Band: Saltatio Mortis
Titel: Sturm aufs Paradies
Label: Napalm Records
VÖ: 2011
Genre: Folk/Epic/Gothic Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Wenn ein Folk/Mittelalter Fan sagt ich kenne Saltatio Mortis nicht, tja dieser Schelm wird für diese Schandtat mit der Steinigung bestraft. Es ist wirklich so, denn um die deutschen Barden kommt man als Fan dieser Richtung einfach nicht drum herum. Selbst Live bestechen die Mittelalter Rock/Metaller dermaßen das man Schweiß gebadet (selbst schon am Leib mitten im Dezember verspürt) die Halle nach einem Konzert verlässt. Der neuerliche Stoß gegen alle Meckerer und Ketzer erfolgt vortrefflich mit dem Titel „Sturm aufs Paradies“. Man baut weiterhin auf jenes Konzept, welches man schon seit etlichen Jahren mit Stolz geschwelgter Brust vorführt. Während andere Truppen immer mehr in Richtung Rammstein Klon sich verheddern, bleiben uns die Burschen hold und servieren uns wieder Stimmungsmusik zum Schunkeln, Tanzen oder wildem Feiern. Alles ist möglich und das mit einem Sturm eben auf das Paradies.

Sehr warmherzig und mit einer verträumt – verliebten Linie wird uns der Opener „Habgier Und Tod“ unter die Nase gerieben. Doch auch etwas durchgreifende Parts und Ausbrecher sind vorhanden und so darf kräftig geschunkelt werden. Vor allem durch Aleas Stimmung bekommt das Ganze einen leichten Melancholischen Touch. Gut zu Recht geschnürt rinnt einem dieser Song runter wie ein guter Schuss Met.

Ganz anders verhält es sich nun mit „Hochzeitstanz“, welches ein herbes Gebräu aus groovend – rauen Soundfragmenten ist. Doch auch idyllischere Soundkost kommt zur Genüge zum Einsatz, dennoch überwiegt der härtere Anteil etwas mehr. Somit lädt man zu einer kräftigen Berg und Talfahrt und dieser kommt man nur zu gerne nach.

Deutlich mehr mit Mittelalterflair der stimmigen Art wird bei „Ode An Die Feindschaft“ weiter gemacht. Sehr besinnlich stimmender Anfang der zum Zurück lehnen einlädt. Doch Vorsicht hinter dem Vorhang braut sich eine rockige Fortsetzung zusammen. Einmal mehr rückt man mit spitzfindigen Rock Vibes der flotten Art nach und rüttelt wach, aber man ist auch bestrebt aufstachelnd gute Abgehmucke zu bieten.

„Eulenspiegel“ beginnt ebenfalls sehr lieblich und besinnlich. Hier verhält es sich vorerst länger so, dass die Mannschaft mehr mit Bardenflair weiter macht. Das folkige Stück klingt sehr fröhlich und man bleibt deutlich mehr im ruhigeren Bereich. Superberer Stimmungsmacher der besonnenen Art, der eben mit viel Charme für das gewisse Etwas im Alltag sorgt.

Eine deutlich herbere, rauere Kerbe schlägt man nun mit „Sündenfall“. Der rotzig – groovende Sound wird durch einen starken Anteil aus dem Dudelsack Bereich angereichert. Dennoch überwiegt hier eindeutig mehr der treiben – herbe Rhythmusbereich und stets ist man erneut bestrebt eine farbenbunte Soundwand aufzuziehen, welche laut aufhorchen lässt.

Zu Beginn von „Nachtigall Und Rose“ wird kurz inne gehalten, doch schon drückt die Mannschaft aus den deutschen Landen wieder vermehrt die Tube um tanzbare Mittelalterklänge mit harschen Rock/Metal Beats zu bieten. Deutlich mehr zeigt man hier ein zweiseitiges Gesicht, denn immer wieder werden längere ruhende Parts eingehalten, bevor man im klassischen, auflockernden Stil flotter vorantreibt. Superbes Wechselspiel das selbstredend mit viel Wiedererkennungswert sich im Hirn festharkt.

Ein klassisches Klavierspiel versprüht, begleitet von einem akustischen Gitarrenspiel zu Beginn von „Gott Würfelt Nicht“ sehr viel Traurigkeit. Ah, hier bietet man sogar Barstimmung und dieses unplugged Erscheinungsbild ist eigentlich nicht unbedingt mein Ding, geht aber an dieser Stelle durch Saltatio Mortis echt gut in den Gehörgang rein. Durchs Stück hindurch trieft es an allen Ecken und Enden nur so vor Traurigkeit und Pein. Somit ist den Jungs ein Song geglückt wo man sich in beschissenen Lebenslagen musikalisch wieder auf die Sprünge helfen kann und das mit einem sehr tiefsinnigen Beigeschmack.

Deutlich fröhlicher klingt das Schalmeien Solo zu Beginn von „Nach Jahr Und Tag“. Immer mehr wird einen schnell bewusst, dass man hier gleich die volle Ladung in Sachen Abgehmucke bekommt. Nun ja, ganz so schnell wird es nicht, dennoch wartet man mit sehr stimmigen – shakigen Soundfragmenten auf die gut ins Gehör gehen und zum Tanzen animieren.

Erneut mit einem klassischen Klavierintermezzo wird nun „Orpheus“ angestimmt. Das Stück an sich ist aber im Anschluss weit nicht so traurig. Eher im Gegenteil man serviert uns eine Wechselstimmung in Sachen Melancholie, Anklage und hasserfüllteren welche man gut in die Soundvibes gleichberechtigt eingebaut hat. Einmal kurz abgebremst, geht es auf der anderen Seite wieder flotter Voran und so ist man auch Geschwindigkeitstechnisch bestrebt viel Abwechslung zu bieten.

Deutlich klarer wird es da schon bei „Spiel Mit Dem Feuer“ wohin die Reise geht. Das Dudelsackinferno des Eingangs wird sofort mit knackigen, harten Rock/Metal Beats verstärkt und schon glaubt man dass es wieder die Vollbedienung in Sachen Abgehmusik gibt. Weit gefehlt, denn auch hier zeigen die Herrschaften ihr zweiseitiges Gesicht, wobei man aber den ruhenden, melancholischen Parts weniger Spielraum reinräumt. Dennoch vollführt man einen wechselnden Phasenschub der sehr toll rüber kommt.

Um Ecken ruhender wird nun „Fiat Lux“ zum Anlaufen gebracht und selbstredend brauchen wir auch hier nicht lange auf eine treibendere Fortsetzung warten. Diese ist mit einer guten Mischung aus Groove und leicht idyllischen, traurigen Soundfragmenten geprägt. Sehr gelungene Farbtinktur die einen staunend vor dem Player sitzen lässt.

„Der Letzte Spielmann“ klingt zu Beginn etwas wie eine verloren gegangenes In Extremo Stück. Wie auch ihre Landsmänner aus vergangenen Tagen wird hier sehr stark Mittelaltermusik betont begonnen und der Fortgang ist eine Runde in Sachen Abhotten par excellence. Man fetzt und wütet sehr bestrebt und auch die kurzen Halte ändern nichts an der gezauberten Stimmung, munter weiter zu Tanzen bis zum Umfallen.

Den Schlussstrich zieht man sehr tiefgründig mit „Wieder Unterwegs“. Leichte melancholisch – traurige Züge verwässert man mit folkigem Spiel und das Mischverhältnis ist sehr gleichberechtigt und etwas eingängiger ausgefallen. Gut und entspannend auf der einen Seite, etwas aufbauschender auf der anderen eine sehr ausgewogene Mischnummer die man sich gönnen sollte.

Fazit: Saltatio Mortis machen 2011 weiterhin alles richtig und halten so die Spitzenposition in Sachen Mittelalter Rock/Metal Musik. Einzig kommt meiner Wenigkeit vor, dass die Herrschaften deutlich mehr mit wankelmütigen Soundarrangements deutlich mehr über die Hälfte hinaus gelangen. Somit klingt das Album alles in allem gesehen deutlich graustufen Schattierungen versehen trauriger als seine Vorgänger.

Tracklist:

01. Habgier Und Tod 3:38
02. Hochzeitstanz 4:21
03. Ode An Die Feindschaft 3:23
04. Eulenspiegel 3:42
05. Sündenfall 3:22
06. Nachtigall Und Rose 4:49
07. Gott Würfelt Nicht 4:14
08. Nach Jahr Und Tag 3:41
09. Orpheus 4:53
10. Spiel Mit Dem Feuer 3:47
11. Fiat Lux 3:34
12. Der Letzte Spielmann 3:38
13. Wieder Unterwegs 3:26

Besetzung:

Alea der Bescheidene (voc, Dudelsack, Schalmei & guit)
El Silbador (Dudelsack & Schalmei)
Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein (Dudelsack, Schalmei, Drehleier & voc)
Samoel ( guitb & Cister, Bouzouki)
Lasterbalk der Lästerliche (drums & Davul, Percussion)
Luzi das L. (Dudelsack & Schalmei)
Jean Mechant, der Tambour (drums, percussion, guit & voc)
Bruder Frank (bass, Chapman Stick)

Internet:

Saltatio Mortis Website

Saltatio Mortis @ MySpace

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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