“The Bloody Road to Golgotha-Tour 2015”, W.A.S.P., Lucky Bastardz 30.10.2015, Großer Rathaussaal, Telfs

Written by Lex J.Oven. Posted in Live Berichte 2015, Live-Berichte

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Published on November 02, 2015 with No Comments

Bands: W.A.S.P., Lucky Bastardz Date: 30.10.15 Venue: Großer Rathaussaal, Telfs


Man kann über Blackie Lawless und W.A.S.P. an Negativem sagen und erlebt haben, was man will (durchschnittliche Alben, Blackie´s Egoeskapaden, abgebrochene Konzerte, (Teil-)Playback…), nichtsdestotrotz hat diese Band einige der zwingendsten und unterhaltsamsten musikalischen Kapitel der Hard ´n´Heavy – Geschichte verfasst. Selbstverständlich stand dieser Termin also unverrückbar in meinem persönlichen Kalender fest. Dass das neue “Golgotha”-Album unerwartet dermaßen stark geworden ist (für mich ganz klar in Augenhöhe mit klassischen Alben wie “The Headless Children” und “The Crimson Idol”), hat die Vorfreude nochmal in die Höhe getrieben.

Ein gut gefüllter Rathaussaal sprach dafür, dass doch so einige da ebenso denken. An dieser Stelle ist ein klares Lob für “Telfs Lebt” und Christian Santer auszusprechen: Einmal dafür dass dieses Konzert überhaupt stattfinden konnte und zweitens für die reibungslose Organisation. Stressfreier kann ich mir eine Veranstaltung in dieser Größenordnung kaum vorstellen: Einlass, Bier bestellen… alles ging Ratzfatz ohne langes Beine-in-den-Bauch-Stehen.

Pünktlich durfte dann auch der Support-Act Lucky Bastardz vor allen willigen Zeugen loslegen.

01-lucky-bastardzLucky Bastardz
Die italienischen Hardrocker haben sich 2008 formiert und letztes Jahr bei Sleaszy Rider Records ihr drittes Studioalbum veröffentlicht. Nur die wenigsten Anwesenden dürften mit dem Material der Band vertraut gewesen sein. Die Jungs waren offensichtlich motiviert, das zu ändern und versuchten mit einer sehr energiegeladenen Performance, ein paar Anhänger an Land zu ziehen. Wenn dies nicht gelungen ist – und so schaut es trotz Höflichkeitsapplaus aus – liegt das schlicht am Songmaterial. Zumindest auf meiner Hirnfestplatte schaut es auch nach dem Auftritt im “Lucky Bastardz”-Dateiordner ziemlich leer aus.

W.A.S.P.
Mit dem Problem musste sich der Headliner natürlich gar nicht erst rumschlagen: “On Your Knees” hieß es da vor einer Legende mit einer Setlist, die größtenteils direkt aus dem kollektiven Unterbewussten des traditionellen Heavy Metals kommt. Evergreens wie “Wild Child”, “I Wanna Be Somebody”, “Arena Of 02-wasp-39Pleasure” oder eine “LOVE Machine” kennt und liebt man einfach spätestens nach dem erstmaligen Hören. Aber auch “Last Runaway”, “Miss You” und natürlich “Golgotha” vom grandiosen neuen Output wurden gespielt und zündeten ebenso wie die Nummer-Sicher-Kalliber aus den goldenen Bandjahren. Die Leinwandkulissen lieferten dazu die passenden optischen Zuckerln. Hat schon was, parallel zur Show den dreißig Jahre jüngeren Lawless im Hintergrund auf dem Motorrad rumtuckern und wild herumspringen zu sehen.

Ja klar, die Darbietung war vielleicht etwas zu perfekt – gerade was die stimmliche Performance des doch schon 60jährigen Meister Lawless angeht. Ich gehe davon aus, dass da stellenweise technisch etwas nachgeholfen wurde. Mir war und ist das völlig piepegal, weil es verdammt nochmal einfach ein GEILES Konzert war. Die Stimmung im vollen Saal war astrein. Wer da nicht mitfeiert, denkt zuviel, lebt zu wenig, hat immer noch ein Trauma wegen dem abgebrochenen Konzert im Hafen vor etwa 10 Jahren, was weiß ich.

Also: Pommesgabeln hoch und Schlüpfer runter für den blutigen Weg nach Golgotha anno 2015!

Setlist:

01. Intro
02. On Your Knees / Inside the Electric Circus
03. The Real Me (The Who cover)
04. L.O.V.E. Machine
05. Last Runaway
06. Crazy
07. The Titanic Overture
08. Arena of Pleasure
09. Miss You
10. Thunderhead
11. Hellion / I Don’t Need No Doctor
12. Golgotha

Zugabe:

13. Chainsaw Charlie (Murders in the New Morgue)
14. Wild Child
15. I Wanna Be Somebody

About Lex J.Oven

Wenn mir irgendwas von Manowar nicht gefällt, konsumiere ich es solange, bis ich endlich nach mehreren Durchläufen erkenne, welche Großtat die New Yorker wieder geleistet haben. Leider habe ich diese Geduld nicht bei anderen Bands, tut mir leid für euch.

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