Band: Quicksand Dream
Titel: Aelin: A Story About Destiny
Label: High Roller Records
VÖ: 2010
Genre: Epic Heavy Metal
Bewertung: 3/5
Written by: Robert

Heute haben wir einmal mehr wieder einen Gustohappen für alle Old School Fans in der Szene. Die Schweden Quicksand Dream legen ihr 2000 in Eigenregie veröffentlichtes Album „Aelin: A Story About Destiny“ via High Roller Records noch einmal nach. Nordisch getränkter Stahl der an alte Glanztage des epischen Doom/Heavy Metal a la Manilla Road erwartet den Hörer. Hymnische Klänge treffen auf 80er getränkten Stahl und beim Lesen dieser Trademarks wird Traditionalisten schon jetzt das Wasser im Munde zusammen laufen. Geschrumpft ist die Truppe nun auf ein Duo, Göran Jacobson (voc) und Patrick Backlund (alls instruments) haben hier noch einmal Hand angelegt und sich nur für die Keyboardpassagen Henrik Flyman eingeladen.

Sehr düster wird die Einleitung des Konzeptalbums mit dem „Prologue“ fabriziert. Gleich vorneweg schallen sehr dunkle Klänge aus den Boxen, die gleich im Anschluss durch sägende Riffs und Solieinlagen der etwas nordischeren Art abgelöst werden. Sehr verhalten präsentiert man sich hier zum Einklang des Albums. Auch vielerlei, fast schon Pagan lastige Elemente hat man ganz leicht mit eingearbeitet was natürlich den hymnischen Faktor binnen Sekunden nach oben schnellen lässt. Trotz der eher schleppenden Rhythmik kann man aber ordentlich aufwühlen, was an der sehr geilen Soundmischung zwischen klar und rotzig versetzt liegt. Mit viel detailgetreuer Arbeit haben sie es spielend geschafft gleich zu Beginn einen sehr festlichen Track zu stellen. Freunde von Manilla Road wird es freuen, denn das ist genau ihre Schnittmenge.

Weiter geht es gleich mit „A Child Was Born“ ohne Schnick/Schnack. Sägender, deutlich flotterer Song der etwas shakiger rüber kommt. Einzig alleine hat man die Vocals klar aufs Album gepresst, die Rhythmusfraktion röhrt und sägt weiterhin sehr rotzig und dreckig durch die Speaker. Superbes Mischverhältnis das viel Flair zaubert. Weiterhin baut die Truppe auf ein gut durchdachtes Gebräu aus Rock/Metal des 80ers, welches man erneut mit vielen pastoralen Klängen versetzt hat die einmal mehr viel Feeling aufkommen lassen. Heutzutage auch nicht mehr ganz so üblich das sich eine Truppe an solch eine Art der Musik wagt.

Klare Rhythmik läutet nun „House Of Wisdom“ ein. Schöner doomig getränkter Stahl steht hier zuerst einmal am Programm. Dennoch gibt man hier noch einige Kohleschippen hinzu um sich ganz leicht aus diesem Gewässer zu entfernen. Weiterhin baut man aber auf dieses Element, welches kurzerhand etwas flotter eingespielt wurde. Eine durchwegs stampfende Rhythmusfraktion ist hier am Werken, diese wird nur durch ganz kleine melodische, als auch dramatische Erweiterungen ergänzt bzw. kurz unterbrochen.

„Caress Of The Breeze“ ist nun ein richtiger Gemütsausbruch und kommt mit einem salopperen Tempo daher. Rusty Steel steht auch hier am Speiseplan, doch dieser wird oftmals sehr klar durchsetzt. Doch der schroffe Sound hat hier schlussendlich dennoch das Sagen und damit bewahrt man sich das Flair mit dem die Schweden hier ihre Messe abhalten.

Im Anschluss wird bei „Road Goes Ever On“ die Bremse wieder fest angezogen. Sehr doomige Klänge stehen zu Beginn an. Doch lange verweilt man auch hier nicht in der wehmütigen Ecke und so bricht man etwas kantiger durch. Letztendendes landet man wie beim Vorgänger in einer sehr temporeichen Spieltechnik, die man adrett mit vielen Ergänzungen und scharfen Ecken und Kanten unterwandert. Im Gegensatz zum Vorgänger findet man aber hier öfters wieder in doomigere Gewässer länger zurück.

„The Lighthouse Dream“ wurde nun in 6 Parts aufgeteilt. Mit den Teilen a) Fading Away, b) On The Shore, c) A Sunny Day, d) Over The Sea, e) Awakening und f) Home Again setzt man nacheinander zum Angriff an. Beim Beginn wird uns zum ersten Mal ein kompletter, klarer Soundklang geboten und dieser kommt sehr verträumt rüber. Auf dieses geschaffene Klangbild baut man auf und steuert hier sehr dramatische Gewässer an. Gute Stimmung fabriziert man mit diesem Einfluss und das weiß zu gefallen. Ganz sachte wird im Anschluss nachjustiert und gleich danach wartet man mit etwas doomigeren Tönen auf, die sehr dreckig rüber kommen. Immer wieder wagt man einen Schritt zurück und bremst dabei natürlich auch das Tempo merklich ab. Ein wahres Doom Pathosstück wird uns hier serviert und das ist eine Hymne die man heutzutage nur mehr wahrlich selten findet.

Das abschließende „Aelin’s Oath“ wurde in die Parts a) The Light Appeared und b) Epilogue aufgeteilt. Erst einmal schafft man mit einem schwarzen, fast schon melancholischen Klang ein wankelmütiges Seelenbild das man hier gekonnt musikalisch wiederspielgelt. Diesem Tempo frönt man deutlich länger und das zieht ordentlich runter. Wer auf solche Gefühlslagen steht, der bekommt hier die Vollbedienung. Nach gut zwei Minuten startet man die Motoren recht kräftig und länger und gibt dabei wirklich ordentlich Gas. Ein richtiger Wachmacher, nach der vorangegangenen rhythmischen Untermalung. Dieses Konzept behält man bei und bremst zwar oftmals ab, dies tut man allerdings immer nur ganz kurz.

Fazit: Freunde des nordischen Dooms wird es freuen. Dennoch können nur diese mit dem Material etwas anfangen. Anderen Fans kann man das Album leider nicht empfehlen. Wer allerdings auf Sachen wie Manilla Road und Bathory steht wird durchwegs Gefallen an dem Machwerk finden.

Tracklist:

01. Prologue 3:20
02. A Child Was Born 4:41
03. House Of Wisdom 5:39
04. Caress Of The Breeze 5:15
05. Road Goes Ever On 6:38
06. The Lighthouse Dream 15:59
07. Aelin’s Oath 9:29

Besetzung:

Göran Jacobson (voc)
Patrick Backlund (alls instruments)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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