Rock n‘ Roll Programm der flotten Gangart bietet. Ein erneuter Angriff auf die alten Tage des NWOBHM wird mit „Sacrifice of Sin“ angesetzt. Welches eine ballernde Maschinerie ist die durch die Boxen rotiert und das mit etlichem an Marschfeeling seitens der Drumsolis. Auch erneute Ausflüge in den melodischen Thrash Metal Bereich werden gewagt und diese Ingredienzien brodeln in der Suppenküche ordentlich. „We must get back“ wurde mit der Einleitung im dezenter temperierten Midtempobereich ausgerichtet. Auch die folgende Weiterführung ist von eher stampfender Rhythmik ausgestattet. Erst nach einer Minute wird die speedige Maschinerie erneut gestartet und man ackert wieder wilder. Dadurch entsteht wieder viel Bangerromantik und dazu lässt es sich ordentlich die Rübe rotieren. Diese wird immer wieder durch schöne Refrainchöre unterbrochen und in diesen Passagen wird amtlich im hymnischen Stil musiziert. „Break the Rules“ wirkt durch das Geschrei am Anfang sehr schräg und auch der folgende Teil ist von einer schizoider Gemütslage gekrönt. Hier kommt es das erste Mal zur Kompletten Bremse, doch auch hier kommt es nach einer Minute zum folgenden Kraftakt und man ackert erneut speedig, wenngleich man hier kurzzeitig, dreckiger Abbremst, um erneut zum Angriff anzusetzen. Mit viel Rock im Blut und einem verzerrten Riff wird nun „Shout in Heaven“ eingeläutet. Im Anschluss brettert man flott dahin und unterbricht immer wieder durch kurze Rockunterbrechungen, um etwas Groove durchblicken zu lassen. Doch auch hier dient der Bretterstahl als Garant für eine schmerzende Nackenmuskulatur. Deutlich mehre Kohleschippen wurden bei „Back in the City“ nachgeschüttet und die Truppe zockt um Kanten speediger, aber auch rotzig rollender wird hier die Gangart gewählt und durch die punkigen Chorrefrains kommt viel Partylaune auf. Sehr thrashig ist nun der reguläre Abschluss „In the Still before the Storm“ ausgefallen. Zum Schluss gibt es also noch einmal einen Speed Schuss und dieser tingelt immer wieder zwischen klaren, melodischen, als auch dreckigen Thrash Einflüssen hin und her. Gute Mixtur die vor allem durch etliche sägende Gitarrenriffs aufgewertet wird. Abschließend gibt es als Gustostückerl das „No War“ als Live Version. Dies ist leider eine recht schlechte Aufnahme und streckenweise klingt das Stück durch Verzerrungen sehr schräg. Wie auch immer rundet es das Gesamtgeschehen recht nett ab.

Fazit: In Sachen österreichischer Metal Geschichte sollte man sich allemal in dieses Album rein hören. Knackiger Power Metal Kracher aus der Alpenrepublik und da ist man doch auf das nächste neuer Werk gespannt. Welcome back Boys.

Tracklist:

01. No War 6:19
02. Listen to the Priest 3:38
03. Hot Fight 4:26
04. Street Warrior 4:33
05. Rockin‘ the Night 3:43
06. Sacrifice of Sin 8:36
07. We must get back 5:13
08. Break the Rules 6:17
09. Shout in Heaven 3:31
10. Back in the City 3:47
11. In the Still before the Storm 3:50
12. No War (Live) 6:42

Besetzung:

Daniel Khan (voc)
Thomas „Tommy Lee“ Metzler (guit)
Patrick Lercher (bass)
Antee (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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