Bands: MUSTASCH, TRANSPORT LEAGUE Date: 22.10.14 Venue: Faust/Mephisto, Hannover

Mieses Wetter versaute wohl so einigen Headbanger den Gang ins Mephisto/Hannover um sich dem Tourauftakt des metallischen Schweden-Doppelpacks zu geben, denn voll war der Laden nicht. Die 4/5 Füllung liess aber entspanntes Headbangen und Rumhampeln zu, ohne dem Nächsten auf dem Fuß stehen zu müssen. Wer´s nicht erlebt hat, hat jedenfalls schwer etwas verpasst, denn Hannover wurde gerockt…

Pünktlich betraten TRANSPORT LEAGUE die Bühne und packte das ca. 130-150-köpfige Publikum mit seinem wabernden Mix aus Southern / Punk / Doom / Dicke-Eier-Rock / Metal an den selbigen…

Zwischendurch lässt man auch gern mal den Blueser durchgucken, doch dominieren schwere fette Riffs, ein C.O.C.-artiger Bass, ein tightes Drumming sowie die sehr eigene Stimme plus eine große Portion Motivation und Spiellust das Live-Geschehen und die Band wirkte nach getaner Arbeit sehr zufrieden.

01-transport-league-01TRANSPORT LEAGUE sind seit den 90ern irgendwie ein immer kehrender Underground-Tipp, der aber viel mehr zu sagen hat, als ihn permanent in die Undergroundschublade stecken zu müssen.

Das Review zum aktuellen Album „Boogie From Hell“ folgt…

Der 22. Oktober markiert für MUSTASCH den Auftakt des 2.Teil der „Thank You For The Demon-Tour“ und nun wird in knapp 1,5 Wochen der Rest der Republik live beackert.

Nach einer wirklich kurzen Umbaupause legten die sympathischen bärtigen Heavyrocker los und das Publikum ging vom Anfang bis zum bitteren Ende steil mit…warum bitter?

02-mustasch-05Weil es dann halt vorbei war und man die Zuschauer mit „We Built This City“ von STARSHIP glücklich und zufrieden in die Nacht entlässt…

Doch so weit sind wir noch nicht…davor stehen noch knapp 100 Minuten elektrisierender, powervoller Heavyrock / Metal, der nicht nur Festivaltürme sondern auch Clubwände wackeln lässt. Hannover konnte recht textsicher die gut gewählte Setlist mitgröhlen und hatte mit einem sichtlich gutgelaunten Sänger Ralf Gyllenhammar viel Spaß, egal ob nun über deutsches Bier und deutsche Frauen sinniert wird…kurzfristig die Vorliebe zur deutschen Sprache erklärt wird…ohne die Show zur Lachnummer werden zu lassen, denn der MUSTASCH Rock´n´Roll-Train nimmt immer wieder volle Fahrt auf ohne irgendwann zu zerschellen! Ungebremst wird dem durstigen und feiernden Publikum ein extrem guter Sound geliefert, inklusive einer mir eher unbekannten Aktion, denn zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass die Band beinahe zu spielerisch die Zuhörer im Griff hat und nun mit einer Art „Jam-Session“ ein wenig dem Ganzen die Luft rausnehmen würde…

Aber denkste:
Der immer wieder mit dem Publikum agierende metallische Dreier wurde zu jeder Sekunde gefeiert und MUSTASCH hatten auch sichtlich Spaß daran, sich dermaßen zum Tour-Auftakt feiern zu lassen!

Ordentlich bejubelt und ausgepowert verließ die Band dann die Bühne und minutenlange Zugabenrufe folgten. Selbst als die Crew das Equipment abbaute, wollten die Zugabenrufe nicht enden und Gitarrist David kam nochmal auf die Bühne um zu erklären, dass ER noch jung genug sei, um weiter zu machen… 😉

MUSTASCH hinterlassen live (nur angenehme) Spuren! Derzeit fällt mir keine ähnliche Band ein, die Rock und Metal so sympathisch dreckig, aber auch klar und tanzbar spielt, ohne sich modernen Trends anbiedern zu müssen. Die 3 wirken als kämen sie mal kurz auf die Bühne, reißen charismatisch musikalisch alle Wände und Mauern ein und haben Spaß an dem ausgepowerten Trümmerhaufen den sie dabei hinterlassen.

Meinen Dank an Chrissi Cheshire, Jens Kramer, TRANSPORT LEAGUE & MUSTASCH für einen goßartigen Rock´n´Metal-Abend mit nettem Aftershow-Klönschnack und vielen lustigen sowie auch skurrilen Eindrücken… 😉

So gehört sich ein Tour-Auftakt: Mission erfüllt!

Eine kleine Geschichte am Rand:
Ich beobachte immer öfter auf Konzerten, dass einige „Fans“ unbedingt am Merch-Stand handeln müssen. Meine Meinung:
Wenn ein doppelseitig bedrucktes Tourshirt für fanfreundliche 15 Euro angeboten wird, dann muss ich nicht noch darum betteln, eins geschenkt zu bekommen oder nur für den halben Preis erwerben zu können.

Kaufe ich 2-4, dann kommen einen die Mercher doch sowieso meist entgegen, man bekommt noch einen Sticker oder Patch oder sonst was dazu…

Aber muss ich wirklich versuchen, bei 15 Euro für gute Qualität bis aufs Blut zu handeln? Auf ´nem Tourauftakt wenn die Merchkasse noch leer ist?

Ehrlich, da war mir ein wenig nach Fremdschämen zumute…
Bei ´nem Tourabschlusskonzert würde ich (wenn ich 2-3 Shirts erwerben will!) bestimmt auch versuchen, der Band zu helfen, die Materialkisten leer zu bekommen… Aber was ich jetzt zum wiederholten Mal erlebt habe, geht mir echt auf´m Sack! Dieses extreme Anbetteln ist ätzend!

So hilft man keiner Band, die wahrscheinlich am Merch ihren Unterhalt für die Tour verdient!
Denkt mal drüber nach!

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