Tracklist
01. Wolves Assemble
02. Reduced to Ashes
03. The Last Testimony
04. Riot
05. Post Human (feat. Ol Drake)
Besetzung
Eric Walzer – bass & vocals
Aurélien Gonzalez – rhythm & lead guitars
Fabrice Goddi – drums
Wenn sich drei Musiker treffen, um klassischen Thrash-Metal auf die Bühne zu bringen, kann schnell etwas Echtes entstehen. DEATHRAW beweisen mit ihrem zweiten Album »Reduced to Ashes«, dass sie nicht allein in die Fußstapfen der alten Helden treten wollen, sondern eigene Spuren hinterlassen. Mit Eric Walzer am Bass und den Vocals, Aurélien Gonzalez an den Gitarren und Fabrice Goddi am Schlagzeug bringt die Band eine Dreierkraft auf die Platte, die tight, aggressiv und ungestüm klingt. Besonders das Gastspiel von Ol Drake bei »Post Human« zeigt, dass die Band ihre Reichweite kennt und gerne neue Impulse aufnimmt.
Auftakt mit Biss
Der Einstieg mit »Wolves Assemble« ist ein Statement. Rasende Drums, wütende Gitarrenriffs und eine Basslinie, die wie ein Vorschlaghammer durch die Gehörgänge donnert, setzen den Ton für das Album. Eric Walzers Stimme wirkt rau und direkt, ohne überproduziert zu sein. Thrash-Metal lebt von Intensität, und dieses Stück liefert sie in purer Form. Die Geschwindigkeit der Gitarrenarbeit von Gonzalez erinnert an die frühen Klassiker der 80er, ohne jedoch altbacken zu klingen. Der Track funktioniert als Einführung, die sofort klarstellt: DEATHRAW sind hier, um Thrash zu zelebrieren, nicht um ihn zu imitieren.
Titeltrack mit Nachdruck
Mit dem Titeltrack wird das Tempo beibehalten, im Kontrast hierzu zeigt die Komposition mehr Facetten. Die Strophen sind aggressiv, die Refrains eingängig, ohne den Druck zu verlieren. Besonders auffällig ist die Balance zwischen präziser Technik und roher Energie. Man hört sofort, dass die Band ihre Instrumente beherrscht. Schlagzeuger Fabrice Goddi sorgt mit Breaks und Double-Bass-Passagen für permanente Spannung, während Gonzalez‘ Soli zwischen Melodie und purer Attacke pendeln. Die Produktion unterstützt das, ohne den Sound zu steril wirken zu lassen: Man hört jede Nuance, fühlt die Schläge auf den Bass, spürt die Gitarrenriffs.
Atmosphäre und Storytelling
»The Last Testimony« zeigt, dass DEATHRAW daneben narrative Tiefe erreichen können. Der Song wirkt wie eine kurze Geschichte, musikalisch aufgebaut in Spannungsbögen, die den Zuhörer durch Wendungen führen. Walzers Vocals schaffen es, eine bedrückende Atmosphäre zu transportieren, während die Gitarren immer wieder kleine, fast melodische Momente einstreuen. Thrash-Metal wird hier nicht bloß als technische Leistung präsentiert, sondern als Ausdrucksmittel. Die Mischung aus Geschwindigkeit, Härte und struktureller Dynamik macht den Song zu einem der Höhepunkte des Albums.
Aggression pur
Mit »Riot« kippt die Stimmung in die rohe, ungezügelte Wut. Der Track ist schneller, direkter und unverblümter als die vorherigen Stücke. Es ist ein klassischer Thrash-Stampfer, bei dem die Band keinerlei Rücksicht auf sanfte Übergänge nimmt. Walzers Stimme treibt die Aggression voran, während die Gitarren in rasender Präzision arbeiten. Hier zeigt sich die rohe Energie, die DEATHRAW auszeichnet: kein Firlefanz, kein Ballast, uneingeschränkt purer Thrash-Metal. Der Song wirkt wie ein Weckruf für alle Fans, die sich die Energie von Live-Auftritten zurück ins Wohnzimmer holen wollen.
Das abschließende »Post Human« bringt ein besonderes Element: ein Gastsolo von Ol Drake, bekannt von EVILE. Sein Spiel fügt dem Song eine zusätzliche Schärfe hinzu und setzt einen Höhepunkt im Album. Der Track kombiniert klassische Thrash-Strukturen mit moderner Aggression, die durch Drake noch verstärkt wird. Die Band zeigt hier, dass sie nicht nur in sich stimmig ist, sondern desgleichen Kooperationen sinnvoll einsetzt, um Akzente zu setzen. Das Ergebnis ist ein Finale, das nachhallt und Lust auf mehr Live-Shows macht.
Thrash-Metal mit Eigenständigkeit
»Reduced to Ashes« ist kein Album, das den Thrash neu erfindet, aber es ist eines, das den Kern dessen trifft, was Thrash-Metal ausmacht: Geschwindigkeit, Aggression, technische Präzision und ein ungebremster Wille, Eindruck zu hinterlassen. DEATHRAW gelingt es, ihre eigene Stimme zu entwickeln, ohne altmodisch oder kopiert zu wirken. Die Gastbeteiligung von Ol Drake setzt Akzente, die die Platte abrunden, während jeder Song klar strukturiert ist und seine eigene Energie entfaltet.
Für Fans des Genres ist das Album eine klare Empfehlung. Vier von fünf Sternen spiegeln die solide Umsetzung, die technische Versiertheit und die spürbare Leidenschaft wider, die in jedem Track steckt. DEATHRAW ist auf dem besten Weg, sich in der europäischen Thrash-Szene einen Namen zu machen, und »Reduced to Ashes« ist der Beweis dafür, dass die Band sowohl Klassiker im Geiste als auch moderne Thrash-Power beherrscht.
Fazit: DEATHRAW haben mit »Reduced to Ashes« ein solides Album vorgelegt, das die Essenz des Thrash-Metal einfängt und gleichzeitig neue Akzente setzt.

