Tracklist
01. IV
02. Piece Of Mind
03. Blame Me
04. Animal
05. Gears Of Society
06. Tyrant
07. Trees Of Yesterday
08. Short Fuse
09. Free
10. The Hunt
11. Phantom Silhouette
Besetzung
Robin Mattner – Vocals
Daniel Heß – Guitars
Olav Langer – Guitars
Max Sommerlad – Bass
Dominik Waldorf – Drums
Mit DIEVERSITY steht eine Band auf der Bühne, die im Melodic-Death-Metal nicht uneingeschränkt technisch überzeugt, sondern desgleichen erzählerisch zu packen weiß. Auf ihrem vierten Album »IV« beweisen Robin Mattner am Gesang, Daniel Heß und Olav Langer an den Gitarren, Max Sommerlad am Bass und Dominik Waldorf am Schlagzeug, dass die Formation sowohl Dynamik als daneben Abwechslung auf hohem Niveau beherrscht. Nach drei vorherigen Veröffentlichungen hatten Fans hohe Erwartungen – und die Band liefert sie fast vollständig ein.
Ein Intro, das Erwartungen weckt
Das Album beginnt mit »IV«, dass keine langen Aufwärmrunden benötigt. Stattdessen legt das Stück mit gut einer Minute eine dunkle, atmosphärische Grundierung, die den Hörer sofort in die Welt von DIEVERSITY zieht.
Melodie und Aggression
Der Übergang zu »Piece Of Mind« zeigt die Stärke der Band im Melodic-Death-Metal: harte Riffs, einprägsame Melodien und Mattners kraftvoller, im Kontrast hierzu variabler Gesang ergeben einen Song, der sowohl Headbanger sowie Fans komplexerer Strukturen abholt. Direkt im Anschluss schiebt »Blame Me« nach: ein Track, der mit Breakdowns arbeitet, die sich organisch in die melodischen Passagen einfügen. Die Produktion sitzt, jeder Gitarrenlauf ist klar definiert, und das Zusammenspiel zwischen Bass und Schlagzeug sorgt für ein Fundament, das nicht wackelt.
Rohe Energie trifft Gesellschaftskritik
Mit »Animal« und »Gears Of Society« verschiebt die Band den Fokus auf gesellschaftliche Themen. »Animal«, schreit förmlich nach Ungezügeltheit, während »Gears Of Society« ein mechanisches, annähernd maschinelles Gefühl erzeugt, das die Textinhalte unterstützt. Die Songs haben Tempo, Aggression und Struktur zugleich. Auffällig ist, dass die Band es versteht, die Schwere nicht nur über den Sound, sondern darüber hinaus über das Storytelling zu transportieren – eine Balance, die im Genre nicht selbstverständlich ist.
Dunkle Atmosphäre
Die Mitte des Albums wird mit »Tyrant« düsterer. Hier zeigen DIEVERSITY ihr Talent, Spannung aufzubauen. Die Gitarren wechseln zwischen schneidenden Leads und melodischen Akzenten, während Mattners Gesang die Dramatik verstärkt. »Trees Of Yesterday« dagegen ist melancholisch, beinahe hymnisch. Es ist ein Stück, das zeigt, dass die Band auch Momente der Ruhe und Reflexion beherrscht, ohne dass die Härte verloren geht. Gerade in diesen Passagen wird deutlich, wie ausgereift das Songwriting geworden ist.
Kurz und intensiv
»Short Fuse« ist ein kurzer, aggressiver Ausbruch – mehr Schlag ins Gesicht als narrative Reise – und funktioniert hervorragend als Kontrast zu den längeren Tracks. »Free« öffnet demonstrativ den Blick in Richtung Aufbruch: melodische Leads treffen auf treibende Rhythmen, und Mattner zeigt vokale Variabilität, die den Song zu einem Highlight macht. Die Mischung aus Intensität und Eingängigkeit ist hier besonders gelungen.
Hochspannung zum Abschluss
Den Abschluss bilden »The Hunt« und »Phantom Silhouette«. »The Hunt« ist ein energiegeladenes Finale, das die Aggression noch einmal nach vorne treibt. Die Gitarren wechseln zwischen schweren Riffs und melodischen Läufen, während das Schlagzeug alle Details unterstützt. »Phantom Silhouette« rundet das Album ab, ohne den Druck herauszunehmen.
Reife und Vielschichtigkeit
Mit »IV« zeigen DIEVERSITY, dass Modern/Melodic-Death-Metal mehr sein kann als bloß Geschwindigkeit und Aggression. Die Band verbindet technische Präzision, eingängige Melodien und eine dramaturgische Songstruktur. Jeder Track hat seinen Platz, kein Füllmaterial lenkt ab, und die Produktion unterstützt die Energie, ohne steril zu wirken. Kleine Schwächen gibt es bei einzelnen Übergängen, die manchmal abrupt wirken, aber sie fallen kaum ins Gewicht.
Ein Album, das Fans des Genres begeistert und zusätzlich neugierige Hörer einlädt, die nach Melodie, Härte und Ausdruck gleichermaßen suchen. Mit diesem Werk positioniert sich DIEVERSITY als feste Größe im europäischen Metal, die man nicht unbedeutend hören, sondern erleben sollte.
Fazit: Mit »IV« ist DIEVERSITY ein beeindruckendes Werk gelungen, das sowohl die Härte des Melodic-Death-Metal und die Tiefe moderner Songwriting-Elemente vereint.

