Metal Hammer Paradise 2015 13.11. – 14.11.15 Ferienpark, Weissenhäuser Strand

Written by Totti. Posted in Live Berichte 2015, Live-Berichte

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Published on November 25, 2015 with No Comments

Bands: Opeth, Subway to Sally, J.B.O., At the gates, Moonspell, Truckfighters, The Haunted, Panzer, Battle Beast, Dagoba, The Vision Bleak, Black Label Society, Helloween, Danko Jones, Sepultura, Graveyard, Entombed A.D., Rage, Destruction, Tankard, Gus G, Bullet Date: 13.11 – 14.11.15 Venue: Ferienpark, Weissenhäuser Strand

Bereits zum 3. Mal rief der METAL HAMMER gemeinsam mit dem Konzertveranstalter FKP SCORPIO das Indoor-Festival Metal Hammer Paradise an der Ostsee aus, und knapp 4000 Besucher folgten, um eine gute Auswahl an Bands + ein fettes Rahmenprogramm zu erleben, zu befeiern, mitzufeiern…was auch immer.

Auch ich folgte dieses Jahr dem Ruf, denn glücklicherweise habe ich 3 VIP Tix (Big Thanx To EMP Merchandise) gewonnen, die u.a. ein 3-Raum-Zimmer für mich und meine beiden Begleiterinnen beinhalteten.

Organisation, etc. bei der Ankunft lief beinahe reibungslos und nachdem wir von einem Zimmer ins nächste Zimmer gescheucht wurden, ging es natürlich erstmal in die GALERIA auf Entdeckungstour denn Hot Shot Records hatte einen großen Stand aufgebaut, an denen man sich für wenig Geld mit Shirts und CD´s eindecken konnte. Natürlich war auch der Metal Hammer mit 2 Ständen vertreten, 1x Festival Merch und 1 MH-Merch und Auskunft für volltrunkene Fragen… ;-)

Location und LeuteDem Band-Merch wurde auch etwas Platz spendiert so das immer das passende (nicht komplette) Shirt-Ensemble der aktuell spielenden Bands zu finden war (Till Burgwächter, warum gibt es von Dir noch kein Shirt zum Thema Bücher, Lesungen, etc…?).

Auf dem Gelände des Ferienpark ist so ziemlich alles zu finden, was der Mensch braucht:
Supermarkt, Geldautomat, Bäcker, internationale Cafes und Restaurants (für JEDEN Geschmack etwas dabei), Schwimmbad, Sauna, Wellnessanlage, Kinderbetreuung sowie 3 Bühnen…bzw. 2,5 Bühnen… Dazu gleich mehr!

Die größte Bühne stand in einem „Zirkuszelt“, MAXIMUM METAL STAGE genannt. Zweitgrößte Bühne war der BALTIC BALLROOM und die kleinste Bühne RIFF ALM war ein kleines gemütliches Blockhaus, was der saunierende Finne wohl „Großfamiliensauna“ nennen würden…von der Größe als auch von den Temperaturen her, wenn die Bands dort loslegten.
Und trotzdem hatte auch dieser „Mini-Club“ eine eigene Bar.

Till BurgwaechterZudem gab es noch eine Location namens WITTHÜS in der u.a. die Aftershowparties stattfanden, aber auch die geniale Lesung vom durstigen TILL BURGWÄCHTER, der einige Geschichten aus seinen beliebten Büchern rund um Metal und Bier zum Besten gab.
Nachdem wir abcheckten, wo sich was befindet, wir endlich unser Appartment beziehen konnten und landschaftstechnisch umgesehen haben (Ostseestrand ohne Ende, nur nicht wirklich das passende Wetter), ging es zu den TRUCKFIGHTERS aus Schweden, die mich persönlich von sich überzeugten. Bis dato habe ich mich noch nicht mit den Jungs beschäftigt, aber deren melodienreiche Songs mich noch Stunden später verfolgten.

Stonerrock a la KYUSS und Co. aus dem Land der Elche und IKEA! Definitiv einer der Gewinner für mich auf dem Festival.
(Warum sind die nicht mit MUSTASCH auf der letzten Tour unterwegs gewesen?)

Dadurch verpasste ich BATTLE BEAST, doch habe ich die Band um Fronterin Noora bereits vor ein paar Monden gesehen und weiß um die Power, welche die Finnen von der Bühne versprühen. Es gab an diesen 2 Tagen noch so einige Bands bei denen ich mich entscheiden musste, welche ich sehen will und welche nicht…

Danach ging es in die RIFF ALM, in der THE VISION BLEAK bereits mit dem vorletzten Song in den letzten Zügen lagen. Glasklarer Sound und die totale Überfüllung sorgten für gute Stimmung und hohe Temperaturen bei den Fans der Gothic-Metaller…von Friedhof ist hier nix zu spüren, eher von Sauna und Sahara…

JBO erklärten auf der MAXIMUM METAL STAGE jeglicher schlechten Laune den Krieg und spielten (wie bereits auf der letzten Tour) ihr komplettes Debüt „Explizite Lyrik“ in einheitlichem „Arschloch und Spaß“-Outfit, was für sehr großen Anklang sorgte, das Zelt füllte sich in kürzester Zeit immer mehr (leider gab es diese Shirts nicht beim Merch!).

Bei der Autogrammstunde später, konnte sich die Band sogar noch daran erinnern, als ich sie damit konfrontierte, das es vor knapp 20 Jahren im Berliner Tränenpalast noch Freibier von der Bühne gab… ;-)

In diesem Zelt befand sich auch eine VIP Einrichtung mit eigener Bar denn die VIP Ticketbesitzer durften (bis auf Cocktails) dort ALLE Getränke kostenlos zu sich nehmen. Auch konnten sich die älteren Jahrgänge wie ich es bin, gemütlich auf Polsterhocker, etc. bequem machen.

Leicht erhöht natürlich, um über die Köpfe der „normalen“ Zuschauer hinwegsehen zu können.
Top-Idee!

JBONachdem JBO ihr rosarotes Feuerwerk an gute Laune abgefackelt haben, ging es zunächst an einen der Verpflegungspunkte um mir dann von MOONSPELL im BALTIC BALLROOM düsteren Gothic Metal um die Ohren blasen zu lassen, aber das ging ja gar nicht…
Sound und Licht entsprachen dem Liedgut, doch angesprochen hat mich deren Programm überhaupt nicht. Die Band wirkte steif, kühl und es fehlte jegliche Interaktion mit dem Publikum. Es wirkte ein wenig wie:
-Wir sind MOONSPELL, wir spielen jetzt und das war´s!-
Genau, das war es!

Brauche ich auch nicht mehr denn das es auch anders geht, zeigten Fernando und Co. bereits vor vielen Jahren auf Tour mit KREATOR!

Subway To SallySchnell vergessen und wieder ab zum Zelt in dem SUBWAY TO SALLY aufspielten.
Die Hütte war brechend voll und deren Jünger sangen jeden Song Buchstabe für Buchstabe mit, aber ich werde einfach nicht wirklich warm mit den Potsdamern. Ich habe ja auch ein paar Songfaves für mich, aber eine komplette Show ertrage ich einfach nicht (und ich habe es jetzt schon mind. 1 Dutzend Mal versucht). Zum Glück sind Geschmäcker verschieden und ich muss ja auch zugeben, das sie mit Licht, Stimmen und Instrumenten schon eine einmalige Stimmung schaffen, aber ich werde nicht warm mit dem Gefiedel und (Sorry!!!) Eric´s Stimme.

Bestimmt ein ganz netter Mensch, aber ich mag einfach seinen Gesang nicht über 30 Minuten hören.

Zwischendurch trieb es mich zur Autogrammstunde mit THE VISION BLEAK, die zwar sehr freundlich und auskunftsfreudig waren, ich aber erfahren habe, das leider nicht wirklich mehr Menschen vorbeikamen, um sich irgendwas vollkritzeln zu lassen…

Gegen 22.30h eilte ich dann mit einigen anderen Metalheads zur RIFF ALM um mir ´die volle Kelle Heavy Metal zu geben.

Schmier, Stefan Schwarzmann und Herman Frank taten sich zusammen um ein knochentrockenes Metalset zu fahren doch es gab kein Reinkommen mehr. Man konnte draußen im Wind und Regen auf Monitoren hören und sehen wie drin der Bär steppte, aber der Laden war überproppevoll. Aber was ich hörte, hat mich fast durchdrehen lassen und wenn es keine Ordner gegeben hätte, wäre ich ich einfach mit Anlauf ins Publikum gesprungen um mich crowdsurfend irgendwie in Richtung Bühne tragen zu lassen! Was ich gehört habe, hat mir sehr gut gefallen.

At The GatesDie gelungene und von mir auch bereits erwartete Alternative im BALTIC BALLROOM hieß AT THE GATES, deren aktuelles (Comeback-)Album „At War With Reality“ mich immer wieder umbläst und ich heute meine Lieblingstracks davon auch erleben wollte.

Recht pünktlich haben die Schweden angefangen um der Crowd zu zeigen, wer eigentlich die Könige des melodischen Deathmetals sind. Brachial, laut und unberechenbar zeigte sich die Band spielfreudig und hinterließ nicht nur bei mir ein Tränchen der Glückseligkeit!

Um 23.30h legte dann DER Hauptact für Freitag los, bevor es zur exzessiven Aftershowparty ging (an der wir aber nicht teilnahmen).

OPETH konnten mich aber schon wieder nicht Live von sich überzeugen (Sound & Licht stimmten!). Auf Pladde finde ich die Jungs recht geil, Live aber recht langweilig.

Also wanderten meine beiden Begleiterinnen und ich in unser Appartment zurück (ca.4-5 Minuten Fußweg von allen Locations entfernt) und genossen noch etwas „Inhouse-TV, in dem rund um die Uhr aktuelle Videoclips präsentiert wurden. Leider stellte sich schnell heraus, das die Dinger wohl in ´ner Schleife liefen und sich das Programm schnell wiederholte. Also mal auf die Nachrichten gezappt und mitbekommen, was justament in Paris vorfiel…

Natürlich beschäftigt einen solch ein feiger Terroranschlag u.a. auf ein Konzert nicht nur während der News und wir gingen alle mit einem leicht mulmigen, aber auch traurigen Gefühl ins Bett.

Am nächsten Morgen (als noch nicht einmal alle Toten in Frankreich gezählt waren), erkundeten wir nochmal den stürmisch windigen Ostseestrand, versorgten uns mit Merch, festen Nahrungsmitteln aller Art und besuchten die Lesung vom durstigen TILL BURGWÄCHTER, dessen Bühnenbetreuung es nicht schaffte, ihm was passendes zum Trinken auf den Schreibtisch zu packen. Adäquat gab es von einer anderen Besucherin ´n Döschen Faxe…

Das hinderte TILL aber nicht daran, einige Kapitel und Anekdoten aus seinen Büchern vorzulesen, die von allen euphorisch aufgenommen wurden. Von mir aus, hätte er noch eine Weile weitermachen können!
Zwischendurch nahmen wir auch eine „Warnung“ wahr, die das stürmische Wetter betrafen. Es sollte nicht nur auf den Bühnen stürmisch werden.

Imperial State ElectricWährend meine Begleiterinnen ihr Ding drehten, musste ich mir unbedingt die Beat-Glam-Punks IMPERIAL STATE ELECTRIC um Nicke Andersson ansehen.

Was hat der Typ doch nicht alles in seinem Musikerleben auf die Beine gestellt: Er versorgte die Deathmetaller ENTOMBED mit dem richtigen „Bumms“ an den Drums, zockte zu aller Zufriedenheit mit den melodischen Skandinavien-Punks HELLACOPTERS rund um den Globus und ist seit einigen Jahren mit den IMPERIAL STATE ELECTRIC Ensemble in der Welt unterwegs. Die Fanschar wächst und so wurde es auch vor der MAXIMUM METAL STAGE ziemlich kuschelig als die Band ihren (aufgepasst!) alternive-beat-glam-punkrock zum Besten gab und dafür auch mehr als nur Höflichkeitsbeifall erntete. Das hat schon ganz ordentlich geknallt und das aktuelle Album „Honk Machine“ kann an dieser Stelle von mir nur immer wieder empfohlen werden.
Ich musste dann fix zum BALTIC BALLROOM eilen, in dem GUS G. mit seinen Mannen zum Tanz baten. Begrüßt wie ein alter Freund, legte der junge Gitarrenderwisch los und präsentierte (leider) hauptsächlich Material seiner Solo-Alben. Ein paar FIREWIND Perlen mehr, hätten nicht nur mich hocherfreut. Doch auch das eigene Material weiß zu überzeugen und lässt nicht nur meine imaginäre Matte rotieren…

GUS GDie Band wirkt als Band und nicht unbedingt als GUS & Friends was der Zuschauer natürlich mitbekommt und mit viel Beifall honoriert. Super Leistung des aktuellen Ozzy-Gitarristen der später noch einen Gitarren-Workshop runterreisst und Einblicke gibt, wie schnell man hier und da seine Finger bewegen muss. Nee… Gitarrespielen ist wohl nix mehr für mich.

Natürlich konnte man heute auch überall Gespräche zu den Terroranschlägen in Paris verfolgen…!
Doch tat dies der Gesamtstimmung (zum Glück) nicht wirklich einen Abbruch. Das Zelt wurde in Farben der Trikolore beleuchtet / angeleuchtet, und jeder hat sich eindeutig und sichtbar dazu seine Gedanken gemacht.

Nicke Andersson von IMPERIAL STATE ELECTRIC ist wirklich ein eher maulfauler Typ, der sich wohl lieber mit seiner Klampfe auseinandersetzt anstatt mit Menschen, denn die Autogrammstunde war wohl auch dermaßen fix durch, das ich sie leider verpasst habe.

Zum Glück hatte ich vor einigen Wochen die Möglichkeit zu einem (für seine Verhältnisse!) recht ausgiebigen Interview mit ihm…

GRAVEYARD haben auf der MAXIMUM METAL STAGE das Zelt nicht wirklich voll bekommen was mich auch nicht wundert, denn es war: Langweilig! Manchmal funktionieren diverse Albumsongs nicht wirklich Live, dazu die „Null-Ausstrahlung“ der Band…also ganz schnell ab zurück in den BALTIC BALLROOM in denen TANKARD grade den Bembel hebten und auf volle Pulle Metalparty aus waren.
Gerre & Co. haben wie gewohnt das Haus gerockt, weshalb mir in der RIFF ALM LANFEAR entgingen…aber man muss bei solch´ einem Event einfach Abstriche machen…

Dafür freute ich mich umso mehr auf CIVIL WAR und deren nackenbrechenden Heavy Metal-Hymnen…
Doch wer mal wieder zu spät kommt…Auch zu CIVIL WAR war die RIFF ALM vollends dicht, nix ging mehr, außer über Monitor von außerhalb…Seit wann haben die Leute hier angestanden?
Dafür verpasse ich jetzt DESTRUCTION?

Zurück zum BALTIC BALLROOM doch hier war es auch bereits mächtig voll und die anstehenden Besucher konnten das Thrashgewitter von Schmier & Co. wenigsten auf Monitoren verfolgen. Zum Glück habe ich mir einen eigenen „Laufplan“ erarbeitet…

SepulturaSchnell wieder zum Zelt, in dem sich SEPULTURA äußerst tight und spielfreudig gaben.
Wenn ich mit Derek Green´s Acting und Stimme klar käme, wäre das für mich bestimmt orgiastisch ausgefallen, aber ich vermisse einfach…ach lassen wir das!

Ich ging mir das Bowling gegen TANKARD ansehen und musste feststellen das Manager Buffo nicht Bowlen kann und der Rest der Band sich viel Mühe gab (hahahahaha),

Danko JonesUm 19.15h sollte es dann eigentlich für uns 3 „Let´s Rock´n´Roll“ mit DANKO JONES heißen, was ja auch teilweise der Fall war…

Eine unglaublich, verschwitzte Rocksause die die Kanadier boten und mir Live musikalisch besser gefallen als von Pladde…aber:
Kann mal bitte irgendjemand dieser kleinen Labertasche verklickern, das er gefälligst Musik machen soll?
Dieser, dieser,….hat einfach nicht aufgehört zu labern. Mal ein Witz, mal ein Spruch, Begrüßung, etc…aber der hat zwischen den Songs teilweise länger dummgelabert, als seine längsten Songs sind!
Das macht Aggro!!! „What a fuckin´Fuck Motherfuckers, if there is fucking Fuck, get the Fuck out of here motherfuckers…and we play a fuckin´song from…“!

Was ihn auch immer dazu bewegt hat: LASS DAS!
Hätte ich für ein einzelnes Konzert mit ihm dafür viel Geld bezahlt, hätte er nicht nur 1 volle Bierdose an den Kopf bekommen…! Meine Begleiterinnen konnten das auch nicht fassen…wenn seine Show so kräftezehrend ist (???), soll er ein Wasser trinken, mal kurz einen erzählen, und dann ist gut! Aber dieser Depp hat mehr erzählt als gesungen, was sehr sehr schade war, denn wenn es mal Musik gab, war das auch echt geil. Aber das „fuckin´fuck motherfuckerin´fucking“ Gelaber ging gar nicht! Also raus da bevor ich gleich doch gleich die Bühne stürme und den Vogel knebel´…

Qual der Wahl: Die Glamrocker KISSIN´DYNAMITE oder Urgewicht RAGE im neuen Line-Up…
Egal wofür ich mich entschied-richtig sauvoll war es auf beiden Gigs und genoss einfach mal ein bissl Konzertflair und etwas von dem vielen Nahrungsangeboten…

HelloweenMein kleines persönliches Highlight HELLOWEEN wollte ich unbedingt von Anfang bis Ende erleben, weil die Pommesgabel-Könige irgendwie immer ein Garant für Hits und gute Laune sind.

Das Zelt war brechend voll-ich war wohl nicht der Einzige, der das Kürbiskopf-Konglomerat erleben wollte…
Nach dem Intro legten die Hamburger mit „Eagle Fly Free“ und „Dr.Stein“ los. Andi sprach auf kurzem aber doch direkten Weg das Drama der vergangenen Nacht in Paris an, das man noch 2 Freunde vermisse…
Weiter ging es mit einer schönen musikalischen Reise durch fast alle Schaffensphasen der Band mit „My God-Given Right“, „Steel Tormentor“, und und und, bis…

Bis kurz vorm Drumsolo, Fliegeralarm, Trommelfeuer und Bomben ertönten…

Man sah so einige verdutzte Gesichter ins Rund schauen, nachdem in der Nacht zuvor 2 verpeilte Irrläufer terroristisch in einer Konzertlocation auf alles schossen, was sich bewegte…

Man denkt schon beim Betreten der Locations über vergangene Nacht in Paris nach, und wie es wohl weitergehen wird / soll…

Ein bissl mehr Pietät hätte ich mir zu dem Zeitpunkt schon gewünscht. Ich weiss nicht, ob ich bei IRON MAIDEN oder MOTÖRHEAD und und und… im selben Moment ähnlich gedacht hätte…

Aber meine Begleiterinnen waren davon sichtlich nicht so angetan!
Der Großteil des Publikums starrte weiter auf die Bühne um das Drumsolo zu begutachten und für uns ging das Leben auch weiter, später noch gefolgt von Gesprächen, Diskussionen und Debatten, ob das jetzt wirklich hätte sein müssen. Ich kann meine Begleiterinnen gut verstehen denn sie waren nicht die Einzigen im Zelt gewesen die sich mehr als nur verwundert umsahen…

HELLOWEEN zogen erfolgreich ihre Show gespickt mit Hits wie „Where The Rain Grows“, „Lost In America“ vom aktuellen Album, uvm., durch und ließen sich auch fett feiern bis ein Medley aus „Helloween“, „Sole Survivor“, „I Can“, „Are You Metal“ & ´ner extrem abgespeckten „Keeper..“-Version den regulären Teil beendet.

HELLOWEEN haben sich ziemlich lange bitten lassen auf die Bühne zurück zu kommen, um als Zugabe noch mind. 2 Bandklassiker zu spielen. Natürlich geht nichts ohne „Future World“ und „I Want Out“ um sich standesgemäß zu verabschieden und das Publikum zufrieden in die Umbaupause zu schicken.

Ich „joggte“ los, um noch etwas von ENTOMBED A.D. mitzubekommen, aber man kann halt nicht wirklich alles haben.

Brechend voll war es im BALTIC BALLROOM und der Gig schon wieder nur via Monitor beizuwohnen. Aber zu Hören war es und auch diese Schweden haben es gewaltig krachen lassen. Damit stehen auch ENTOMBED A.D. auf meiner „Gig- To-Do Liste“, wie einige andere hier verpasste Bands auch…

Bei BULLET in der RIFF AM hat wohl auch mächtig die „Luft gebrannt“. Die Skandinavier wussten das metalverwöhnte Publikum zu verwöhnen, konnte ich zumindest auf dem Monitor von außen erkennen…

Black Label SocietyNun stand noch Zakk Wylde, bzw. BLACK LABEL SOCIETY vor der fetten MAXIMUM METAL STAGE im Zelt an, was sich auch zusehends füllte. „Zottel das Urvieh“ und seine musikalischen Mitstreiter haben hier einen sehr gefestigten Stand in der Fanschar und werden sich über das überlaute Klingeln in der Merchkasse garantiert noch heute freuen…

Nun wartet alles gebannt auf den „anderen Ozzy-Gitarristen“ an diesem Tag und mit ´ner hübsch dekorierten Bühne, viel Licht und viel lautem Sound sowie Verspätung, ging das Spektakel des Nuschelmeisters los. Fetter Südstaaten-Stoner-Bikerrock dröhnt beinahe doomig UND bluesig, heavy durch das Zelt während das Gefolge jede Textzeile mitsingt, als hätte sie genau das auch erlebt.

Hier und da nervte ein bissl das affige Alpha-Männchen-Gehabe des Meisters, dafür habe ich meine Faves alle hören können, bevor er mich mit seiner 3- oder 4-teiligen Balladenkampagne aus dem Zelt trieb.
Meine Begleiterinnen sahen das ähnlich und wir verließen die Location um hier und da noch ein paar Bilder zu machen, mit anderen Besuchern zu unterlallen, ..ähh unterhalten, usw…und wir beschlossen für uns, hier und jetzt für uns das Ende des Metal Hammer Paradise Festival zu setzen, wackelten zu unserem Appartment, zogen Fazit, sahen Nachrichten und diskutierten Helloween´s und auch Zakk Wylde´s Sirenen und Bombenalarm,…

Mein Fazit: Ein wirklich gelungenes Event für Menschen die keinen Bock auf Schlamm oder Staub haben.
Gratulation an dieser Stelle auch zum „Sold Out“, es war ja auch eine eine verdammt gute Auswahl an Bands vertreten wobei auffiel, das wirklich viele Schweden am Weissenhäuser Strand ihr „Stell-dich-ein“ gaben.

Die Wege von den Wohneinheiten bis zu den Locations dauern nicht länger als 3-6 Minuten, durch den Supermarkt hielten sich auch alle anderen Preise zum Thema Getränke und feste Nahrung in Grenzen und es war alles bestens ausgeschildert & beschildert, der nahe Ostseestrand mit Spaziergangverlockung, usw.!
Auch das kameradschaftlich-friedliche Verhalten aller Beteiligten möchte hier lobend erwähnen, egal wieviel Druck auf´m Kessel herrschte…nichts und niemand machte hier Stress.

Das Appartment machte den Eindruck, als hätte jemand ´ne halbe Stunde vor unserer Ankunft nur mal schnell „geswiffert“…unser Grundtenor an Sauberkeit war schon: „etwas speckig“!
Aber ein warmes und trockenes Dach über´m Kopf, Kühlschrank, Kaffee kochen können und entspannt nach den Gigs auf der Couch Lümmeln, haben mich das schnell vergessen lassen.

Obwohl…die Dusche hätte schon die ein und andere Vollreinigung verdient…!
Egal, für mich war es das erste Mal Metal Hammer Paradise und wenn ich mich entscheide wiederzukommen, dann würde ich wohl auch wieder das VIP Ticket wählen. Die Sache mit dem VIP Bereich (die armen Ordner hatten wirklich ordentlich mit den strengen Kontrollen zu tun!) und den freien Getränken hat mir sehr gut gefallen.

Wenn es nicht zu dem Drama in Frankreich gekommen wäre, hätte das Wochenende ein 100%iges Highlight werden können – wofür das Festival ja natürlich nichts kann.

Aber doch wird mich die nächsten Wochen und Monate ein seltsames Gefühl verfolgen, wenn ich Konzerte o.ä. besuchen werde…!

Vielen Dank an alle Bands die ich erleben konnte und die mir irgendetwas signierten :-)
FETTES SORRY an die nicht gesehenen Bands, wir werden uns wohl auf den vereinzelten Touren treffen ;-)
VERSPROCHEN!

Und nochmal vielen Dank an EMP Merchandise und FKP SCORPIO!
Das war mal ein schöner Gewinn von dem ich lange zehren und erzählen kann!

Hier sind die Fazits meiner Begleiterinnen, die das Festival nochmal aus einer anderen Sicht sahen, bzw. erlebten:

Sabine:
Metal Hammer Paradise 2015- ein kurzer Erfahrungsbericht…
Als Nicht-Profi-Besucher solcher Events war ich wieder mal beeindruckt von der friedlichen Stimmung und der kameradschaftlichen Atmosphäre die man hier fand. Ein absolut unkompliziertes Miteinander mit Fokus auf die Musik, so wie es sein soll. Dass nicht mal Personenkontrollen nötig sind spricht wohl für sich. Die Veranstalter haben sich große Mühe mit der Organisation gegeben, überall Infostände, Wegweiser, Verpflegung, Merchandising (okay, die Mützen waren schon am Tag 1 ausverkauft), für jeden Geschmack und jeden Promillepegel alles dabei und einfach gemacht. Mehr geht in meinen Augen nicht.
Einziger Patzer war für mich der hochangekündigte Auftritt der Black Label Society, das ausgemachte Highlight und Abschluss. Die amerikanischen King-Kong-Prototypen starteten ihr Bühnenprogramm am Tag nach den Anschlägen in Paris mit Fliegeralarm- Sound und 911-Geheule, was für mich nicht nur geschmacklos sondern auch einfach unpassend war. Fingerspitzengefühl oder gar Pietät sucht man hier wohl vergeblich, da kann man die Bühne noch so schön in blau -weiss- rotes Licht tauchen.
Vielen Dank für 2 sensationelle Tage, tolle Musik und nette Menschen, bis nächstes Jahr…

Barbara:
Als Mitglied der “ü 40 Generation”, war das MHP mein erstes Metal Festival.
Die Idee das ganze in Zelten und festen Unterschlüpfen zu veranstalten, empfand ich als sehr einladend, um mein “erstes Mal” zu erleben.
Die Organisation war zu Beginn etwas chaotisch, aber durchaus menschlich, bei dem großen Andrang.
Sehr faszinierend empfand ich die Tatsache, dass der Alkohol, die laute Musik und die Menschenmassen sehr entspannt und friedlich miteinander waren.
Unsere Behausung war in Ordnung, das Reinigungspersonal ist zu dieser Zeit wohl schon im Winterschlaf!
Für das leibliche Wohl war gut gesorgt, ob in fester oder flüssiger Form.
Bei den Live-Acts hatten alle sehr viel Spaß.
Ganz besonders in Erinnerung ist mir Danko Jones geblieben.
Es gab nur ein paar Stücke, die mir auf den CD’S wirklich gefallen haben. Auf der Bühne jedoch fand ich alles sehr geil! Noch viel besser wäre es allerdings gewesen, wenn man ihm das fucking verfluchte sprechen verfucking verboten hätte….
Till Burgwächter hätte gerne den ganzen Tag vorlesen können und JBO auch gerne an beiden Tagen spielen dürfen.
Mein Fazit: gerne wieder und gerne mit mehr Sonnenschein!

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