Wenn ich noch vor ein paar Tagen an überragende Meisterwerke epischen US-Heavy Metals dachte, kam mir mit Sicherheit nicht Zypern in den Sinn. Das hat sich jetzt geändert, denn exakt von dort residiert eine Bande hochbegabter Schmiede mit dem Namen SOLITARY SABRED. Jahrelang hatten sie an den Feinheiten ihrer finsteren Kriegskunst gearbeitet, und das dabei vergossene Blut machte sich letzten Endes bezahlt: Verglichen mit ihrem neuen Stück epischen Stahls namens „Redemption Through Force“ stürzen die meisten während der letzten Jahre von mir gehörten Alben auseinander  wie morsches Holz. Neue Giganten des Metals wandern unter uns, in der Schlacht geboren um zu wüten und zu herrschen. Als Lex J. Oven sich im Namen des Königreiches von metalunderground.at aufmacht, um Wissen über ihre dunklen Mysterien zu erlangen, erklärte sich der Meister der unheiligen Dämonenschreie Petros „Asgardlord“ Leptos bereit, Antworten zu geben. So versammelt euch und hört…

Lex: Petros, All Hail from Austria! Ich hoffe in Zypern ist alles klar?

Petros: Hail mighty Lex! Zypern hat definitiv schon bessere Tage gesehen, da wir uns tief in den Nachwehen eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs befinden. Aber wir waren von jeher starke Menschen und werden es auch diesmal überstehen! Crom, der seinen Anhängern Stärke und Zähigkeit verleiht, hat schließlich wenig Verständnis für Schwäche, nicht wahr?

Lex: Beginnen wir mit ein paar Fragen über eure Band und natürlich euer neues Album:

Für den Fall dass manche Leser zu träge sind um auf YouTube zu gehen und sich´s einfach selber anzuhören: Wie würdet ihr euren Sound beschreiben, um diese Tastaturkrieger zum Handeln zu bringen?

Petros: Es ist als hätte Conan der Barbar einen Dreier mit den Hexen aus Macbeth! Moment, das ist ja ein Vierer! Und all das, während die heilige Inquisition kurz vor dem Ausbrechen ist! Hat das Eure Neugier geweckt? Gut, dann los und hört euch das verdammte Ding an, wir haben mehrere Tracks auf YouTube hochgeladen!

Lex: Gibt es da einige Bands aus Zypern, die ihr uns empfehlen würdet anzuhören, und: Wie ist´s um die Metalszene dort bestellt?

Petros: Da gibt´s einige! Die Metalszene ist hier heutzutage ziemlich lebendig, ich glaube es gibt mehr Metalmusiker als es Metalfans gibt, haha! Das war früher nicht so, eine wirklich angenehme Wende der Dinge! Meine Lieblingsbands will ich jetzt nicht nennen, da dies unfair gegenüber all den anderen wäre. Also empfehle ich euch die exzellenten Seiten Chromium Sun und Cry Metal: Die haben jede Info die ihr braucht und noch mehr!

Lex: “Redemption Through Force” ist ein Stahlkappenschuh direkt aus den Folterkammern des Mittelalters: Wo er erscheint, tritt er Leuten in die Eier und hinterlässt dabei nichts als Pussies – Pussies die nach mehr schreien. Wie steht´s bisher mit den Reaktionen seitens der Presse und Fans? Liegen Ruhm und Groupies schon zum Greifen nahe?

 Petros: Hahahaa, weißt du das war genau was wir unserem Produzenten Paris gesagt haben, als wir besprochen haben wie das Album klingen soll: Wir wollten dass jeder Ton sitzt wie ein Tritt in die Regionen da unten! Die Reaktionen waren wahrlich überwältigend und ich kann gar nicht ausdrücken, wie dankbar und geehrt wir uns fühlen. Wir haben über den ganzen Globus Kopien verschickt und mit wunderbaren Leuten gesprochen und hoffen, eines Tages für jeden einzelnen dieser Leute live spielen zu können. Was Ruhm und Groupies angeht, die können zu den Leuten kommen denen solche Sachen wichtig sind. Wir kümmern uns nur um den Metal, nicht um dekadente Rockstarfantasien. [Eventuelle abgewiesene dekadente Groupies sind herzlich eingeladen, sich an mich zu wenden. – Lex]

Lex: Nachdem mich “Redemption Through Force” umgehauen und dazu verflucht hat, das Album wieder und wieder anzuhören (es wird jedes Mal noch besser), habe ich mir natürlich auch älteres Zeug von eurem ersten Album “The Hero, The Monster, The Myth” (2009) reingezogen. Obwohl ich diese älteren Stücke ebenfalls mag, muss ich sagen dass SOLITARY SABRED mit „Redemption Through Force“ (2014) einen gewaltigen Schritt vorwärts in Sachen Qualität, Durchschlagskraft und Hammermäßigkeit gemacht haben. Großartig! Was hat sich zwischen 2009 und 2014 verändert – Habt ihr eure Seelen dem Teufel verkauft?

Petros: Auf jeden Fall! Satan ist unser Manager, und er hat uns unter Vertrag genommen um den Soundtrack für seine Invasion des Himmels zu schreiben. Natürlich können wir keine Informationen darüber enthüllen, wann genau das passieren wird. Achte auf die Zeichen: Wenn du riesige brennende Gesteinsbrocken runterprasseln siehst, geh besser aus dem Weg! Jetzt ernsthaft betrachtet, es ist gut auf das was man geschaffen hat mit einem gleichermaßen wohlwollenden wie kritischen Auge zurückzublicken.  Als wir das erste Album „The Hero, The Monster, The Myth“ veröffentlichten, haben wir uns entschlossen das auch wirklich auf dem höchstmöglichen Niveau zu tun, für uns selbst als auch für die Leute die diese Art von Musik mögen. Also einerseits haben wir bis zum Erbrechen geübt, und uns auf der anderen Seite dazu entschlossen den ganzen Aspekten der Studioaufnahme genauere Beachtung zu schenken, in denen wir beim ersten Mal recht unerfahren waren. Paris Lambrou, ein Freund von uns seit Kindheitstagen der zufällig auch ein Kick-Ass Metal Produzent ist, hat uns an dieser Front gewaltig geholfen!
Ich persönlich habe endlose Stunden zwischen den beiden Alben mit Solfege [Für alle unmotivierten Tastaturkrieger: „Das Solfège … ist eine Tonlehre, die durch Übungen in Musiktheorie, insbesondere Notenlehre, Gehörbildung und Gesang dazu befähigen soll, eine Partitur zu spielen oder zu singen“ (Wikipedia) – Lex] und dem Studium von Musik verbracht; damit ich mit den anderen Kerlen in der Band besser kommunizieren kann, die sich intensiv mit Musik auseinandergesetzt haben und zum Teil professionelle Musiker sind.

Lex: Jetzt zwei Fragen zum Konzept des “Redemption Through Force”- Albums:

Als begeisterter Leser guter alter Sword & Sorcery/Pulp Fiction – Literatur oder einfach allem, das irrsinnige Titel wie „When Super-Apes Plot“ hat, bin ich auch an der Geschichte interessiert, die das Album erzählt. Soweit ich bisher erfahren habe, handelt es sich um eine halb historische Fantasy Story über einen ehemaligen Kreuzritter namens Jakob Kramer, der zum Exorzisten wird. Kannst du uns mehr über die Geschichte erzählen?

Petros: Ich bin selbst ein Riesenfan des Genres. Deshalb wollte ich etwas mit diesem Pulp/Sword&Sorcery-Feeling machen. Und – hier kommt´s – ich arbeite gegenwärtig an einem kleinen Roman, der auf der Geschichte des Albums aufbaut, den ich hoffe bald fertigstellen zu können. Ich weiß noch nicht, was wir damit anstellen werden, vielleicht bieten wir´s den Fans als eBook an. Möglicherweise irgendwo in der Zukunft auch in Form gedruckter Exemplare, zum Beispiel als Bonus für Spezialeditionen des Albums oder dergleichen. Aber ich schweife ab!
Die Geschichte besteht aus zwei Teilen: Auf der einen Seite ist da Jacob Kramer, ein Kreuzritter der zurückkehrte nur um herauszufinden dass seine Familie in England denn gottlosen Heiden zum Opfer gefallen ist und sich auf den Pfad rechtschaffener Rache begibt. Auf der anderen Seite steht Sarah Lancaster, ein Mädchen das vom Geist einer Hexe besessen ist. Ihre Schicksale treffen auf eine unerwartete Weise aufeinander, welche die Grenze zwischen Gut und Böse verschwimmen lässt. Aber keine Spoiler von mir, hoffentlich wird es den Leuten Spaß machen die Geschichte selbst fertigzuhören.

Lex: Einen Teil eurer Inspiration habt ihr dem mittelalterlichen Bestseller „Malleus Malleficarum“ (auch „Hexenhammer“ genannt) zu verdanken. Habt ihr echt das ganze Buch gelesen? Ich hab´s mal versucht, und es ist irgendwie ziemlich langweilig oder?

Petros: In der Tat! Obwohl es faszinierend ist, einen Blick in den mittelalterlichen Geist zu werfen, kannst du Vorurteile und chauvinistischen Mambo-Jambo nur eine gewisse Zeit lang lesen bevor es langweilig wird. Ich denke der erste Teil wo die Ursprünge der Hexerei diskutiert werden ist am interessantesten. Was mich allerdings besorgt ist, dass viele Leute immer noch so denken, trotz aller wissenschaftlichen und moralischen Fortschritte.

Lex: Ihr seid gerade dabei ein Musikvideo zu drehen?

Petros: Nun… besser gesagt haben wir für den Song “Burn Magic” vor zwei Jahren einen Clip gedreht und zwischenzeitlich das Filmmaterial verloren! Ich bin gerade vor zwei Wochen drüber gestolpert und habe die finale Bearbeitung erledigt. Es ist wirklich gut geworden, präsentiert aber ein älteres Line-Up der Band. Wir sind jetzt ein Quintett seit unser neuer Gitarrist Nicolas an Bord ist. Und da wir jetzt zu fünft sind und jeder in der Band gleich wichtig ist, fühlt es sich nicht richtig an etwas zu veröffentlichen in dem er nicht vorkommt. Deshalb bleibt der Clip einstweilen in den Archiven – vielleicht machen wir in der Zukunft etwas damit, wir werden sehen. Tausendmal danke an unseren guten Freund Pambos „Axehammer“ Charalambous, der die ganze Filmerei gemacht hat!

Lex: Wie lange werden wir auf das nächste Album warten?

Petros: Nicht sehr lange (Finger überkreuzt). Wir arbeiten bereits daran und planen das Studio irgendwann 2015 zu betreten um es 2016 fertig zu haben! Momentan tuen sich einige gute Dinge für die Band, und wir wollen nicht riskieren das Momentum wieder zu verlieren indem wir weitere fünf Jahre für das nächste Album brauchen. Besonders da wir bereits einiges Material dafür fertig haben (übrigens: Es tötet). Zur Überbrückung gibt´s nächstes Jahr eine Split-EP mit Hardraw, also bleibt dran!

Lex: Auf eurem YouTube-Kanal gibt es einige Live-Clips von euch zu sehen, die einen guten Eindruck machen. Habt ihr Pläne in…sagen wir mal… Österreich aufzutreten?

Petros: Hahahaa, würden wir echt gerne, wär  uns eine Ehre für euch zu spielen! Aber, gleiches Problem wie bei den meisten anderen Underground-Bands, es ist schwer einen Promoter zu finden der dich da rüberbringt. Allerdings muss ich zugeben, dass wir seit dem Release des Albums ein paar Angebote für Auslands-Gigs bekommen haben, also mal abwarten! Solitary Sabred sind schließlich vor allem eine Live-Band, das ist was wir am liebsten tun, und unseren Metal Brothers weltweit einen Besuch abzustatten wäre einfach genial.

Lex: Meine Schwachsinnsfrage:

Wir schreiben das Jahr 2020. Nach der Veröffentlichung eure dritten Albums “Number of The Force” kommt ihr plötzlich groß raus. Ihr startet eine Co-Headliner-Tour mit Manowar, die gerade wieder eines ihrer Alben neu aufgenommen haben (sagen wir diesmal ist es „Gods of War: 2020“). Es entbrennt ein Wettstreit darüber, wer lauter und besser ist, die Pussies der meisten Groupies feucht macht und so weiter und so weiter. Um das Ganze ein für alle Mal zu klären, muss einer von euch für den Heavy Metal kämpfen – und vielleicht auch sterben – gegen Joey De Maio. Denn wie der Highlander schon sagte: „Es kann nur einen geben!“. Ein No Holds Barred Bar Fight Wrestling Match ohne Regeln – aber mit Schwertern! Wer wird der Soltary Sabred Warrior sein, der die Herausforderung annimmt?

Petros: Hahahaa, also das ist die epischste Frage in der Geschichte des Interviews! Und „Number Of The Force“ ist ein geiler Albumtitel, möglicherweise verwenden wir den sogar! Also gut, zunächst einmal würde das niemals geschehen, niemals erhebst du die Waffen gegen deinen König, und Manowar sind bei mir das was einem Metal-Königtum am nächsten kommt. Die waren nicht nur auf musikalischer Ebene ein Einfluss, sondern auch als Lebenskodex: Integrität, Bruderschaft; sei der Beste der du sein kannst, jeden einzelnen Tag! Aber um die Frage zu beantworten: Es könnte jeder in der Band sein, da Joey dann meiner Einschätzung zufolge auf die 70 zugehen würde; also würden wir einfach herumrennen bis er einen Herzanfall bekommt, hahahaa! Auf diese Weise gehst du dann nicht als das Arschloch in die Annalen der Metalgeschichte ein, das Joey De Maio umgebracht hat. Andererseits bin ich mir wieder sicher, dass ein alter Krieger wie er einige Asse im Ärmel hat, also würden wir vielleicht sowieso damit enden Staub zu fressen. Auf jeden Fall kann ich mir weitaus Schlimmere Wege zu sterben vorstellen als durch die Klinge Joey de Maios zu fallen!

Lex: Nun, vielen Dank dafür, meine Fragen zu beantworten. Die letzten Worte gehören dir: Cast the final spell!:

Petros: Bruder, danke dir für das tolle Interview und die Unterstützung! Ich hoffe wir werden Österreich eines Tages besuchen um etwas Sabred Fury zu entfesseln! Bis dahin, schaut vorbei auf unserer Homepage solitarysabred.com und auf facebook.com/sabredmetal.

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Wenn mir irgendwas von Manowar nicht gefällt, konsumiere ich es solange, bis ich endlich nach mehreren Durchläufen erkenne, welche Großtat die New Yorker wieder geleistet haben. Leider habe ich diese Geduld nicht bei anderen Bands, tut mir leid für euch.

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