Band: Tortharry
Titel: Round Table of Suicide
Label: Noisehead Records
VÖ: 2009
Spielart: Death Metal
Bewertung: 3/5
Written by: Robert

Knüppeliger Death Metal von unseren nördlichen Nachbarn und zwar aus Tschechien ereilte mich durch die Jungs von Tortharry. Das Gründungsjahr der Formation geht zurück bis 1991 und seit diesem Zeitpunkt hat man fünf Full Length Alben und drei Ep’s eingespielt. Auch bei so manchen Live Auftritten konnten Daniel (voc & guit), Lemy (bass), Martin (guit) und Panther (drums) für eine kochende Bude sorgen. Mittlerweile ist Album Nummer sechs mit dem Namen „Round Table of Suicide“ in trockenen Tüchern und selbiges ist via Noisehead Records zu haben.

Mit einem Horrorfeeling wartet man als „Intro“ auf. Verzerrte Klangspielereien und Grammophonsound, als auch einem Zwiesprachintro stehen hier im Vordergrund. Nach einem Schuss läutet man nun zum Knüppel aus dem Sack Teil über. Dieser kommt pünktlich und nahtlos mit „Case 10″. Der Fronter brüllt ins Mikro als wolle er uns all seine Wut ins Gesicht pfeffern. Zusätzlich zum herkömmlichen, schretternden Spiel, liefert man uns recht passable – melodische, wenn auch verzerrte Soloeinschübe im Gitarrenbereich. Dadurch kommt etwas progressives Feeling auf. Selbiges wird wie ein Kopfhieb vom Torso getrennt und der Trupp agiert wieder im wildesten Stil dahin. Recht interessantes Gebräu das man uns hier im Silberkelch kredenzt. Recht herb und kantig prügelt man uns mit „Case 7″ weiterhin durch Zeit und Raum. Wenngleich man auch bei diesem Nachfolger an Tempo zugelegt hat. Dadurch ist eine wütende Moshpitnummer entstanden, welche immer wieder mit viel Speed durchstartet und man erst nach und nach wieder in shakende Gefilde zurück kehrt. Doch hier wird nicht lange verweilt und schon kann der treibende Reigen mit den Tschechen weiter gehen. Etwas, progressiv – melodisch ist nun die Einleitung bei „Case 3″ ausgefallen. Somit spielt man sich erst einmal in dieser Ecke warm, bevor man wieder das Suizidkommando ruft. Doch ganz so schnell geht es hier nicht zur Sache wie man es bis dato gemacht hat. Zwar rattert man an und ab immer wieder recht flott durch, doch den groovigen Gesamtsound im galoppen Stil behält man durchwegs im Vordergrund. Aus dem tiefsten inneren brüllt der Frontmann seine aufgestaute Wut raus und das mit soviel Hass, dass man schon fast Angst vor ihm bekommen könnte. Recht düster und schaurig als Klangeinleitung wird „Case 11″ nachgeworfen. Dieser Nachbrenner ist deutlich mehr mit progressiven Spielereien und Arrangements ausgefallen. Weiters haben viele Melodiepassagen einen großen Anteil am Gesamtgeschehen, welches wieder unter der Knute des Knüppelsounds steht. So heißt es auch hier, abgehen bis sämtlicher Schweiß die Körperhöhlen verlässt. Im groovenden, verzerrten Style setzt man nun mit „Case 6″ nach. Rotierender Track, der vorerst durch viel Groove das Geschehen bestimmt. Kurze Wutausbrüche lassen ein ausflippen zwar zu, doch zieht man immer wieder an der Leine und ruft zum gemäßigten Groove Tempo zurück. Hämmerndes – sägendes Riff, welches nun „Case 9″ einläutet. Zu Beginn zeigt sich die Truppe von einer sehr verspielten Seite, doch bevor man den Bogen überspannt besinnt sich die Formation eines besseren und rattert wieder in gekonnter Manier dahin. Dennoch gibt man sich hier ein weiteres Mal deutlich verspielter als bei den herkömmlichen Songs der Band. Von Beginn an wie eine wilde Meute knallt nun „Case 2″ daher. Treibende, aufrüttelnde Rhythmen stehen hier wieder am Speiseplan. Komplette Korrektur von seitens der Spielereien wurde hier vorgenommen und somit bekommen wir hier einen astreinen Nackenbrecher mit einigen Circle Pit Allüren. Auch beim folgenden „Case 1″ behält man dieses Hauptelement bei, wenn man aber das Pedal merklich mehr drückt, als man es vorher getan hat. Somit steht der wilden Amokfahrt der Tschechen nichts im Wege und wer sich ihnen in den Weg stellt wird gnadenlos platt gemacht. Es geht noch wilder, zumindest ist der Beginn von „Case 4″ so ausgefallen. Das Tempo wurde bis ins unermessliche gesteigert, bevor man sich im galoppierenden Stil weiter werkelt. Auch einige wilde Solieinlagen haben wieder Verwendung gefunden, diese wehren aber nur von kurzer Dauer und schon geht es in bester Circle Pit Manier weiter. Etwas klarer strukturiert scheint es nun bei „Case 5″ zuzugehen. Zwar kommen die schizophrenen Einlangen auch hier zum Einsatz, doch durchwegs versucht man in einer geradlinigen Schiene weiter zu zocken. Gelingt auch und somit bescheren uns die Tschechen einmal mehr einen passablen Groove Track mit vielen schnellen Explosionen. „Case 8″ drückt man uns wieder mit viel Speed und Spielereien aufs Auge. Im bekannten, rotzenden Stil geht es hier noch einmal ans Eingemachte. Die längste Granate hat man sich für das Finale aufgehoben. Dieses erfolgt durch „Case 12″ und hier zeigen uns die Jungs aus unserem nördlichen Nachbarstaat noch einmal ihre komplette Facette die sie inne haben und liefern somit einen guten Ausklang für den neuesten Output.

Fazit: Guter Death Stahl mit viel Wut und Hass im Bauch. Als zusätzlichen Bonus kann man hier viele Soundideen und Experimente ausmachen, die das Ganze etwas progressiver wirken lassen. Wer mit so einer Mischung nicht viel anfangen kann Finger weg, doch wer mal was anderes in diesem Genrestyle antesten möchte, dem kann ich Tortharry nur wärmstens empfehlen.

Tracklist:

01. Intro
02. Case 10
03. Case 7
04. Case 3
05. Case 11
06. Case 6
07. Case 9
08. Case 2
09. Case 1
10. Case 4
11. Case 5
12. Case 8
13. Case 12

Besetzung:

Daniel (voc & guit)
Lemy (bass)
Martin (guit)
Panther (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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