Tracklist
01. Scent Of Blood
02. Let The Chaos Unfold
03. Prayers Of Fire
04. It’s All Just Dirt
05. When Destruction Calls
06. Contagious
07. A New Dawn
08. My Decay
09. Riding The Haze
10. The Fallen
11. A Sky Full Of Fading Stars
Besetzung
Sanne Karlsson – vocals
Ellinor Andersson – bass
Emil Andersson – guitar/vocals
Adi Selimic – guitar
Dennis Åhman – drums
Die schwedische Heavy-Rock-Band ELECTRIC HYDRA meldet sich nach längerer Pause zurück. Mit »From The Fallen« präsentieren Sanne Karlsson (Vocals), Ellinor Andersson (Bass), Emil Andersson (Gitarre/Vocals), Adi Selimic (Gitarre) und Dennis Åhman (Drums) ein Album, das zwischen klassischem Hardrock, modernem Heavy-Rock und gelegentlichen Metal-Einschlägen oszilliert. Elf Songs nehmen den Hörer mit auf eine Reise durch Chaos, Wut, Melancholie und gelegentliche Hoffnungsschimmer.
Roh, direkt, energiegeladen
Das Album eröffnet mit »Scent Of Blood«, einem Track, der sofort die Härte und Aggression der Band spürbar macht. Treibende Gitarrenriffs, ein kraftvolles Schlagzeug und Sanne Karlssons klare, indessen raue Stimme legen die Marschrichtung fest: ELECTRIC HYDRA scheuen sich nicht vor Direktheit. Der Song wirkt wie ein Statement, ein „Hier sind wir, und wir lassen keinen Zweifel“.
»Let The Chaos Unfold« steigert die Dynamik weiter. Emil Anderssons Gitarrenarbeit sticht hier besonders heraus: melodische Soli treffen auf wuchtige Powerchords, die Basslinien von Ellinor Andersson sorgen für einen konstanten Puls. Der Song zeigt, dass die Band sowohl in komplexen Arrangements als desgleichen in roher Energie zu Hause ist.
Zwischen Feuer und Melancholie
Mit »Prayers Of Fire« wechselt das Album die Tonlage. Die Drums von Dennis Åhman treiben den Song, während Keyboard-ähnliche Gitarrenflächen Atmosphäre erzeugen. Karlssons Stimme wirkt hier fast fragil, gleichzeitig aber getragen von einer Intensität, die das Stück trägt. »It’s All Just Dirt« bringt eine angenähert schon düstere, bedrückende Stimmung. Der Track ist langsamer, wuchtiger, im Kontrast hierzu keineswegs monoton. Man merkt, dass ELECTRIC HYDRA nicht nur Lärm erzeugen will, sondern Emotion transportiert.
»When Destruction Calls« greift das Tempo abermals auf. Aggressive Riffs treffen auf eingängige Refrains, die dem Hörer sofort im Ohr bleiben. Besonders die Harmonien zwischen den beiden Gitarren von Emil Andersson und Adi Selimic sind bemerkenswert und verleihen dem Track Tiefe, ohne die rohe Energie zu brechen.
Experimentierfreude und Vielfalt
Mit »Contagious« zeigt die Band ihre experimentelle Seite. Der Song arbeitet mit rhythmischen Brüchen, überraschenden Tempowechseln und einer prägnanten Basslinie, die beständig wieder die Führung übernimmt. Man merkt, dass ELECTRIC HYDRA kein starres Genre-Regelwerk akzeptiert, sondern Elemente aus verschiedenen Richtungen zusammenbringt.
»A New Dawn« dagegen ist ein melodischer Lichtblick auf dem Album. Sanne Karlssons Gesang trägt den Song mit viel Gefühl, unterstützt von einem Gitarrenspiel, das sowohl warm sowie energiegeladen wirkt. Dieser Track ist ein Moment der Verschnaufpause, ohne dass die Spannung verloren geht.
»My Decay« führt zurück in härtere Gefilde. Das Schlagzeug sticht hervor, die Gitarren arbeiten im Dualmodus, und die Vocals wechseln zwischen aggressiven Passagen und melodischen Hooks. Die Songstruktur ist komplexer, im Gegensatz hierzu immer nachvollziehbar, sodass die Härte nie um der Härte willen erscheint.
Atmosphärische Höhepunkte
Mit »Riding The Haze« und »The Fallen« zeigt das Album, dass ELECTRIC HYDRA atmosphärische Dichte genauso gut beherrschen wie rohe Kraft. »Riding The Haze« ist approximativ psychedelisch in seiner Gitarrenarbeit, während »The Fallen« eine Mischung aus hymnischem Refrain und düsterem Grundton bietet. Beide Tracks heben die Band von reinen Heavy-Rock-Klischees ab.
Den Abschluss bildet »A Sky Full Of Fading Stars«, ein Song, der Melancholie und Epik vereint. Langsam aufbauende Gitarren und ein getragenes Schlagzeug schaffen eine emotionale Breite, die das Album würdig abschließt. Karlssons Stimme wirkt hier angelegentlich verletzlich, ohne die Stärke der Band zu mindern.
Stark, hingegen nicht fehlerfrei
»From The Fallen« ist ein Album, das sowohl Fans von klassischem Heavy Rock als auch Hörer, die moderne Einflüsse schätzen, ansprechen wird. Die Produktion ist klar, jede Instrumentenschicht kann nachvollzogen werden, und die Songstruktur zeigt eine gute Balance zwischen Komplexität und Eingängigkeit. Die Band weiß, wann sie Aggression einsetzen und wann sie Atmosphäre erzeugen muss.
Trotz der vielen Stärken fällt auf, dass einige Tracks an Routine leiden und nicht anhaltend die nötige Einzigartigkeit besitzen. Songs wie »It’s All Just Dirt« und »When Destruction Calls« wirken teilweise austauschbar gegenüber den experimentierteren Momenten wie »Contagious« oder »Riding The Haze«. Dennoch zeigt ELECTRIC HYDRA, dass sie ein Gespür für Dynamik, Emotion und Songwriting besitzen.
Insgesamt verdient »From The Fallen« eine Bewertung von 3,5 von 5. Starkes Handwerk, vereinzelte Highlights und die solide Performance aller Bandmitglieder machen das Album hörenswert, wenngleich es noch Luft nach oben gibt. Für Fans der härteren, melodischen Rockrichtung ist es ein gelungener Ausflug in die Klangwelt einer Band, die sowohl Tradition als überdies Modernität zu verbinden versucht.
Fazit: Mit »From The Fallen« liefern ELECTRIC HYDRA ein solides Album ab, das sowohl Härte als gleichermaßen Gefühl transportiert.

