Band: Serenity
Titel: Fallen Sanctuary
Label: Napalm Records
VÖ: 2008
Genre: Progressive Power Metal

Bewertung: 4,5/5
Written by: Robert

Das Label Napalm Records hat sich mittlerweile immer mehr hochkarätige Acts unter den Nagel gerissen. Dieses Label gibt aber auch Bands eine Chance die nicht nur harte Musik zum Besten geben, sondern auch jenen Formationen die es deutlich melodischer anpacken. Die Tiroler Band Serenity sind mit Dignity derzeit der Melodic Metal Exportschlager Nummer eins aus unserer Alpenrepublik. Die Bandbreite des NWOAHM wird dadurch immer breiter gefächert und lässt den Metal Fan aus unserem Lande frohlocken. Die Wörgler Burschen sind mir keine unbekannten mehr. Habe ich sie doch am letztjährigen Summer Nights Open Air gesehen und war natürlich sofort entzückt. Mit dem Output „Words Untold & Dreams Unlived“ konnte man doch bei vielen Mags und Fans eine Tür aufstoßen. Mittlerweile waren die Jungs nicht untätig und so haben Mario Hirzinger (keys & voc), Thomas Buchberger (guit), Georg Neuhauser (voc), Simon Holzknecht (bass) und Andreas Schipflinger (drums) die Scheiblette „Fallen Sanctuary“ eingezimmert. Denke mir, dass man mit diesem Album im internationalen Bereich nun den Durchbruch schaffen wird.

Mit einem klassischen Klavierintro und sehr ruhig und beschaulich startet der erste Track, der sich „All Lights Reversed“ nennt. Lange bei dieser Beschaulichkeit bleibt man aber mit Sicherheit nicht und so startet man spätestens nach einigen Sekunden ordentlich durch. Die Bombastschiene wurde ordentlich eingesetzt. Herrliche Riffs und Breaks krachen aus meinen Boxen und meine Kinnlade ist bereits beim Opener fassungslos nach unten geklappt. Schöne Melodien werden uns hier kredenzt und was will ein Melodic Metal Fan der Marke Sonata Artica und Co mehr. Stimmt, gar nichts. Die Jungs sind aber beiweiten keine Nacheiferer von großen Acts aus dem Melodic Metal Milieu mehr. Man zieht das eigene Ding souverän durch und unterstreicht, dass Sie keine Mauerblümchen sind und viele Ideen, die sich in ihren Köpfen festgenagelt haben, musikalisch bestens umwandeln. Mit schönen Streicherarrangements und sauberen Keyboardeinsätzen geht es nun bei „Rust Of Coming Ages“ weiter. Ein flottes Stück zum ordentlichen Rübe schütteln. Feine liebevolle Vocals die sich an und ab mit düsteren Growls die Hand geben. So kommt das ganze flott und abwechslungsreich rüber. Die theatralischen Arrangements durften auch hier nicht fehlen und so erschallen feine bombastische, saubere Klänge aus meinen Lautsprechern und bestechen mit viel Einfallsreichtum und Raffinesse. „Coldness Kills“ startet ruhig, aber dafür sehr düster. Der Einsatz der orientalischen Klänge lässt mich frohlocken, bin ich doch ein großer Fan von solchen Dingen. Ein Bombastrocker schlecht hin kann man hier nur sagen. Die Ausrichtung der Geschwindigkeit wurde etwas zurück genommen. Passt aber recht gut dazu, dadurch haben die Tiroler ein sehr aufwendiges Stück geschaffen, das amtlich klingt und für alle jene etwas ist, die es bombastischer mit einer gehörigen Melodic Metal Schlagseite lieben. Deutlich rauer und schneller geht es nun bei „To Stone She Turned“ weiter. Eine ordentliche Headbangernummer wurde hier eingezimmert, zu der man live ordentlich abbangen kann. Auch so, wenn man jetzt Serenity nicht live sieht kann man getrost beim Zuhören die Nackenmuskulatur beanspruchen, soviel ist sicher. Zu Beginn von „Fairytales“ kommen nun wieder klassische Klaviertrademarks zum Einsatz. Eine balladeske Stimmenausrichtung, die mit Streicherensambles verfeinert wurde. Kitschig? Nein mit Sicherheit nicht, denn dieses theatralische, langsame Stück macht Spaß und lässt den Hörer Zeit zum Zurücklehnen und Genießen. Vor allem die ab der Mitte einsetzenden weiblichen Vocals sind eine Wonne und lassen laut aufhorchen. Gute Arbeit von dieser Nachtigal. Genug ausgeruht und geträumt? Hoffe ich jedenfalls, denn mit „The Heartblood Symphony“ ballern uns die Herrschaften wieder eine Lupenreine Melodic Metal Nummer um die Ohren. Dennoch haben sie auch hier einige Ideen musikalisch verarbeitet um nicht stupide zu klingen. So wurden beispielsweise die Vocals an und ab etwas elektronische verzerrt. Größtenteils werkelt man aber eher im flotten Melodic Metal Bereich und so hat man eine weitere Headbangernummer geschaffen. Die Notbremse wird nun bei „Velatum“ gezogen. Balladeske Strukturen erklingen nun, nach dem schnellen Vorgänger. Ballade wurde aber hier keine geschrieben, denn nach einigen Sekunden wird uns ein bombastisches Midtempostück serviert, das zu gefallen weiß. Vor allem die Bombastschiene wurde deutlich nach oben gehoben, dennoch weis die Formation wie man ausgewogen klingen muss. Potential dafür besitzen Serenity zur Genüge. Mario Hirzinger ist ein fantastischer Keyboarder, der nicht nur Synthyklänge, sondern auch ein sauberes, klassisches Spiel in petto hat. So kann der Gute zu Beginn von „Derelict“ sein klassisches Können ein weiteres Mal beweisen. Nach dem kurzen Ausflug in ruhige Gefilde preschen aber die Herrschaften im Anschluss wieder bretternd schnell aus den Boxen. Vor allem der düstere Gitarrensound, der sich wie eine rote Linie durchs komplette Album zieht ist ein Wahnsinn. Dadurch klingen die Stücke aber auch etwas moderner und komplexer. „Sheltered (By The Obscure)“ wartet mit einem heroischen Anfang auf. Dieser Sound wird weitgehend beibehalten, aber mit schnelleren Ausflügen, die immer wieder durch kurze, ruhige Stopps unterbrochen werden. Auf eine farbenbunte Reise aus balladesken, melodischen, bombastischen und heroischen Gefilden nehmen uns hier die Tiroler mit. Suchtfaktor ist hier schon vorprogrammiert. „Oceans Of Ruby“ heißt der so genannte Rausschmeißer und liefert etwas raueren Melodic Metal mit vielen härteren, schnelleren Beat. Der Wechselgesang zwischen melodischen Vocals und Death Metal lastigen Growls kommt erneut zum Einsatz und dieser Wechsel ist ein Hammer und klingt zum Ende hin noch einmal sehr hart und ist eine gute Beendigung des Albums. Freue mich schon richtig auf ihren Besuch bei unserer Radiosendung (Metallic Underground Radio) am 22.08.08, wo wir sie etwas genauer über ihr Album befragen werden.

Fazit: Eine Hammer Leistung, die uns hier die Tiroler auf Cd gebannt haben. Melodic Metal as it’s Best, der mit vielen Einfällen angereichert und verfeinert wurde. Wer auf Sonata Arctica und Co steht, für den ist der Releasetermin sowieso ein Pflichttermin. Kaufen, hören und genießen.

Tracklist:

01. All Lights Reversed 06:19
02. Rust Of Coming Ages 04:32
03. Coldness Kills 05:29
04. To Stone She Turned 05:00
05. Fairytales 04:55
06. The Heartblood Symphony 05:29
07. Velatum 04:31
08. Derelict 04:28
09. Sheltered (By The Obscure) 05:02
10. Oceans Of Ruby 04:15

Besetzung:

Mario Hirzinger (keys & voc)
Thomas Buchberger (guit)
Georg Neuhauser (voc)
Simon Holzknecht (bass)
Andreas Schipflinger (drums)

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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