Tracklist
01. Overture (Instrumental)
02. Ancient Rite
03. As the Dragon Falls (feat. Fabio Lione)
04. Child of Prophecy
05. Shattered Mirage
06. Chieftain
07. Cut Down
08. Echoes of Home (feat. Kristin Starkey)
09. Becoming the Dragon
Besetzung
Shaughnessy McDaniel – Vocals
Scott Hancock – Guitar
Cody Martinez – Guitar
Ryan Flanagan – Guitar
Eric Fischer – Bass and Violin
Mark Girard – Drums
SIEGE PERILOUS treten mit »Becoming The Dragon« aus dem Schatten des Undergrounds ins Rampenlicht. Die Band setzt auf ein breites Dreigitarre-Line-Up! Shaughnessy McDaniel übernimmt den Gesang, Scott Hancock, Cody Martinez und Ryan Flanagan die Gitarren, während Eric Fischer Bass und Violine spielt. Mark Girard liefert den treibenden Rhythmus am Schlagzeug. Produziert, gemischt und gemastert wurde das Album von Alex Carrillo, der den Sound der Band klar und kraftvoll einfängt.
Epischer Heavy Metal mit Ambitionen
Das Album beginnt mit der instrumental gehaltenen »Overture«, die in zweieinhalb Minuten die Bühne für das restliche Werk vorbereitet. Schon hier zeigt sich, dass SIEGE PERILOUS klassische Heavy-Metal-Elemente mit orchestralen Akzenten verbinden. Der Einstieg ist nicht neu, aber solide, mit klarer Produktion und tightem Zusammenspiel.
»Ancient Rite« setzt direkt auf hymnische Riffs und treibende Drums. Shaughnessy McDaniels Gesang wirkt kraftvoll, wenn auch gelegentlich ein wenig statisch im Vergleich zu den Gitarrenlinien. Die Band versteht es, Spannung aufzubauen, ohne dabei zu sehr in technische Experimente abzudriften. Die Songs wirken durchdacht, wobei das Arrangement stellenweise vorhersehbar bleibt.
Highlights und Gastbeiträge
Der auffälligste Track ist »As the Dragon Falls«, auf dem Fabio Lione zu Gast ist. Liones Stimme ergänzt McDaniels markanten Gesang und verleiht dem Song eine zusätzliche epische Dimension. Die Melodieführung ist eingängig, die Gitarrenarbeit detailreich, und der Song erreicht beinahe die Größe klassischer Metal-Hymnen.
»Child of Prophecy« und »Shattered Mirage« folgen auf einem soliden, aber konventionellen Kurs. Besonders »Shattered Mirage« zeigt, dass die Band auch ruhigere Passagen sicher beherrscht, ohne die Energie des Albums zu brechen. »Chieftain« hingegen bringt wieder mehr Geschwindigkeit und Aggressivität, mit einem klaren Fokus auf Riffing und Schlagzeug.
Mit »Echoes of Home« beweist die Band Gespür für atmosphärische Arrangements. Kristin Starkey steuert ihren Gesang bei, der dem Track eine melancholische Tiefe verleiht. Es entsteht ein Moment, der deutlich aus dem üblichen Heavy-Metal-Kontext herausragt. Der finale Titel, »Becoming The Dragon«, ist mit fast acht Minuten der längste Song des Albums und versucht, die ganze Bandbreite der Band zu zeigen. Epische Riffs, dynamische Tempowechsel und orchestrale Elemente mischen sich hier zu einem dramatischen Finale.
Sound und Produktion
Alex Carrillo sorgt für einen sauberen, klaren Sound, der jedes Instrument in den Vordergrund rückt. Die Gitarren sind fett, die Drums präzise, und selbst die Violine von Eric Fischer wird nicht überhört. Das Mixing unterstützt die epische Wirkung der Musik, wirkt aber stellenweise zu glatt. Gerade bei einem Album, das vom rohen Heavy-Metal-Geist lebt, könnte ein wenig mehr Dreck im Sound den Charakter noch schärfer zeichnen.
»Becoming The Dragon« ist ein ambitioniertes Werk, das epischen Heavy Metal mit orchestralen Elementen verbindet. SIEGE PERILOUS zeigen Talent im Songwriting und in der Arrangementvielfalt, können aber nicht gänzlich aus dem Schatten etablierter Genregrößen treten. Einige Tracks, vor allem die mit Gastauftritten, stechen positiv heraus, während andere eher solide Standardkost liefern.
Die Mischung aus kraftvollem Gesang, dreifachem Gitarrenriffing und orchestralen Einwürfen macht das Album interessant für Fans von epischem Metal, bleibt aber insgesamt etwas inkonsistent. Ein starker Auftakt, der noch Luft nach oben lässt.
Fazit: SIEGE PERILOUS gelingt mit »Becoming The Dragon« ein Album, das die Erwartungen an epischen Heavy Metal erfüllt, aber noch nicht vollständig ausreizt.

