Band: Painted Black
Titel: Cold Comfort
Label: Ethereal Sound Works
VÖ: 2010
Genre: Gothic/Doom Metal
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Das Debüt „Cold Comfort“ stammt eigentlich aus dem Vorjahr, wurde aber via Etheral Sound Works noch einmal released. Ist auch gut so, denn die portugiesischen Gothic Metaller kennt wohl hierzulande niemand. Auch meine Wenigkeit konnte mit dem Namen der Formation und ihrem letztjährigen Werk nicht viel anfangen. Völlig zu Unrecht, denn die Truppe vermag durch ihr Debüt ordentlich, wankelmütiges Klangfutter zu bieten und das sollte sich der geneigte Genre Fan nicht entgehen lassen. Ihre Kollegen von Moonspell haben die Messlatte sehr hoch gelegt, doch nicht minder können ihnen diese Jungs folgen. Dabei wandeln die Herrschaften auf deutlich progressiveren Pfaden und bereichern die Soundpalette mit klanglich raffiniert in Szene gesetzten Komplettierungen. Deutlich harscher und unbändiger wirkt alles zusammen gefügt und dabei können auch Freunde des härteren Musikstils etwas für sich entdecken.

Den ersten Streich legt man mit „Via Dolorosa“ besonders verspielt hin. Zwischen tiefgründigen Gothic Klangexperimenten, langanhaltenden Melodien und barschen, ja fast schon Death lastigen Soundzügen wird hier Scheibchenweise geboten. Dabei offeriert man das Ganze in mehreren, deutlich druckvolleren Phasen. Lediglich in den Gothic Passagen gibt man sich etwas dezenter, trauriger, aber auch streckenweise idyllischer. Gute Mischform bei der man zwar komplexe Strukturen aufweist, diese aber äußerst gelungen zusammenführt.

Sehr hymnisch, ja fast schon fröhlich bringt man „Shadow Bound“ zum Anlaufen. Das sehr idyllisch ausgerichtete Spiel in der Fortsetzung ist sehr melancholisch und amtlich traurig ausgefallen. Dabei zieht man in ein dunkles Eck. Solche schmucken, gefühlvollen Nummern machen einfach Spaß, denn sie passen wie die Faust aufs Auge bei Alltagssituationen wo es einem richtig beschissen geht.

Noch um Ecken melancholischer wird bei „The End Of Tides“ weiter gemacht. Der sehr warmherzige Beginn lässt auf eine traurige Liebesnummer tippen. Dieses Gefühl behält man auch bei, auch wenn man deutlich durchgreifender an und ab in die Saiten greift. Vorherrschend ist einfach der dunkle – tiefbetrübliche Sound. Dieser wird gelungen mit härteren Schritten der durchgreifenden Art in manchen Passagen abgelöst und dabei offeriert man uns sein breites, experimentelles Können.

Deutlich klarer wird „Absent Heart“ begonnen. Man bleibt zwar auf der traurigen Linie, wirkt aber wesentlich mehr im clear Bereich orientiert. Die dunkle Linie mit der man hierbei die Soundlandschaft durchpflügt ist eine Hymne in Sachen tiefgründiger Gothic Musik. Dabei kann man die Seele wieder so richtig gehend baumeln lassen. Solche Art der Gefühlsmusik ist einfach unglaublich und wurde von den Portugiesen gut aufgegriffen und in Szene gesetzt.

Vom Klang und Erscheinungsbild nicht unähnlich wird nun „Cold Comfort (Release)“ der nächste Streich nachgelegt. Dabei wirkt man ungemein beruhigender, doch das nur zu Beginn, denn nach der ruhigeren Einleitung preschen die Jungs äußerst kraftvoll und das sogar mit leicht Death/Thrash lastigen Zügen daher. Diese kompakte Abgehnummer passt gut und dient als ordentlicher Muntermacher, denn durch die Vorgänger hat man uns runter gezogen und durch diese wird man richtig gehend wach gerüttelt.

Auch „Winter (Storm)“ ist eine sehr flotte Nummer, bei der man sich zwar nicht sehr hart präsentiert, aber mit einer sehr flockig – rockenden Breitseite. Außerdem hievt man uns immer wieder sachter und das mit langanhaltenden Nachwehen in einen wankelmütigen Bereich, bevor die Burschen wieder mächtiger aus der Presche springen und abgehen wie eine Dampflok auf voller Fahrt. Diese steten Druck und Bremseinlagen wurden gleichberechtigt in Szene gesetzt und so erschließt sich einem hierbei eine sehr Abwechslungsreiche Nummer.

Zäher und roher wird ein leichter Doom Eingang bei „The Rain In June (Out Of Season)“ geboten. Sofort werden aber nach der Einleitung alle Schrauben in Bewegung gesetzt und somit drängt man wieder in komplett andere Gefilde. Komplex und äußerst progressive wandelt man hier die Soundgestade entlang. Mit mehreren Seitenschritten gelangt man mal mehr, mal weniger in den härteren Bereich.

Den Schlussstrich zieht man nun mit „Inevitability“, welches deutlich monumentaler in Szene gesetzt wurde. Die längere Spielzeit die man hier einberechnet hat, nützt man wirklich bis zur letzten Zehntelsekunde. Man zieht hierbei alle Register und serviert uns reichhaltige, teils stärker in Szene gesetzte progressive Gothic Klangkunst. Dabei vergisst man auch nicht auf den an und aber stärker durchsickernden Härtegrad. Unglaublich wie durchdachte, weitläufige Songs schnell vorüber sein können. Denn die lange Spielzeit hängt man wie am Tropf und saugt alles in sich auf. Stimmungsmusik der experimentellen Art die man sich gönnen sollte.

Fazit: Zwischen Gothic und Progressive Liebhabern wird das Klientel ordentlich bedient und man offeriert hierbei ein sehr farbenprächtiges Album, welches eindeutig mehr für Musikliebhaber und Genießer geschaffen ist, denn es ist einfach Fakt das man für solche Machwerke sich viel Zeit nehmen sollte. Dabei wird einem nach dem zweiten, dritten Durchlauf eines ganz klar, man entdeckt immer wieder was Neues.

Tracklist:

01. I’m Going In 03:16
02. Monkey Business 04:05
03. Follow Me 04:16
04. Have a Drink On Me 03:53
05. Don’t Care 02:42
06. Reach Out (And Regret) 03:55
07. Generation X 04:18
08. No One Knows 03:50
09. Live Fast – Die Young 03:42
10. Not Your Kind 04:10
11. Feed Us 04:14

Besetzung:

Antonio Durães (bass)
Luís Fazendeiro (guit)
Daniel Lucas (voc)
Miguel Matos (guit)
Rui Matos (drums)
Bruno Aleixo (keys)

Internet:

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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