Band: Myrath
Titel: Legacy
Label: Nightmare Records
VÖ: 2010
Genre: Progressive Metal
Bewertung: 5/5
Written by: Robert

Die tunesischen Proggies Myrath habe ich durch Aeon Zen kennen und schätzen gelernt. Wirkte doch beim Debüt der Engländer der Frontmann der Tunesier mit. Wie auch immer, zu Beginn des Jahres erblickt nun das nunmehr zweite Lebenszeichen die Welt. Die Scheiblette heißt „Desert Call“ und dem Titel entsprechend verwerken Zaher Zorgatti (voc), Elyes Bouchoucha (keys), Malek BenArbia (guit), Anis Jouini (bass) und Saif Ouhibi (drums) sehr gut Progressive, Power und Melodic Metal mit orientalischer Musik. Durch die satte, kraftvolle Produktion wirkt alles sehr bombastisch und reich haltig ausgeschmückt. Die Cd ist via Nightmare Records erschienen und ist ein Muss für alle Fans des Power Metal mit experimentellen Einschlägen.

Mit Chorgesängen und Getrommel wird der Opener „Forever And A Day“ eingeläutet. Bereits nach den ersten Sekunden wird klar die Herrschaften sind nicht von der leichten, simplen Art. Viele Wechsel und Passagen haben sie sehr glanzvoll zu einem Meisterstück veredelt. Die immer wieder typischen, orientalischen Klänge erweitern den Sound passgenau. Doch auch der Saitenhexer verdingt sich immer wieder durch seien Spielchen die er dem orientalischen Sound anpasst. Der Fronter mit seiner sanftmütigen Stimme weiß auch durch viele Ecken und Kanten auszubrechen. Dadurch erinnert er dermaßen stark an Roy Khan von Kamelot dass es mir ein Grinsen ins Gesicht zaubert.

Deutlich moderner und mit vielen erdigen, als auch verzerrten Spielereien geht es im Programm mit „Tempests Of Sorrows“ weiter. Ebenfalls achtet man hier auf ein durchwegs flottes Tempo und die satten Ausflüge und Seitenhiebe die man uns reichlich präsentieren entführen einen in eine andere Galaxie. Den heimatlichen Roots zollt man ebenfalls mit einigen Attacken Tribut. Diese fügen sich in den melodischen – bombast Power Metal Track sehr gut ein und trotz vieler Wechsel und Breaks bleibt alles überschaubar. Es ist grenzgenial was uns die Tunesier hier vorsetzen und die Rhythmik wühlt heftig auf und man schafft es spielend an und ab einen düsteren Beigeschmack mit zu liefern.

Ein stampfender Progrocker ist nun „Desert Call“ geworden. Das Titelstück ist mit vielen Wechseln im Tempobereich eingespielt worden. Dadurch nimmt man uns auf eine superbe Berg und Talfahrt der Gefühle mit. Mit einem guten Händchen schaffen es die Herrschaften spielend all die Ecken mit Wegweisern auszustatten und mit facettenreichen Ideen alles unter Dach und Fach zu bringen. Da bleibt einem beim Zuhören die Spucke weg. War man noch vorher dabei bestrebt alles etwas härter und knackiger klingen zu lassen, so jongliert man hier weites gehend mit melancholischen – rockenden Elementen.

Mit einem zackigen Bretterriff, gefolgt von Flamenco artigen Soundeinlagen wird uns nun „Madness“ vorgesetzt. Hier wird wieder etwas mehr die Power Metal Ecke aufgesucht und diese wird reich haltig mit vielen bombastischen Arrangements ausgeschmückt. Aus dieser startet man einige herbe, messerscharfe Attacken, dennoch man kehrt immer wieder auf die theatralische Ecke zurück. Erneut beweist man das Händchen für gute Einsätze und Einspielungen, denn man wird durch nichts erschlagen oder gar überfordert.

Sehr speedig und schretternd läutet man nun „Silent Cries“ ein. Ein balladeskes Tastenspiel und viele Trommeleinlagen aus dem arabischen Raum sind hier der große Angriff im progressiven Stil. Auf ruhige, sanfte Pfade hievt man uns immer wieder, gibt uns aber nach einem längeren ruhigeren Einsatz wieder einen tritt um uns zum Abgehen zu animieren. Glänzendes Wechselbad der Gefühle welches man uns hier zum alltäglichen Menü vorsetzt.

„Memories“ kommt mit folkigen Streicher und Flöteneinsätzen im balladesken Soundschiff daher geschippert. Durchwegs behält man die ruhige Fahrt bei und versüßt uns das Hören mit sanften Klängen und da passt der tolle Gesang des Fronters sehr gut. Nicht ein kitschiger Einsatz wird verwurstet, somit schafft man es locker weiter das Interesse zu wecken bzw. aufrecht zu erhalten.

Ein Tritt ins Hinterteil ist nun der Song „Ironic Destiny“ mit einem speedigen, atemberaubenden Tempo agiert die Formation hier und verschafft uns so einen Bangertrack zu dem man nicht anders kann als die Rübe durchzuschütteln bis große Nackenschmerzen einsetzen. Die zusätzlich gelieferten Bobmastschübe steigern nur noch das Abgehen und auch das Tempo wird quer durch die Palette dominant im Hochgeschwindigkeitsrausch durch die Boxen gejagt. Nur kleinere Breaks dienen als Ablöse, die ist aber nur von kurzer Dauer und schon agiert man wieder im bretternden Spiel.

Auch der Nachleger „No Turning Back“ ist sehr flott eingespielt worden. Dennoch um Nuancen hat man die Bremse gedrückt und ackert hier weites gehend im melodischen Bereich. Dieser wird ebenfalls mit viel Pomp ausgeschmückt, ohne jedoch dabei den Bogen zu überspannen. Auch hier kann man sehr gut zu den Klängen abgehen, wenn auch viele Genießer Passagen eingearbeitet wurden.

„Empty World“ ist eine deutlich erdigere, dreckigere Weiterführung und man zockt hier wesentlich progressiver und durchsetz die Nummer mit vielen Soundeinlagen aus dem arabischen Raum. Auch der Gesang des Fronters passt sich hier dem Spiel superb an und spielend schafft man es ein metallisches Soundmärchen aus 1001 Nacht zu schaffen.

Die Nachfolgenummer „Shockwave“ ist hier wieder eine Kurskorrektur von 180 Grad und das Programm wird hier mit etwas Power Metal lastiger weiter vollzogen. Auch einige, gemütlichere Rockeinlagen lässt man freien Spielraum. Durchwegs verbleibt man aber im stampfenden Power Metal Bereich und verzichtet fast vollkommen auf Spielereien, als auch Soundexperimente.

Eine düstere Schiene sucht man mit dem abschließenden „Hard Time Master“ auf. Durchwegs schwarze Soundgewässer werden durchsegelt und das Tempo wird hier wieder öfters mit einer Nachjustierung umgekrempelt. Zum Schluss werden noch einmal alle Einflüsse und Soundfragmente ins abschließende Gefecht geworden und dadurch verabschiedet man sich sehr monumental von uns.

Fazit: Fassungslos was uns hier geboten wird. Einfach geil und mit Oprhaned Land die zweite Band in diesem Jahr die uns mit Landestypischen Sounds und progressiven Klängen aller Arten und Facetten eine Oper kredenzen die seinesgleichen sucht.

Tracklist:

01. Forever And A Day 05:41
02. Tempests Of Sorrows 04:43
03. Desert Call 07:01
04. Madness 06:18
05. Silent Cries 10:45
06. Memories 04:54
07. Ironic Destiny 05:45
08. No Turning Back 05:38
09. Empty World 07:06
10. Shockwave 07:16
11. Hard Time Master 08:02

Besetzung:

Zaher Zorgatti (voc)
Elyes Bouchoucha (keys)
Malek BenArbia (guit)
Anis Jouini (bass)
Saif Ouhibi (drums)

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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