Konkurrenz belebt ja oft das Geschäft und führt zu besseren Verhältnissen für den Konsumenten. In einigen Fällen ist das sicher von Vorteil aber in diesem Fall? Verträgt Österreich zwei Rock-Festivals innerhalb einer Woche  in einer Entfernung von unter 100 Kilometern? Natürlich nehmen sich die Festivals gegenseitig Besucher und auch Bands weg, wenn man aber einmal nüchtern auf einen Punkt schaut: Rock In Vienna ist ein Festival in der Stadt, das hauptsächlich auf die Anreise mit der U-Bahn und das Schlafen im Hotel ausgelegt ist. Das Nova Rock ist weiterhin ein klassisches Festival  mit Camping. Was die Bands angeht, so punktet das Rock In Vienna mit Bands, die vor Jahren eigentlich schon am Nova Rock Headliner waren (ist auch klar, so viele als Headliner qualifizierte Bands für ein 30.000 Besucher Festival gibt es auch nicht), das Nova Rock jedoch mit Bands, die schon lange nicht mehr oder überhaupt noch nie in Österreich waren. Was jedoch der große Vorteil des neuen Festivals ist: der Platzhirsch Nova Rock hat sich mit negativen Punkten der letzten Jahre beschäftigt und den wohl negativsten abgeschafft: die weiten Wege von Blue Stage zur Red Stage. Dazu aber später mehr.

Schon bei der Anreise war die erste Verwunderung doch groß, keine Ableitung der Caravans an der Abfahrt Mönchhof, kein Stau bei der Abfahrt Nickelsdorf, aber eine bereits übliche Situation: es ist kurz vor 11 und der Caravan-Platz ist schon in der ersten Reihe gut gefüllt.  Kann man sich bei einem Einlass um 10 Uhr kaum vorstellen, war aber in den letzten Jahren auch immer so. Der Unterschied in diesem Jahr: Frühankömmlinge werden mit einer schönen Gebühr von 40€ belohnt. Aus Sicht der Veranstalter sehr verständlich (es wurde im Internet oft genug darauf verwiesen), aus Sicht der Besucher schon eine kleine Überraschung. Ansonsten bleibt das Übliche: so ziemlich jedes Auto kommt auf den Caravan, Glasverbot wird nicht kontrolliert und auch das Grillverbot interessiert keinen.  Auch eine Ticketkontrolle findet nicht statt, was dazu führt, dass eigentlich jeder auf das Caravan-Gelände kommt.

Was die Infrastruktur am Campingplatz angeht gibt es wie immer nicht viel zu meckern. Eine große Anzahl an Dixis über das Gelände verteilt, gratis Spülklos beim Duschzelt und auch Comfort-WCs um 2€.
Die Duschsituation hat sich jedoch nicht als so einfach dargestellt. Es gibt zwar Duschmöglichkeiten wie das große Duschzelt. Wieso man jedoch dieses nur von 8 bis 18 Uhr öffnet ist eine andere Frage. Es mag zwar Leute geben, die auf Festivals nicht duschen, die Schlange vor dem Zelt zeigt aber immer noch anderes. Am Anreisetag hat man es ja auch bis 23 Uhr geschafft, was die ganze Sache noch unverständlicher macht.
Ansonsten gibt es noch zahlreiche, wenn auch nicht günstige und qualitativ nicht so hochwertige, Essensstände am Campingplatz, den Shop in dem wieder Getränke fast zu Supermarktpreisen gekauft werden konnten sowie auch 2 Bühnen, die Singer-Songwriter-Stage und auch eine Bühne im Jägermeister-Gelände.
Als ein wenig nervig kann man die strikte Trennung zwischen Caravan und normalem Campingplatz bezeichnen. Ja, ein Zaun ist dafür notwendig, aber kein einziger Durchgang? Da ist es doch klar, dass der Zaun irgendwann zerstört wird und die Leute doch von der einen Seite zur anderen wollen. Aus Sicherheitsgründen kann dies wohl nicht gewesen sein, wenn man nämlich mal die Rettung mit Blaulicht am Zaun stehen sieht und es gibt keine Möglichkeit auf die andere Seite zu kommen ohne einen langen Umweg zu fahren, ist dies doch unverständlich.

Bevor wir nun jedoch zu den Bands kommen, gehen wir mal auf das neue Gelände ein. Es wurde ja angekündigt, dass es keine so langen Wege beim Bühnenwechsel mehr gibt. Die Blue Stage und die Red Stage stehen auf derselben Höhe, die Red Stage dabei ein wenig gedreht, sodass keine Soundüberschneidungen entstehen. In der Theorie klingt dieses Vorhaben sehr gut, die Umsetzung in der Praxis kann auch als gelungen bezeichnet werden. Ein großer Eingang führt direkt auf das Kerngelände, wo man sich entscheiden kann, in welche Richtung es geht. Sollte man sich nicht gleich entscheiden wollen, gibt es auch weiter vorne noch die Möglichkeit zwischen den Bühnen zu wechseln. Wer zur Red Bull Brandwagen Stage will steht beim Eingang schon fast davor, wer nichts mit den Standard Döner oder Asia Nudeln zu tun haben will geht gerade aus zum Genussland Burgenland, wo unter anderem auch Fernsehkoch Oliver Hoffinger für den einen oder anderen kulinarischen Leckerbissen sorgt.
Ansonsten im Innenbereich: viele Getränkestände, viele Essensstände, zahlreiche Toiletten (auch gespült) und das wohl wichtigste bei über 30 Grad am ganzen Wochenende: gratis Wasser an mehreren Wasserstellen.

Da es aber auf dem Nova Rock doch hauptsächlich um Musik geht, darf natürlich auf diese auch nicht vergessen werden. Die schwedischen Deathstars machen dabei den Anfang. Bereits seit vielen Jahren sind die Jungs um Sänger Whiplasher nun schon unterwegs, profitieren jedoch auch weiterhin von ihren starken ersten Outputs Synthetic Generation und Termination Bliss. Auch wenn man sagen muss, dass die Stimmung vielleicht mit entsprechender Lichtshow bei Dunkelheit durchaus interessanter wäre, machen die Jungs ihre Sache doch sehr gut. Songs wie Tongues, Cyanide oder auch Death Dies Hard sind Ohrwürmer und gerade Whiplashers Gesang sorgt für das gewisse Etwas.

Life Of Agony haben sich zwar schon des Öfteren aufgelöst, kehren aber immer wieder zurück. Mit Ausnahmesängerin Mina Caputo (früher einmal als Ausnahmesänger Keith Caputo bekannt) und eigentlich genügend Hits im Ärmel sollte doch etwas herauskommen. Was da aber aus den Boxen Tönt ist eher schlecht als recht. Leider wollen weder River Runs Red noch Weeds oder auch Love To Let You Down ziehen. Mina quält sich eher durch die Songs und auch die Backing-Vocals von Joey Z. und Alan Robert klingen alles andere als gut. Leider eine enttäuschende Performance.

Godsmack sind ja ein ganz seltener Gast in Österreich, daher war der Auftritt der Jungs um den sympathischen Frontmann Sully Erna ein Pflichttermin. Wer mit Hits wie Straight Out Of Line, Awake und der aktuellen Single 1000hp loslegt, der zeigt, dass er einiges vor hat. Auch wenn die Songs immer wieder relativ ähnlich sind, der Sound von Godsmack macht Spaß. Auch Voodoo oder auch I Stand Alone können beim österreichischen Publikum punkten. Man kann hier wirklich nur hoffen, dass die Amerikaner nun öfter nach Österreich kommen.

Natürlich darf an diesem Tag auch ein Besuch bei der kleineren Red Stage nicht fehlen und was es da zu hören gab war ganz schön überraschend. Recht poppig kommt der Sound von Yellowcard von der Bühne und dank cooler Melodien, starkem Gesang und dem interessanten Einsatz einer Violine macht der Sound auch richtig Spaß.

Der eigentliche Grund für den Besuch bei der kleineren Bühne ist jedoch der Auftritt der Guano Apes. Auf ihren ersten 3 Alben haben sich zahlreiche Hits gesammelt, nach Walking On A Thin Line war ich aber eher der Meinung, dass es die Band eigentlich nicht mehr so gibt. Leider war auch der Auftritt der Band eher weniger gelungen. Auch wenn Songs wie You Can’t Stop Me, Quietly oder auch Open Your Eyes durchaus interessant sind, so richtig konnten Sandra Nasic und ihre Herren die Songs nicht von der Platte in die Realität umsetzen.

Zurück zur Blue Stage und zur wohl schwierigsten Band des Festivals, schwierig dahingehend, dass die Jungs von Mastodon einfach so viele verschiedene Stile vermischen und daher einfach nicht zu einer easy listening und daher auch schwierigen Festivalband werden. Man konzentriert sich hauptsächlich auf das neue Album Once More Round The Sun, welches auch zum Glück für die Festivalbesucher ein paar der eingängigsten Mastodon Songs beinhaltet. High Road oder Motherload machen auch vor allem deshalb Spaß, da auch Drummer Brann Dailor eine seiner besseren Gesangsleistungen liefert. Musikalisch kann man die Jungs ja nur loben. Das Gitarrenduo Brent Hinds und Bill Kelliher rockt durch die komplexen Songs, Troy Sanders am Bass sorgt gemeinsam mit Brann an den Drums für den nötigen Groove. Großartiger Auftritt, zwar nicht einfach aber trotzdem überragend.

Lamb Of God haben in letzter Zeit wieder für eher positive Schlagzeilen gesorgt. Die Zeiten als Frontmann Randy Blythe durch Gerichtstermine und Haft überall bekannt wurde sind vorbei, jetzt zeigt unter anderem der Einstieg von Drummer Chris Adler bei Megadeth, dass der Name Lamb Of God wieder mit Musik assoziiert wird. Aber was erwartet man von einem Lamb Of God Auftritt? Aggression, Aggression und noch mal Aggression. Randy wütet über die Bühne, brüllt sich die Seele aus dem Leib und fordert immer wieder Pit um Pit. Musikalisch kracht es natürlich auch, Songs wie Redneck machen auch Spaß, aber es liegt vor allem an Randy, dass es hier ordentlich zur Sache geht.

Mötley Crüe sind ja schon lange unterwegs, nach Österreich haben sie es aber noch nie geschafft. Jetzt sind sie jedoch da und das auf ihrer letzten Tour und da stellt sich die Frage: haben es die alten Herren noch drauf? Die Antwort ist hier eher schwierig zu beantworten. Mick Mars an der Gitarre ist natürlich ein ganz großer, gesundheitlich angeschlagen wirkt er schon ein wenig scheintod, aber was der Herr mit seiner Gitarre noch zaubert ist natürlich großartig. Drummer Tommy Lee und Bassist Nikki Sixx sind nicht nur durch ihre Ehen mit Baywatch-Nixen bekannt, sie sind auch großartige Musiker. Und dann wäre noch Sänger Vince Neil oder besser gesagt die Schwachstelle der Band. Die Stimme sitzt einfach nicht und auch optisch passt er einfach nicht mehr zum Image, das die Band darstellen will. Der Herr hat zwar viel durchgemacht, aber da hat jemand eindeutig zu lange für das Ende der Karriere gewartet. Im Endeffekt ein doch eher enttäuschender Auftritt, da kann auch der Feuer-Bass von Nikki Sixx und auch ein agiler Mick Mars nichts ändern.

Der inoffizielle Headliner des Abends war als Late-Night-Act angekündigt und passt so gar nicht in das Programm des Nova Rock: Scooter. Was hier jedoch kam ist ein Triumphzug von H.P. Baxxter und seinen Mitstreitern. Von Hit zu Hit, von One (Always Hardcore) über How Much Is The Fish! bis zu Nessaja, die Menge kennt kein Halten mehr. Es wird lautstark mitgesungen, auf der Bühne gibt es neben Tänzerinnen auch noch eine große Lichtshow und ordentlich Pyros. Natürlich stellt sich die Frage, wie sehr man diesen Auftritt ernst nehmen soll, die Stimmung ist jedoch enorm und man hört auch nach dem Auftritt noch sehr viele Festivalbesucher die Songs von Scooter singen.

Tag Nummer 2 startet mit Asking Alexandria und ein wenig Verspätung. Die britische Metalcore-Band hatte wohl leichte technische Probleme bis man endlich mit dem neuen Sänger Denis Shaforostow loslegen konnte. Es sind große Fußstapfen in die der junge Mann tritt, war doch sein Vorgänger Danny Worsnop ein Meister seines Faches, der seinen Stimmumfang mittlerweile in einer ganz anderen Richtung bei We Are Harlot zeigen kann. Denis ist jedoch ein würdiger Nachfolger, der nicht nur die Growls sehr gut beherrscht sondern auch bei den Clean-Teilen seine Stärken zeigt. Musikalisch kann die Band um das einzige verbliebene Gründungsmitglied Ben Bruce jedoch auch überzeugen wobei das Set einfach zu kurz geraten ist und so auch Hits wie The Death Of Me keinen Platz mehr hatten.

Die Niederländer Epica sind eine relativ schwierige Band. Vielen ist dieses theatralische Auftreten von Frontfrau Simone Simons einfach zu viel, vielen sind auch die großzügigen symphonischen Elemente vermischt mit dem hohen Gesang der Dame und den Growls von Mark Jansen zu komplex oder zu wenig eingängig wie Genregrößen wie Within Temptation oder auch Nightwish. Natürlich handelt es sich um großartige Musiker, jedoch will der Sound auch nicht so richtig zünden. Songs wie Storm The Sorrow oder auch Unleashed sind zwar nicht schlecht, so richtig rüberkommen mag der Auftritt jedoch nicht.

In Extremo hingegen sind schon immer eine Live Band gewesen. Liegt es am Party-tauglichen Sound, der Show mit Pyros oder auch der Live-Präsenz von Sänger Das letzte Einhorn, ein großartiger Auftritt ist fast immer garantiert. Egal ob Songs wie Zigeunerskat, Vollmond, Küss mich oder auch Erdbeermund sorgen von Beginn weg für eine großartige Stimmung.  Egal ob Mittelalter-Instrumente, Gitarre oder auch das Schlagzeug, alle Instrumente kommen klar aus den Boxen, der Sound drückt, die Stimme sitzt, und beim einen oder anderen Song wird es auch dank Feuer in den hinteren Reihen noch richtig heiß. Da kann man nur hoffen, dass die Jungs bald wieder in Österreich auftauchen.

Papa Roach werden ja leider immer noch auf Last Resort reduziert. Jeder, der die energiegeladene Show von Jacoby Shaddix jedoch schon einmal erlebt hat, kann bezeugen, dass die Band wirklich mehr drauf hat. Natürlich sind Songs wie Between Angels And Insects und Broken Home vom Erfolgsalbum Infest immer noch Klassiker, jedoch können auch die neuen Songs vom aktuellen Album F.E.A.R. wie Gravity oder auch Falling Apart durchaus punkten. Man sieht zwar Jacoby durchaus an, dass die letzten Jahre relativ hart für ihn waren, seinem Auftreten als Entertainer und auch seiner Stimme hat dies aber kaum geschadet. Jerry Horton schüttelt immer noch starke Riffs aus seiner Gitarre und bereits vor dem Überhit Last Resort kocht es vor der Red Stage. Auch wenn bereits während Papa Roach die erste Gewitterwarnung auf den Leinwänden ankommt, der Stimmung tut dies keinen Abbruch. Hier kann man sich wirklich nur noch auf die gemeinsame Tour mit Five Finger Death Punch im Herbst freuen.

Das vorhin angekündigte Gewitter war es dann auch, dass leider In Flames für mich unmöglich machte, daher geht es glatt weiter mit Nightwish. Ich hatte ja schon in Wacken das Vergnügen Floor Jansen als neue Frontfrau zu erleben, der Unterschied zum damaligen Auftritt liegt aber nicht nur am Ort, auch die Setlist war deutlich unterschiedlich. Natürlich konzentriert man sich auf das aktuelle Album, jedoch muss man einfach einsehen, dass doch ein Großteil der Fans immer noch alte Hits hören will. Ja, Floor kann alles singen, aber wenn man den größten Hit der Band Nemo auf einem Festival nicht spielt dann läuft was falsch. Viele werden sich vielleicht denken, lieber gar nicht als die schwache Akustik-Version zu Anette Olzon Zeiten, trotzdem fehlen auch andere Bandhymnen wie Over The Hills And Far Away (wenn auch nur ein Cover) oder auch Wishmaster. Außerdem wirkt die Band irgendwie lustlos, keine Spur vom motivierten Auftritt des Wacken Open Air. So gesehen ein eher schwacher Auftritt einer der wichtigsten Vertreter des Female Fronted Metal.

Tag Nummer 3 beginnt für mich mit den deutschen Chartstürmern Powerwolf. Bei enormer Hitze sorgen die Jungs um Ausnahmestimme und Entertainer Attila Dorn bereits früh für eine großartige Stimmung. Nicht nur dank der immer wieder witzigen Ansagen von Attila und einer großartigen Setlist, die neben den Hymnen Resurrection By Erection und We Drink Your Blood natürlich auch Songs vom letzten Nummer 1 Album Preachers Of The Night enthält, geht es schon recht früh ordentlich zur Sache. Auch wenn der Auftritt mit nur ca. 40 Minuten relativ kurz ist, Fans der Wölfe kommen hier wirklich auf ihre Kosten.

Die Pure Fucking Folk Metaller aus der Schweiz, Eluveitie, sind auch schon immer ein Garant für starke Live-Auftritte. Ein wenig heftiger als Powerwolf zuvor rocken sich unsere Nachbarn von Beginn an durch eine starke Setlist, die auch beim Publikum ziemlich gut ankommt. Frontmann Chrigel Glanzmann entpuppt sich zwar nicht als so publikumsnah wie Attila Dorn zuvor, trotzdem steigt die Stimmung von Song zu Song. Egal ob King, Thousandfold oder auch Inis Mona, der Sound sitzt. Als Überraschung gibt es auch noch The Call Of The Mountain, nach Publikumswahl in Schweizer Deutsch.

Die Überraschung des Tages ist jedoch anschließend All That Remains. Mit ihrer aktuellen Single This Probably Won’t End Well startet die Band um Ausnahmesänger Phil Labonte in ihr Set und es zeigt sich von Beginn an, die Band hat Spaß an ihrem Auftritt. Gitarrist Oli Herbert zeigt sich nicht nur als versierter Lead Gitarrist, der optisch kleine Bruder von Dream Theater Gitarrengott John Petrucci zeigt sich auch als wahrer Poser. Drummer Jason Costa zeigt sich nicht nur mit Highspeed Bass-Drum als starker Drummer und Bassistin Jeanne Sagan zeigt sich nicht nur am Tieftöner, sie unterstützt auch Phil sehr gut mit ihrem Gesang. Auch wenn die Band in den letzten Jahren wegen ihren softeren Songs einiges an Kritik einstecken musste, an diesem Tag lassen sie es wirklich krachen. Die einzige Ausnahme:  die starke Ballade What If I Was Nothing?. Ansonsten harte Stücke wie The Air That I Breathe oder der Bandklassiker This Calling.

Bei Hollywood Undead war ich zuvor ein wenig skeptisch. Die Mischung aus Slipknot (dank der Masken) und Linkin Park (dank des Sounds) wollte mich im Vorfeld einfach nicht überzeugen, der Live-Auftritt der Amerikaner hat mich aber doch eines besseren belehrt. Die gekonnte Mischung von Hip Hop mit harten Gitarren, ab und zu sogar mal ein wenig Abwechslung mit akustischer Gitarre, sowie eingängige Melodien können auch beim Publikum ziemlich punkten. Ganz schön viele Leute singen die Songs der Amerikaner mit, wobei Songs wie Day Of The Dead live auch um einiges besser rüberkommen als auf Konserve. Auch wenn ich jetzt kein Fan der Band werde, als Live-Band kann man Hollywood Undead durchaus empfehlen.

Bereits gegen Ende der Amerikaner zeigt jedoch die Leinwand der Blue Stage ein ähnliches Bild wie am Tag zuvor: Gewitterwarnung. Dank der eigentlich für Schatten gedachten Zelte bietet sich während der Umbaupause zu Five Finger Death Punch auch die Chance noch schnell ins Trockene zu kommen. Als jedoch Festival-Chef Ewald Tatar die Bühne betritt und die Evakuierung anordnet, konnte nur noch mit einem Unwetter gerechnet werden. Dieses war zwar kurz aber heftig, was jedoch nicht zum Abbruch des Festivals führte. Als Ewald Tatar die Bühne dieses Mal betrat hatte er bessere Nachrichten, das Festival wird fortgesetzt, alle Bands werden auftreten.

Nach einiger Verzögerung konnten sich nun auch endlich Five Finger Death Punch auf die Bühne begeben. Sänger Ivan Moody versucht von Beginn an die Menge mitzureißen, mit Under And Over It und Burn It Down geht es gleich so richtig los, was jedoch ein wenig bremst ist der Sound. Da einige Lautsprecher noch dank des Sturms auf Halbmast hängen, geht es ein wenig leiser zur Sache, außerdem liegt auf der Bassdrum von Jeremy Spencer ein komisches Klicken, was beim Speed des Herren doch recht störend ist. Im Laufe der Zeit bessert sich der Sound aber und so kann nicht nur Gitarrist Jason Hook (mit interessanten Lichteffekten auf seiner Gitarre) das eine oder andere Solo raushauen. Die Guitar Hero Hymne Hard To See oder auch Lift Me Up sorgen für großartige Stimmung und man kann kaum glauben, dass die Band kurz vor der Absage stand. Für Burn M.F. kann die Band sogar noch All That Remains Fronter Phil auf die Bühne holen ehe mit The Bleeding auch schon wieder das Ende erreicht ist. Was für mich jedoch komisch ist: warum kommt als Outro House Of The Rising Sun vom Band? Hätte man das Set nicht noch um diesen Song verlängern können?

Leider ist das Festival nach dieser Band für mich auch schon wieder zu Ende. Ewald Tatar und seine Crew haben wieder ein großartiges Festival auf die Beine gestellt, die Neuerungen haben sich wirklich ausgezahlt, man kann daher nur hoffen, dass das Team von Nova Music wieder ein starkes Lineup für 2016 auf die Beine stellt.

Zum Schluss noch die obligatorischen Pros und Contras:

+)           neues Geländekonzept
+)           Essens- und Getränkeauswahl
+ )          gratis Wasser
+)           Infrastruktur

-)            Duschzeiten
-)            Stau zwischen Behindertenpodest und Merchandise-Stand bei Blue Stage

 

 

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