Septagon – Apocalyptic Rhymes

Septagon-Apocalyptic-Rhymes-album-cover

Band: Septagon
Titel: Apocalyptic Rhymes
Label: Cruz Del Sur Music
VÖ: 09. November 2018
Genre: Thrash/Power Metal
Bewertung: 3,5/5

Wer wie Sänger Markus Becker (Atlantean Kodex) eine hohe Reputation genießt, von dem darf man beim Verfassen von „sozialkritischen“ Texten mehr als eine pubertäre Denkweise und vor allem keine machiavellistischen Tendenzen erwarten.

Man geht von vornherein eher davon aus, dass besagte Person genauso kompetent zu Werke geht wie seine Mitstreiter (Ex-/Lanfear, A Cosmic Trail, Them).

Musikalisch ist die Kombination aus trockenem Thrash und melodiösem Heavy Metal in einer modernen Produktion auf dem Zweitwerk sehr gelungen.

An Heathen, Hades (US), The Aftermath, Megadeath und Anthrax denkt man vorrangig, auch an Anesthesias The State Of Being Unable To Feel Pain und spätere Nasty Savage kommen da gelegentlich Erinnerungen.

Doch wer Musik vorwiegend hört, um vom alltäglichen Irrsinn Abstand zu nehmen, der wird bei den Texten einen herben Dämpfer erleben und darf 2 Punkte in der Bewertung abziehen.

Wer dem Irrsinn, egal ob auf der guten und bösen Seite, huldigt, der kann einen dazu rechnen. Denn dieser „Haufen Sandkörner“ darf sich weiterhin mit Freuden „vom Wind nach Belieben emporwirbeln“ lassen. (Le Bon)

Der Aufruf zum Widerstand gegen seine Mitmenschen in Make A Stand gerät zum Versuch, „das Volk auf eine Seite zu ziehen“ und „lähmt alle unsre kritischen Fähigkeiten“. (Machiavelli)

In Home Sweet Hell und Nothingness Awaits „erkennt man“ anscheinend „weder den Feind noch sich selbst“, da nicht die Kritik von Ursachen, sondern an deren Auswirkungen stattfindet. (Sun Tsu)

Als das personifizierte The Unfathomable Evil erscheint mir deswegen vor allem der Presseclub-mäßige, sozialistisch begründete und natürlich rein demokratische Mordaufruf an einer vom Staatsvolk rechtlich legitimierten Marionette eines fremden Landes in P.O.T.U.S.A. (eine vertonte Bestia Humana quasi , wie Eibl – Eibesfeldt dieses Fantasiekonstukt beschrieb), durchaus nachvollziehbar.

Mein Fazit: „Allein durch die Tatsache, Glied einer Masse zu sein, steigt der Mensch also mehrere Stufen von der Leiter der Kultur hinab. Als einzelner war er vielleicht ein gebildetes Individuum, in der Masse ist er… ein Barbar.“ (Le Bon)

Wer auf sehr guten Metal steht und von der täglichen Beschwurbelung nicht genug bekommt, weil er zu den Guten/Bösen/sonstewas gehören und „den totalen Krieg“ (Goebbels) spielen will,
kann sich APOCALYPTIC RHYMES gerne geben und sich weiterhin im Kreise drehen, bis er kotzen muss.

Am Ende bin ich da genauso raus, wie das Album von der Festplatte ist!

Tracklist

01. The End
02. The Weight Of The World
03. Home, Sweet Hell
04. Apocalyptic Rhymes
05. Make A Stand

06. The Unfathomable Evil
07. P.O.T.U.S.A.
08. Cosmic Outrage
09. Nothingness Awaits
10. Sunset Blood

Besetzung

Markus Becker – Gesang
Markus Ullrich – Gitarren
Stef Binnig-Gollub – Gitarren
Alexander Palma – Bass
Jürgen Schrank – Schlagzeug

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Heemoat is doa, wo man mey ok mett un ohne Wäertere vastäej`n duet un de Liede sick trei jewliem, sinn un nich doa, wo man häekoam`n däet.

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