OMEGA SOUL aus dem schönen Frankenland haben aktuell mit Ihrem Debüt „Void“ ein wirklich hartes Stonerrock Album in den Musikhimmel geschossen, welches trotz vieler Verbindungen zu Genregrößen und Bekannten immer noch so viel Eigenständigkeit besitzt, dass ich grundsätzlich keine Lust auf Querverweise und Vergleiche habe und sich die Band hinter niemanden verstecken muss oder braucht. Aber hier und da muss man dem Unwissenden doch einen Wink in die richtige Richtung geben…

Hi, Euer Debüt „Void“ hat es mir sehr angetan (siehe Review) doch bevor wir weiter darauf eingehen, stellt Euch doch bitte mal vor…(Namen, vorige Bands und/oder andere aktuelle Bands und Projekte)

Thomas:
Wir sind OMEGA SOUL aus Nürnberg, gegründet im Januar 2009 als Nachfolgeband der psychedelischen
Stonerrockband LOST & DROWNED. Matze (vor LOST & DROWNED Drummer der Death Metal Band EMBODIED GRIEF) und ich (vor LOST & DROWNED davor Sänger der Metal-Punk Band MILZBRAND) wollten zusammen mit unserem damaligen Bassisten eine härtere Richtung einschlagen. Mit dem Bandzugang von Markus und Olli (letzterer ebenfalls Ex-EMBODIED GRIEF) an den Gitarren und Jürgen am Bass, hatten wir im Jahr 2012 endlich unser Line-Up gefunden. Markus und Jürgen spielen außerdem bei der Stonerrock Band CORNUCOPIA und Markus ist nebenher noch in dem Independentprojekt LASZLO JURI aktiv. Ich bin seit 2013 als Aushilfssänger ebenfalls bei CORNUCOPIA zu Gange und als Gastsänger bei 2 Songs auf dem aktuellen Album „Demonic Beast Arises“ der Nürnberger Thrash Metal Band KINGBÉAST vertreten.

Euch gibt es bereits seit 2009, warum dauerte es so lange, bis „Void“ das Licht der Welt erblickte?

Matze + Thomas:
Nach der Veröffentlichung unserer ersten Demo „The Last Man On Earth“ im Februar 2010, kam es im Winter 2011/2012 zu dem besagtem Austausch der kompletten Saitenfraktion. Dabei beschlossen wir, uns
ausschließlich neuem Songmaterial zu widmen. Unsere zweite selbstbetitelte Demo erschien im Sommer 2012. Nachdem FDA Rekotz im Dezember 2012 auf uns aufmerksam wurde und wir im Januar 2013 unseren Plattenvertrag unterzeichneten, stand das Arbeiten an neuem Songmaterial einmal mehr im Vordergrund. Die Studioaufnahmen zu „Void“ fanden schließlich im Winter 2013/2014 statt und waren binnen zwei Wochen im Kasten. Zwischenzeitlich bekamen 3 Bandmitglieder familiären Zuwachs, worauf sich im Jahr 2014 einiges hinten anstellen musste. Bis hin zum fertigen Master verging ein weiteres halbes Jahr, da neigte sich 2014 bereits langsam dem Ende zu.

Ich las, dass „Void“ ein Konzeptalbum ist. Welches Thematik / welches Konzept steckt dahinter?

Thomas:
Jedes einzelne Stück auf „Void“ behandelt die Schattenseiten der menschlichen Seele und deren Abgründe, lyrisch wie musikalisch. Als unsere Idee für das Coverartwork von Chris Kießling (Misanthropic Art) eindrucksvoll umgesetzt wurde, stand für uns auch der Albumtitel fest. Nietzsche hat gesagt: „And when you gaze long into an abyss, the abyss also gazes into you“. Diese Leere trägt jeder in sich, man sollte nur nicht zulassen, dass Sie die Kontrolle über einen erlangt. Natürlich sind wir deshalb keine grundsätzlich negativen Menschen, eher im Gegenteil. Dennoch ist die Musik ein wichtiges Ventil, um Emotionen freizulassen, gewisse Dinge zu verarbeiten und um sich auszudrücken. „Void“ ist ein sehr finsteres Album geworden, zeigt aber auch Lichtblicke auf. Und die Scheibe hat natürlich mächtig Groove, überzeugt euch selbst!

Wer ist für´s Songwriting zuständig / verantwortlich, wer für die Lyrics?

Matze:
Das Songwriting findet gemeinsam im Proberaum statt. Jeder steuert seinen Teil dazu bei, bis das Ganze gefällt und rund ist. Natürlich hat jeder seine Aufgabe: Markus zeigt sich oft für die groovigen Riffs und Gitarrensoli verantwortlich, während Olli für die notwendige Dynamik und den Feinschliff sorgt. Jürgen und ich bilden die Rhythmusfraktion und verleihen den Songs ihren Flow, Thomas kümmert sich um den Gesang und die Texte. Die Arrangements und Strukturen der Songs erarbeiten wir zusammen. Jeder bringt sich mit seinen Ideen ein, nur so kann und wird OMEGA SOUL funktionieren.

Worum dreht es sich in den Lyrics? -Bitte Track by Track durchgehen! (Sorry, mir lagen die Lyrics leider nicht vor!)

Thomas:
„Darkness Inside“ handelt von der Finsternis, die ein jeder in sich trägt. „The Infinite Flesh“ ist inspiriert durch Clive Barkers Roman „Coldheart Canyon“ und handelt von der Grenzüberschreitung fleischlicher Gelüste. In „Shadows“ geht es um eine gescheiterte Existenz, die von niemandem mehr beachtet wird und nur noch wie ein Schatten umherirrt. „A Sinister Burden“ besagt, dass man vor seinen Problemen zwar wegrennen, sich aber nicht dauerhaft vor sich selbst verstecken kann. „All My Fears“ beschäftigt sich mit den allgegenwärtigen Ängsten, die einen leiten und dem Versuch, diese zu verdrängen. ‚Scorpio Moon‘ erzählt die Geschichte eines Mörders, der eine Romanze mit einer Frau beginnt, aber seine innere Bestie nicht im Zaum halten kann. „Shelter“ wiederum ist ein sehr persönlicher Song, der den Tod eines nahestehenden Menschen verarbeitet, doch am Ende mit einer positiven Botschaft aufwartet. „Seasons Of Fire“ erzählt von den dystopischen Auswüchsen des Machtmissbrauchs.

Sind das jetzt wirklich alles ganz frische Songs oder sind auch Ansammlungen von früheren
Songideen aus Zeiten in denen noch andere Bandmitglieder an Bord waren, eingebaut?

Matze:
Nach den Line-Up-Veränderungen 2011/2012, die die Band im Prinzip komplett auf den Kopf gestellt haben, beschlossen wir, alle alten Zöpfe abzuschneiden. Alles Material, was wir bis zu unserem ersten Demo „The Last Man On Earth“ erarbeitet hatten, immerhin 7 Songs, war damit über Bord geworfen. Auf der einen Seite war das natürlich Tabula rasa und hat uns ein Stück zurückgeworfen; aber wir wollten einfach genug Raum schaffen, uns in der neuen (gegenwärtigen) Besetzung zu finden. Die Songs, die es auf das Album geschafft haben, könnte man somit in der Tat als ‚frisch‘ bezeichnen.

Was würdet Ihr von Euch aus behaupten, wer oder was als wirklichen Einfluss für Euer Album Pate stand, denn rauszuhören sind längst nicht nur die genannten…QOTSA, ein bissl CANDLEMASS, TOOL,PANTERA,…?

Matze:
Tatsächlich sind unsere musikalischen Geschmäcker individuell teilweise recht verschieden und breit gefächert. Die Songs entstehen aber nie unter einer Prämisse wie: „Lasst uns diesmal etwas machen, was in Richtung XY geht“. Wir komponieren die Stücke in aller Regel zusammen und feilen so lange an Riffs und Arrangements, bis sie rund sind und uns schlicht gefallen. Dass das Ergebnis am Ende für den Hörer einen Vergleich mit anderen Bands hergibt, ist unvermeidlich und auch völlig in Ordnung, aber für uns nie ein tragender Aspekt.

Hattet Ihr soundtechnisch eine bestimmte Marschrichtung vor Augen oder habt Ihr es „einfach fliessen lassen“, egal was dabei herauskommen wird oder egal ob es ansatzweise mal nach LED ZEP oder nach CLUTCH klingt…war Euch das beim Songwriting bewusst oder geschah das einfach?

Matze:
Manchmal gibt es einen groben Rahmen, wenn wir an neuen Ideen arbeiten. Dieser sieht dann z.B. so aus, dass wir uns sagen, lasst uns einen etwas ruhigeren und schweren Song machen („Shadows“), oder etwas mehr geradeaus Rockendes („Darkness Inside“). Details werden natürlich immer wieder geändert, diskutiert, verworfen, anders arrangiert etc. – aber wir fokussieren uns vor allem darauf, dass wir den Song am Ende alle als homogen empfinden. Daraus entsteht eine gewisse Varietät, und dass ist uns wichtig. Wir wollen keine Songschablonen und betrachten jedes Stück für sich.

Und wie schafft Ihr es dabei auch noch Eure ganz eigene Note so Klangführend einzubringen, dass man nicht mal behaupten kann, Ihr wärt nur eine besessene Fan-Cover Combo all der genannten Vergleich-Bands?

Matze:
Wie bereits gesagt ist es nie ein Ausgangspunkt, uns konkret an dem Schaffen anderer Bands zu orientieren. Die Ansätze und Ideen müssen uns in erster Linie selbst überzeugen, sollen stimmig sein, Melodien sowie Groove und Druck in einer Art transportieren, mit der wir selbst zufrieden sind. Parallelen zu irgendwem sind sicherlich immer ableitbar; wenn aber unsere Anstrengungen am Ende als individuell wahrgenommen werden, ist es genau das, was wir erreichen wollen und es ist ein großes Kompliment.

Wer hat das Album produziert und wo wurde das Album aufgenommen?

Thomas:
„Void“ wurde in den Fürther SNAKE STUDIOS unter der Regie von Andreas Naucke aufgenommen und produziert. Gemastered wurde das Album von Hans Fuss. Das Coverartwork stammte von Chris Kiesling (Misanthropic Art) und die Fotos im Inlay von Mike Wiener. Für das Gesamtlayout zeichnet sich Marc von ArtWars-Mediadesign verantwortlich.

In welchen Formen und Variationen wird das Album erscheinen?

Thomas:
Erscheinen wird „Void“ am 20.03.2015 auf CD und LP. Bei der LP wird es eine limitierte Auflage in schwarzem und weiß/schwarz-marmoriertem Vinyl geben. Limitierte Bundles (CD+LP zu einem Spezialpreis) sind ebenfalls im Vorverkauf erhältlich. Bestellen könnt ihr das Ganze direkt bei unserem Label über den FDA Rekotz Deathstore: http://www.fda-rekotz.com/gx/

Ich schreibe in meinem Review, dass ich mit dem Sound nicht wirklich 100%ig einverstanden bin. Woran liegt das, woran kann das aus Eurer Sicht liegen(mal von der Tatsache abgesehen, das MP3´s nicht das wahre Medium sind…mir fehlt die Power, der Druck, das Pumpen wonach Groove und Flow schreien!)?

Matze:
Nun, hier scheiden sich vermutlich auch ein wenig die Geister. Wir sind mit dem, wie „Void“ heute klingt,
durchaus zufrieden. Wir wollten einen organischen und dynamischen Sound, der nicht in Richtung von etwas Überproduziertem geht. Trotz alledem haben wir aus den Studioaufnahmen natürlich einiges gelernt. Beim nächsten Album werden wir definitiv ein paar Dinge anders machen, die dieses Mal vielleicht nicht vollkommen so gelaufen sind, wie wir es gern gehabt hätten.

Was sind die Pläne für OMEGA SOUL für die Zukunft, Gigs, Festival, etc.?

Thomas:
Nach dem Release von „Void“ werden wir endlich wieder aus unseren Löchern kriechen und so viel es uns
möglich ist live spielen. Außerdem widmen wir uns weiterhin dem Songwriting. Live gibt’s sicherlich bald auch schon das Eine oder Andere neue Stück zu hören. Vielleicht sieht man sich mal in Österreich?!

Wie denkt Ihr als recht junge Band über die Zukunft physischer Tonträger und illegalen Downloads?

Thomas:
Natürlich hat sich die letzten Jahre in Punkto Technik einiges getan. Viele horten Unmengen von virtuellen
Tonträgern auf USB-Sticks, SmartPhones, externen Festplatten oder in Clouds. Das mag auf der einen Seite äußerst praktisch erscheinen, da man eine gewisse Vielfalt immer im Zugriff hat, doch es besteht auch das Problem der Reizüberflutung. Illegale Downloads gefährden die Existenz von kleinen Bands und vor allem deren Labels. Allerdings denke ich, dass es gerade in der Rock-/Metalszene viele leidenschaftliche Sammler gibt, die einen vollwertigen physischen Tonträger mit Coverartwork und Booklet den virtuellen Formaten vorziehen. Ich zähle mich da selbst dazu.

Was ist verbesserungswürdig, wenn das überhaupt geht?

Thomas:
Ich halte es für sehr wichtig, gerade auch kleine Bands und Labels durch den legalen Erwerb ihrer Tonträger zu unterstützen. Ich finde es gut, dass mittlerweile von vielen Labels auch Bundles (Vinyl+ CD zum Spezialpreis) oder Vinylauflagen mit Downloadcodes angeboten werden. Da hat man was für die heimische Sammlung und ein digitales Format „für unterwegs“.

Sind CD´s / Alben nur noch bessere Visitenkarten für Konzerte auf denen man sein Merch
gewinnbringend verticken kann?

Thomas:
Der wieder auflebende Vinylboom der letzten Jahre macht z. B. deutlich, dass dem nicht so ist. Wenn ich sehe, zu welchen Sammlerpreisen viele Tonträger, insbesondere Vinyleditionen über Ebay und Konsorten versteigert werden, vermute ich eher, dass die Nachfrage nach physikalischen Tonträgern im Rock- und Metalbereich wieder zugenommen hat.

Platz für die berühmten letzten Worte an die Leserschaft:

Matze + Thomas:
Hört Euch „Void“ an, fühlt den Groove und lasst Euch von den treibenden Riffs mit uns in den Abgrund reißen – und wieder zurück. Besucht unsere Konzerte und an alle Bands da draußen – wenn ihr auf der Suche nach einem Support in eurer Stadt seid, scheut euch nicht uns anzuschreiben!
Grüße nach Österreich und DANKE für die Aufmerksamkeit!

Zuletzt noch eine Empfehlung: Schenkt der Nürnberger Musikszene etwas Aufmerksamkeit, sie ist absolut
einzigartig und hat für jedes Ohr was zu bieten: VERSUS THE STILLBORN-MINDED zelebrieren tonnenschweren Sludgedoom, MECHANIX und KINGBÉAST versohlen Euch mit beinharten Thrashmetal den Hintern und DEATHRONATION stehen für erstklassiges Todesblei der alten Schule. Support the Underground!

Es ist nicht leicht (eigentlich komplett unmöglich!), einen kompletten Überblick über sämtliche urbane oder ländliche Musikszenen den Überblick zu bewahren oder ausführlich darüber berichten zu können. Zu viele gute Bands sind seit einigen Monden unterwegs, präsent und wir werden weiterhin versuchen, den Underground ausgiebig auszuleuchten!
Aber auch wir sind nur ehrenamtliche Individualisten mit Jobs und Familie…
…und ich schätze mich glücklich, OMEGA SOUL hören zu können und weiteren Musikfreunden ans Herz / Ohr zu legen!

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