Band: Trans-Siberian Orchestra
Titel: Letters From The Labyrinth
Label: Republic Records/Universal
VÖ: 13.11.15
Genre: Rock, Klassik, Oper
Bewertung: 5/5
Written by: Robert

Eine frenetisch abgefeierte Double Show auf dem Wacken mit Savatage und Trans Siberian Orchestra läutet bei allen anderen, welche vor Ort waren nach wie vor ein befriedigtes Lächeln ins Gesicht wie bei einem Megaorgasum. Das nun jetzt nicht Savatage, sondern Trans Siberian Orchestra mit einem neuen Album anrücken, mag für jene nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein, welche sich eine Savatage Reunion gewünscht haben. Dennoch, alleine weil Zack mit Circle II Circle schon ein brillantes Album heraus gebracht hat, und weil es in der Ära Trans Siberian Orchestra das erste neue Lebenszeichen nach sechs Jahren ist, sitzen wohl die Fans wie auf Nadeln.

Keine Frage ist es auch, dass die Opern oder Musical artigen Partitionen des Projekts immer ein Garant für einen abendfüllenden Unterhaltungswert mit sehr hohem Niveau.

Es ist mal keine Weihnachtsaufführung und das ist auch gut so, auch wenn man jene Alben der Truppe durchaus auch während der Autofahrt oder zu Hause als Beschallung einschmeißen kann. Nach wie vor bietet diese Ansammlung an Künstlern um den Mastermind Paul O’Neill eine nahtlose Kombination aus Rock, Metal und Klassik. So etwas zu vereinen, ohne sich dabei zu verhaspeln ist selten und nur wenige Projekte waren vielversprechend. Dieses hat über die Jahre bewiesen dass es einfach nichts Besseres auf dem Markt gibt, als das was uns in all den Jahren seit ihrer Gründung vorlegen.

Die Vermischung ist grandios und man bekommt wirklich Gänsehaut und binnen Zehntelsekunden schaltet sich das Kopfkino ein. Der Unterhaltungswert und die vorliegenden Soundfragmente sind einfach gekonnt abgestimmt. Nichts wirkt überheblich oder gar überbelastend. Die Waage zu halten, um weiterhin das Kopfkino amtlich zu wecken und das Interesse zu steigern ist ihnen somit abermals bestens gelungen. Man sitzt gebannt da und lechzt nach immer mehr. Freilich mögen hier und da kleinere Passagen in der Rhythmik wohl bekannt sein, klingen aber ebenfalls frisch. Somit nicht ein lauwarmer Aufguss, sondern ein mit viel Verstand zusammengezimmertes Scheibchen. Ob nun rockiger, oder einfach wie bei „Prometheus“ vermehrt im Klassik Bereich, es gehen die Vibes bis tief unter die Haut.

Die musikalisch erzählte konzeptionelle Geschichte ist einfach wunderbar aufzunehmen und man wagt es einfach nicht bei irgendeiner Passage die Skip-Taste zu drücken. Nichts will man verpassen und dies ändert sich auch nach mehreren Durchläufen nicht. Was Dream Theater für den Progressive Bereich sind, sind Trans Siberian Orchestra für die Sparte Klassik Meets Rock und Metal. Ein Vorzeigeschild, welches nach all den Jahren nach wie vor den Mann steht und alle Nacheiferer mit links im Schatten stehen lässt. Etwas Schade ist, dass erst ab der Hälfte Gesangslinien eingesetzt werden. Man kann sich vor allem von Track 1-7 durchaus einen Sänger vorstellen und dieser heißt meiner Meinung nach Zak Stevens, welcher ja auch laut Angaben im Netz bei der nächsten Tour festes Mitglied ist. Na wenn das nicht nach mehr hoffen lässt im Wirkungsbereich dieses sympathischen Sängers.

Super Duper Alice Cooper heißt es mit dem Track „Not Dead Yet“, welche zwar nicht von Alice stammt oder von ihm eingespielt wurde, aber man dennoch haarscharf sich an den Großmeister des Schock Rocks anlehnt. Wirklich mal eine Abwechslung im herkömmlichen Sinn.

Savatage akustisch und mit Frauengesang schallt bei „Stay“ durch die Boxen, welche vom Wiedererkennungswert und dem Gefühl etwas an einen Touch von „Handfull of Rain“ wiederspiegelt.

Dies beweist einfach, dass dieses Projekt einfach vor Facettenreichtum nur so sprudelt und es nach wie vor bestens zu Protokoll gebracht wird. Man scheut nicht vor Neuerungen der leichten Art, greift aber auch Altbekanntes gut auf. Die Vermischung macht es aus und das könnte man nicht trefflicher umsetzen als man es hier getan hat.

Als Bonus gibt es noch die Version „Forget About the Blame“ mit der Halestorm Sängerin Lzzy Hale. Ja wenn das nicht die Befriedigung der männlichen Rock/Metal Welt ist, dann weiß ich auch nicht. Diese Version ist sogar noch besser, als die schon auf dem Album vorhandenen Track. Dreckig durch den Gesang, eben mit einer mitreißenden Rauheit, aber einfach mit viel Gefühl. Toller Abschluss für ein Meisterwerk.

Fazit: Ein absolut mitreißendes Masterpiece aus der Feder von Trans Siberian Orchestra. Man kann nicht anders als sich hier gebannt vor den Player zu setzen und diesem Treiben zu einer musikalischen Meisterleistung süchtig lauschen.

Tracklist:

01. Time And Distance (The Dash)
02. Madness Of Men
03. Prometheus
04. Mountain Labyrinth
05. King Rurik
06. Prince Igor
07. The Night Conceives
08. Forget About The Blame
09. Not Dead Yet
10. Past Tomorrow
11. Stay
12. Not The Same
13. Who I Am
14. Lullaby Night
15. Forget About The Blame (feat. Lzzy Hale)

Besetzung:

PAUL O’NEILL – GUITARS
JON OLIVA – KEYBOARDS, GUITAR, BASS
AL PITRELLI – LEAD, RHYTHM GUITARS
LUCI BUTLER – KEYBOARDS
CHRIS CAFFERY – GUITARS
RODDY CHONG – VIOLIN
ANGUS CLARK – GUITARS
JOEL HOEKSTRA – GUITARS
MEE EUN KIM – KEYBOARDS
VITALIJ KUPRIJ – KEYBOARDS
JANE MANGINI – KEYBOARDS
ASHA MEVLANA -VIOLIN
JOHNNY LEE MIDDLETON – BASS
JOHN O. REILLY – DRUMS
JEFF PLATE – DRUMS
DEREK WIELAND – KEYBOARDS
DAVID ZABLIDOWSKY – BASS
DAVE WITTMAN – DRUM, GUITAR AND BASS INSERTS FOR THOSE LITTLE THINGS THE REST OF US FORGOT

LEAD VOCALS:
THE NIGHT CONCEIVES, NOT THE SAME (Kayla Reeves)
FORGET ABOUT THE BLAME (Robin Borneman) (Lzzy Hale)
PROMETHEUS (Jeff Scott Soto)
NOT DEAD YET (Russell Allen)
STAY (Adrienne Warren)
PAST TOMORROW (Jennifer Cella)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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