Mother Misery – Standing Alone

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Published on Januar 13, 2011 with No Comments

Band: Mother Misery
Titel: Standing Alone
Label: Transubstans Records
VÖ: 2011
Genre: Rock
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Angeblich sollen ja Mother Misery vor gut drei Jahren mit Stoner Rock begonnen haben. Tja von dem ist nicht mehr viel geblieben. Vielmehr baut die Mannschaft beim neuesten Release „Standing Alone“ vermehrt auf teils gefühlvollen, teils kernigen Modern Rock, mit einigen Alternative Kanten. Äußerst dreckig gehen die Skandinavier dabei zu Werke und das bereichert die prall gefüllte Soundfarbpalette ungemein. Denn während viele Kollegen sich mehr glänzend und glatt poliert präsentieren, bieten diese Herrschaften eine ungeschliffene Rockkunst die ordentlich dröhnt.

Verzerrt und mit einem bahnbrechenden Alternative Schlag legt man zu Beginn von „Dirty Little Secrets“ los. Doch sogleich lichten sich die Gewitterwolken und vermehrt im erdigen, wenn auch weiterhin modernen Rockbereich hechtet man voran. Guter Opener, den man uns hier als wirklichen Stimmungsmacher zum Abhotten schmackhaft macht. Als Ergänzung stehen diesem Konzept immer wieder idyllischere Soundbreaks gegenüber. Diese überwiegen aber nicht und so geht man bis auf die Unterbrechungen durchgehend sehr flott – treibend ab.

Leicht Sleaze lastig knüpft man nun mit „In Monochroms“ an. Doch schon nach dem kraftvollen Start wird die Handbremse ganz stark angezogen. Man lockert diese zwar immer wieder und so ist eine gute, wechselseitige Nummer entstanden. War man noch beim Opener bestrebt äußerst rotzig zu klingen, so wirkt dieser Track deutlich klarer ausgerichtet. Allerdings gibt es rauere Schliffe zu vermelden und so bleibt man der eingeschlagenen Linie durchaus treu, wenn auch mit einigen Abstrichen.

Mehr ins Massentauglichere Eck rückt man nun mit „Dying Heroes“ nach. Einen kräftigen Temposchuss hat man diesem etwas simpler gestrickten Song verpasst. So drückt man durchs Stück dominant ordentlich auf die Tube und dabei versprüht die Mannschaft viel Party Feeling, welches immer wieder durch hymnischere Ausläufer seht gut kombiniert wird.

Ein kraftschnaubender Groove Rocker ist den Burschen mit „Standing Alone“ geglückt. War man beim Vorgänger bestrebt etwas simpler zu wirken, so hat man diesen Nachleger deutlich komplexer durchpflügt. So gibt es einige Querverstrebungen zwischen Tradition und modernen Rockanleihen. Technisch feinsten ausgeklügelt setzt man diese Mischform sehr stattlich in Szene und dabei wirbelt man enorm viel Wind auf.

Nicht unbedeutend weniger Groove bläst man mit „This Is What I Am“ uns hinterher. Dennoch wirkt das Stück allessamt deutlich ungeschliffener und roher. Durch harmonische Erweiterungen begibt man sich oftmals ins etwas gemütlichere Eck, jedoch prescht man stet kraftvoller davon. Ein weiteres Mal erschließt sich einem ein sehr gut durchdachtes Wechselbad der Gefühle.

Wieder zurück in klarere Gefilde kehrt man mit „Fads Away“ zurück. Zwar bietet man uns hierbei deutlich klarer orientiertes Kraftfutter der temporeichen Art, allerdings unterwandert man dies mit etlichen Grooveanleihen. Auch handsamere Erweiterungen sind raus zu hören, was dem Ganzen noch die gewisse Note verleiht. Sehr geschmackvoll aufbereitetes, facettenreiches Stück, das sich wie ein Ohrwurm in die Gehörmuschel einbrennt.

Deutlich verschmutzter, aber weiterhin sehr flott schreitet die skandinavische Formation mit „Inside The Hivs“ voran. Klangmustertechnisch begibt man sich auf ein Neues ins vermischte Eck und dabei jongliert man sehr gekonnt mit beiden produktionstechnischen Erscheinungsbildern. Vermehrt baut man auch hier auf eine gut ausgerichtete Abgehmucke und mit dieser vermag man auch sehr gut zu überzeugen.

Persönlich ist mir „Eyes Of The Moth“ zu kommerziell ausgefallen. Der Start weißt schon darauf hin dass man dabei etwas stärker auf Radiotauglichkeit achtet. Nicht unbedingt mein Fall, denn die weitaus unkommerziellen Tracks wissen deutlich mehr zu überzeugen. Könnte mir aber diesen Song durchaus als Single Auskopplung vorstellen.

Leichter Punk Rock und einen kräftigen Kraftrockschuss hat man „To Hell“ verpasst. Obwohl man sich vermehrt von der abgehenden Seite zeigt, nützt man diese Breaks aus um weitreichend, härter auszuholen.

Wieder ein wenig mehr Breitentauglichkeit ist bei „War Inside“ eingeflossen. Allerdings bewahrt man sich davor zu verstärkt in diese Richtung voranzuschreiten. Somit offeriert man uns ein gut durchdachtes Wechselspiel, mit leichteren Alternative Abrundungen. Sehr schön und kompakt verpackt zündet diese geballte Ladung sehr schön. Ergänzt wird dies noch durch etliche harmonischere Klangmoment, die deutlich lieblicher rüber kommen.

Romantischer und verschmuster lässt man den Silberling mit „Shats Of Grace“ ausklingen. Sehr warmherziger Track der mehr für die Gemütlichkeit gebaut ist. Durch sehr sanftmütige Spielereien schafft man zwar balladeske Stimmung, jedoch ohne dabei zu überzogen zu wirken. Somit kann von einer Kitschgefahr zu keinem Zeitpunkt die Rede sein.

Fazit: Wer sich auf ein Neues ein modernes Rockalbum zulegen möchte liegt mit dieser Truppe vollkommen richtig. Gut wandelt man zwischen den Klangelementen hindurch und vollzieht so einen sehr Langstreich, der vermehrt für die jüngere Rockgeneration geschaffen ist. Live technisch wird die skandinavische Truppe auch baldigst zu sehen sein, nämlich am 22.04.2011 im U4 (Wien), am 23.04.2011 im PPC (Graz) und am 24.04.2011 in Oberösterreich wo der Austragungsort bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt war, wir euch aber auf dem laufenden halten werden.

Tracklist:

01. Dirty Little Secrets
02. In Monochroms
03. Dying Heroes
04. Standing Alone
05. This Is What I Am
06. Fads Away
07. Inside The Hivs
08. Eyes Of The Moth
09. To Hell
10. War Inside
11. Shats Of Grace

Besetzung:

Stiff Hell (bass)
John Hermansen (voc)
John Hermansen, Thomas Piehl (guit)
Jimmy Lindbergh (drums)

Internet:

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Mother Misery @ YouTube

About Robert

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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