ALTER BRIDGE – Alter Bridge

ALTER BRIDGE - Alter Bridge - album cover

Band: ALTER BRIDGE 🇺🇸
Titel: Alter Bridge
Label: Napalm Records
VÖ: 09/01/26
Genre: Alternative Rock/Metal

Tracklist

01. Silent Divide
02. Rue The Day
03. Power Down
04. Trust In Me
05. Disregarded
06. Tested and Able
07. What Lies Within
08. Hang By A Thread
09. Scales Are Falling
10. Playing Aces
11. What Are You Waiting For
12. Slave To Master

 

Besetzung

Myles Kennedy – Vocals, Guitar
Mark Tremonti – Guitar, Vocals
Scott Phillips – Drums
Brian Marshall – Bass

 

Bewertung:

5/5

Vier Männer, ein klarer Auftrag

ALTER BRIDGE sind längst mehr als nur die „Ex-CREED-Band mit neuem Sänger“. Myles Kennedy, Mark Tremonti, Scott Phillips und Brian Marshall haben sich seit ihrer Gründung als eigenständige Größe im modernen Rock und Metal etabliert. Kennedys unverwechselbare Stimme, Tremontis wuchtiges, oft überraschend melodisches Gitarrenspiel, Marshalls tief groovender Bass und Phillips’ schnörkelloses, aber kraftvolles Schlagzeug bilden seit Jahren ein eingespieltes Gefüge. Mit ihrem neuen, selbstbetitelten Album »Alter Bridge« legt die Band nun ein Werk vor, das genau dieses Zusammenspiel feiert und auf den Punkt bringt.

Ein Album ohne Umwege

Schon der Opener »Silent Divide« macht klar, wohin die Reise geht. Keine lange Anlaufphase, keine überflüssigen Effekte. Ein düsterer Riff-Teppich, darüber Kennedys klare, leicht melancholische Stimme, die sich langsam zu einem kraftvollen Refrain aufbaut. Der Song wirkt wie ein Statement. Alter Bridge klingen hier selbstbewusst, fokussiert und erstaunlich frisch für eine Band, die seit zwei Jahrzehnten unterwegs ist.

»Rue The Day« zieht das Tempo an und erinnert an die härtere Seite der Band. Tremonti feuert Riffs ab, die zwischen Alternative-Rock und modernem Metal pendeln, während Phillips das Ganze mit einem treibenden Groove zusammenhält. Der Song lebt von seinem Kontrast zwischen aggressiven Strophen und einem angenähert hymnischen Refrain.

Druck und Dynamik

Mit »Power Down« und »Trust In Me« zeigt die Band ihre Stärke im Umgang mit Dynamik. »Power Down« wirkt wie ein kontrollierter Ausbruch. Der Song schiebt nach vorne, bricht fortwährend kurz ein und sammelt sich neu, bis er in einem wuchtigen Finale mündet. »Trust In Me« ist melodischer, fast nachdenklich, ohne dabei an Spannung zu verlieren. Kennedys Gesang steht hier im Mittelpunkt. Er schafft es, Verletzlichkeit und Stärke in einer Stimme zu vereinen.

»Disregarded« und »Tested and Able« gehören zu den direkteren Nummern des Albums. Hier regiert der Groove. Marshall und Phillips liefern ein solides Fundament, auf dem Tremonti seine Riffs ausbreitet. Besonders »Tested and Able« bleibt mit seinem eingängigen Refrain lange im Ohr, ohne sich anzubiedern.

Die ruhigeren Momente

Mit »What Lies Within« gönnt sich das Album einen ersten echten Atemzug. Der Song ist zurückhaltender, beinahe introspektiv. Akustische Elemente mischen sich unter die elektrischen Gitarren, Kennedys Stimme klingt hier besonders nahbar. Es ist einer dieser Momente, in denen ALTER BRIDGE zeigen, dass sie mehr können als bloß Druck und Lautstärke.

»Hang By A Thread« knüpft daran an, steigert sich im Kontrast hierzu wieder zu einem kraftvollen Rocksong. Der Aufbau ist klassisch, allerdings effektiv. Leise Strophe, großer Refrain, ein Gitarrensolo, das nicht uneingeschränkt Technik zeigt, sondern echte Emotion transportiert.

Wenn die Waage kippt

»Scales Are Falling« gehört zu den spannendsten Tracks der Platte. Der Song spielt mit ungeraden Rhythmen und einem leicht düsteren Unterton. Er fühlt sich approximativ wie ein innerer Monolog an, der musikalisch in Bewegung umgesetzt wird. »Playing Aces« dagegen ist direkter, angenähert ein kleiner Stadionrocker, der live garantiert gut funktionieren wird.

»What Are You Waiting For« ist einer der emotionalen Höhepunkte. Der Song wirkt wie eine Aufforderung, endlich loszulassen und vorwärtszugehen. Kennedys Gesang trägt hier viel Dringlichkeit in sich, während die Band im Hintergrund ein breites, warmes Klangbild aufbaut.

Ein starker Abschluss

Mit »Slave To Master« endet das Album so, wie es begonnen hat. Kraftvoll, konzentriert und ohne Schnickschnack. Der Song bündelt viele der Stärken dieser Platte. Ein markantes Riff, ein prägnanter Refrain und eine Produktion, die jedes Detail klar hörbar macht, ohne steril zu wirken.

Produktion und Sound

Der Sound von »Alter Bridge« ist modern, im Gegensatz hierzu nicht glattgebügelt. Die Gitarren haben Druck, ohne zu matschen. Der Bass ist präsent und verleiht den Songs Tiefe. Das Schlagzeug klingt trocken und direkt, exakt richtig für diese Art von Rock. Vor allem Kennedys Stimme wurde hervorragend eingefangen. Sie steht immer im Vordergrund, ohne die Instrumente zu erdrücken.

Ein selbstbewusstes Statement

Dieses selbstbetitelte Album wirkt wie eine Standortbestimmung. ALTER BRIDGE müssen niemandem mehr etwas beweisen, und das hört man buchstäblich. Die Songs sind kompakt, durchdacht und emotional aufgeladen. Es gibt keine offensichtlichen Füller, keine Tracks, die man skippen möchte. Jeder der zwölf Songs trägt seinen Teil zum Gesamtbild bei.

»Alter Bridge« ist kein Experiment, sondern ein sehr klares Bekenntnis zu dem, was diese Band ausmacht. Große Melodien, harte Riffs und ehrliche Texte, die zwischen Hoffnung, Zweifel und Durchhaltewillen pendeln. Für Fans ist das Album ein Geschenk. Für Neueinsteiger ein perfekter Einstieg.

Fazit: ALTER BRIDGE beweisen mit ihrem gleichnamigen Album erneut, warum sie zu den besten Bands ihres Genres zählen.

Internet

ALTER BRIDGE - Alter Bridge - CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

Related Articles

- Advertisement -spot_img

Latest Articles