Band: OPERATION MINDCRIME
Titel: The Key
Label: Frontiers Music SRL
VÖ: 18.09.15
Genre: Alternative Metal, Progressive Metal
Bewertung: 3,5/5
Written by: Thorsten

Ehrlich, ich bin inzwischen ein bisschen überfordert mit dem, was rund um die Namen Queensryche / Geoff Tate / Operation Mindcrime passiert, nicht passiert, geredet wird…

Harte Fakten:
Unter dem gemeinsamen Banner Queensryche schuf Geoff Tate mit seinen Kollegen in den End-80ern Meisterwerke, gar Meilensteine des progressiven und melodischen Metals.

In den End-90ern flachte die Klasse und das Niveau der Alben extrem ab…einige einzelne Songs ließen mal durchblicken, das hier doch Giganten des Songwritings am Werk sein müssten, doch es kam, wie es kommen musste:
Trennung, Solo-Alben, hässliche öffentliche Streits und erst seit kurzem die Klärung von einem Gericht, welche Musiker denn nun weiterhin unter dem Queensryche-Banner weitermachen dürfen.

Dumme und überflüssige Geschichte, besonders wenn man jetzt liest, das Geoff Tate sowieso lieber seiner musikalische Linie (Alternative Progressive Rock & Metal) folgt, die eigentlich durch den „Alternative-Schlag“ nicht viel mit den Queensryche zu tun hat, wie man sie eigentlich aus der Bandhistorie kennt, sieht man mal von den letzten gemeinsamen Werken ab!

Während die jetzige Queensryche Truppe ein aktuelles Album vorgelegt hat, was auch nicht an die damalige Klasse reicht, aber wenigstens rotfadig rockt und den Hörer packt, beschloss Mr. Tate unter dem neuen Banner OPERATION MINDCRIME das Album „The Key“ zu veröffentlichen.

Die musikalische Aushilfe auf diesem Album liest sich wie das „Who Is Who“ der Szene und lässt darauf schließen, das ich den eigentlichen Bandsinn hinter OPERATION MINDCRIME verwerfen kann, denn es sieht so aus, als wäre das jetzt doch nur wieder Geoff & Friends!

Egal, wenn wenigstens die Songs stimmen…
Ich persönlich halte Geoff Tate für einen begnadeten Sänger, dessen Stimme wohl ewig mit Klassikern wie „Jet City Woman“, „Empire“, Silent Lucidity“, „Revolution Calling“, Anarchy X“, „Spreading The Disease“, „Suite Sister Mary“,…und und und…in Verbindung gebracht wird, sich aber auch daran messen lassen muss, auch wenn der Co-Writer Chris DeGarmo hieß und die Band bereits in den frühen 90ern verließ!

Als er vor einigen Jahren seine Fans mit den noch alternativeren Sologängen verschrak, die eher konzeptlos vor sich hin rumpelten, wollte er ja nun etwas starten, was wieder etwas mehr „back to the roots“ gehen sollte, aber auch gleich ankündigte, dass es eine Album-Trilogie werden soll…
Das kotzt mich jetzt schon an…

Warum? Was passiert, wenn der gute von seinem eigenen Wein die Stimme verliert, was ich ja absolut nicht hoffe…aber wer wird die unvollendeten weitersingen? Oder gar zu Ende schreiben?

Und muss ich mir jetzt die Alben nach und nach kaufen, um ein halbes Jahr nach der 3.VÖ nochmal eine fette Sammlerbox kaufen zu müssen, damit ich auch die eventuell draufgepackten Bonussongs und Bonus-DVD´s habe?

Ok, nicht mehr weiter drüber nachgedacht und mit zittrigen Fingern die Play-Taste gedrückt, und was dann geschah…
…war leider der beinahe selbe Ablauf, wie er auch auf den letzten gemeinsamen Queensryche Alben passierte!

Keine schlechten, aber auch keine guten Songs rumpelten gut produziert durch die heiligen Hallen des Totti, verpackt in einem metallisch-progressiven Alternative-Gewand, wie er es schlechter auf seinen Sologängen bereits zeigte.

Eher ruhig, selten reisserisch, macht mir der Barde ansatzweise Spaß, doch spätestens nach dem 3.Durchlauf über´m Kopfhörer fällt auf, dass die Songs auch wieder ohne sichtlichen roten Faden auf´s Album geknallt wurden und deshalb hier und da wie sperrige Fremdkörper wirken. Eingängig ist anders und das Progressivität auch eingängig sein kann, hat der Meister vor Jahrzehnten bewiesen.

Ich habe auch keinen Bock andauernd nach hinten zu schauen und zu vergleichen, denn grundsätzlich habe ich mich auf ein Album eines verdammt guten Sängers gefreut, der mal ursprünglich Musik machte, die mir und Millionen anderen Zuhörern gefallen hat. Man muss auch auch nicht allen gefallen und sich den Geschmäckern anpassen um weiterhin Erfolg zu haben, man soll sich auch entwickeln können, das steht ja alles auch gar nicht zur Debatte;

Aber wie die Alben zuvor, wirkt auch „The Key“ wie ein Schnellschuss“, der vielleicht von einem richtig guten Produzenten unter die Lupe hätte genommen werden müssen, der dem guten Geoff auch mal sagen kann:
„Alder, das klingt Mist, mach das doch mal anders“…usw.!

Mr. Tate wirkt, als wäre er noch auf der Suche nach sich selbst, auf der Suche nach dem richtigen Sound für sich, was er machen will oder soll…

„The Key“ ist ein besseres Album als das, was in den letzten Jahren mit ihm an Bord veröffentlicht wurde, das kann ich dem Sänger problemlos zugestehen denn auch ich schaue gern über den Tellerrand und bin offen für nicht allzugewöhnliche Sounds, die bis in ganz fiese Bereiche gehen!
Das Album ist kreativer ausgefallen, also kann man ja doch von einem Schritt in die richtige Richtung sprechen. Wenn es jetzt noch dauerhaft haltbare Songs gibt, die nicht nach dem 3.-4. Durchgang bereits anfangen zu langweilen, dann würde mir der Mann ´ne echte Freude machen!

Aber letztendlich hat das Songmaterial überhaupt nichts mit dem zu tun, worauf der wohl sehr schlecht gewählte, übergroße Bandnamen hinweist: Das ist (immer noch) keine gewohnte Klasse, auf die der Sänger so gern hinweist..Aus Zeiten, als er MIT C. DeGarmo die wahren Bandklassiker und Highlights schuf…!

Es ist aus meiner Sicht nicht wirklich ein direkter Vergleich zum aktuellen Werk seiner „Ex-Kollegen“ möglich, denn die lassen es ordentlich krachen, während hier ganz andere Kost geboten wird.

Mit der Tatsache sollte sich auch Geoff langsam abfinden und nicht zig befreundete Musiker ins Haus holen sondern mit ´ner gestandenen Band und wie bereits erwähnt, mit ´nem fetten Produzenten an den (Neu-)Start gehen; Das würde mehr Sinn, mehr Hörspaß, mehr Nachhal(l)tigkeit und mehr Punkte bringen.

Ich habe das Album jetzt gute 10x gehört, und nicht einen Song gefunden, den ich mir auf einen meiner Autosampler drücken würde. Und aus dem Regal werde ich das Stück zum Hören bestimmt auch nicht mehr rausziehen, denn die Halbwertzeit der Songs ist wirklich erschreckend niedrig, obwohl wirklich viele gute Ansätze und Einsätze auszumachen sind.

Bei aller Fan-Liebe, mehr als 3,5 von 5 Punkte kann ich echt nicht raus tun…

Tracklist:

01. Choices
02. Burn
03. Re-Inventing The Future
04. Ready To Fly
05. Discussions In A Smoke Filled Room
06. Life Or Death
07. The Stranger
08. Hearing Voices
09. On Queue
10. An Ambush Of Sadness
11. Kicking In The Door
12. The Fall

Besetzung:

Geoff Tate (voc)
Kelly Gray (guit & voc)
Scott Moughton (guit & voc)
Dave Ellefson (vass)
John Moyer (bass)
Mark Daily (voc)
Randy Gane (keys)
Simon Wright (drums)
Scott Mercado (drums)
Brian Tichy (drums)

Internet:

OPERATION MINDCRIME Website

OPERATION MINDCRIME @ Facebook

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