The Final Battle Tour– Manowar 24.11.2017 Zenith, München

Written by Lex J.Oven. Posted in Live Berichte 2017, Live-Berichte

Tagged: , , , , , , , , ,

Published on November 28, 2017 with No Comments

The Final Battle Tour– Manowar  24.11.2017 Zenith, München

manowar-The-Final-Battle-Tour-2017-tour-flyer Bands: Manowar Date: 24.11.17 Venue: Zenith München

Dass ich dem „Final Battle“ der Metalkings beiwohnen würde, stand nie in Frage – schon alleine, weil ich es bisher noch kein einziges Mal geschafft hatte, Manowar live zu sehen. Gute zehn Monate im Vorhinein hatte ich mir also konsequent meine Karte zum stolzen Preis von 90 Euro reserviert. Auch für Iron Maiden löhnt man schließlich einen vergleichbaren Betrag, und die stehen auf meiner persönlichen Bestenliste einen kleinen Tick weiter UNTEN. Offensichtlich sahen das jede Menge Leute in München ähnlich, denn das Zenith war restlos ausverkauft an diesem Abend. Damit das also klar ist: Ich habe gar nicht erst versucht, mir eine Akkreditierung für diesen Termin zu besorgen. Ich wollte diesen Auftritt als zahlender Fan erleben, und keinesfalls eine lästige Objektivitätsbürde mit mir herumschleppen. Das hier wird also ein reiner Fan-Bericht, getränkt mit all den (teuren) Bieren, die dazugehören.

The Arrival:

Lex Oven und Hardy Brave (ein langjähriger Mitstreiter in Sachen Manowar) kommen zwei Stunden zu früh zum Zenith. Die Schlange ist jetzt schon erstaunlich lang. Wir beschließen nach zwei Stunden, gestärkt mit Fast Food und Bier, wiederzukommen. (Ein Imbisswagen steht für diesen Zweck zwar bereit, hat sich aber bereits ebenfalls mit einer langen Warteschlange infiziert). Wieder zurück und um ein weiteres Bier stärker, wird das Absperrband unsererseits gekonnt ignoriert, so dass die Wartezeit effizient abgekürzt werden kann. Außen schreit ein Kerl mit einem Schild herum: Er sammelt Geld, um Manowar sehen zu können. Wir werden ihn im Verlauf des Abends nicht wiedersehen. Wir sind jedenfalls nach zehn Minuten drin.

The Hall:

Der Merchandise-Stand hat nach einem kurzen Blick auf die Preise seine Ruhe vor mir. 40 Euro kostet ein T-Shirt, ohne Ärmel sind es 35. Zwar bin ich gerne bereit, für das Abschlusskonzert einer Legende einiges hinzulegen, aber wahre Männer geben für T-Shirts maximal 25 Euro aus. Weil sie das Geld für das Bier brauchen, das 4,50 kostet. Plus Pfand.

The Battle:

Etwa eine halbe Stunde nach Einlass legen Manowar los, da die New Yorker glücklicherweise auf die sonst obligatorische, und häufig eh nur nervenzehrende, Vorband verzichten. Bis dahin habe ich meine Erwartungen bewusst niedrig gehalten: Denn viele der im Netz herumgeisternden Liveaufnahmen aus den letzten Jahren haben nicht gerade eine Band in Topform gezeigt. Gerade das Aushängeschild Eric Adams machte da oft einen weniger taufrischen Eindruck an der Gesangsfront. Und überhaupt wird die Band auch live-technisch so häufig und konsequent schlecht geredet, dass es ja fast schon stimmen muss. Bullshit! Von den ausufernden Reden eines Joey DeMaio, der Lustlosigkeit einer gealterten Band, schlechtem Sound oder schlechter Songauswahl kann keine Rede sein. Und auch Eric Adams zeigt sich bei voller Stimmpower, dass es nur so kracht. Ich kann mich beim besten Willen nicht an die ganze Setlist erinnern, aber sie enthielt neben all den obligatorischen und unverzichtbaren Live-Krachern eben auch Exoten-Tracks, die ich an diesem Abend nicht unbedingt zu erhoffen gewagt hätte: „Spirit Horse of The Cherokee“, „Secret Of Steel“ und (YES!) „Mountains“ kamen beispielsweise zum Zug. Völlig ausgelassen wurden dagegen die „Thunder In The Sky“-EP und das „The Lord Of Steel“-Album, was aber für die meisten Anwesenden wohl durchaus akzeptabel war. Es gab genau eine Ansprache von Joey DeMaio, gespickt mit Weisheiten wie „München ist Manowar-Stadt“ oder „Schwing dein Ding“, sowie der Ankündigung einer Spoken Word Tour zur offiziellen Geschichte Manowars (die für 2019 bereits geplant ist). Ansonsten reihte sich ein von ganzem Herzen mitgekreischter Klassiker und Exoten-Track an den nächsten, ohne Pause, rund (geschätzte) zweieinhalb Stunden lang. Wer nach diesem Auftritt nicht heiser und zufrieden war, macht auf Konzerten prinzipiell etwas falsch (Tipp: Ein Konzert ist KEINE Dvd: Also steht nicht rum; hört auf damit,alles die ganze Zeit zu bewerten; und vor allem: lasst eure elenden Smartphones und IPhones mal in der Tasche). Irgendwas gibt es freilich immer zu meckern – und wir kommen gleich dazu…

The Agony:

Manowar – immer Freunde von Superlativen – versprachen im Vorfeld natürlich, dass diese Tour das „biggest thing ever seen“ sein soll: Ja, die Bühnengestaltung konnte sich sehen lassen, allerdings nur wenn man in den vordersten Reihen sein Hörvermögen riskiert, oder über die erforderliche Körpergröße verfügt, um davon in den mittleren und hinteren Rängen einer vollen Zenithhalle etwas mitzubekommen. Einige zusätzliche Leinwände, um das Geschehen auf der Bühne bis ganz nach hinten optisch miterlebbar zu machen, das wäre schon etwas gewesen. Überhaupt gab es in Hinsicht auf Optik und Effekthascherei nichts, was Manowar nicht schon 2016 abgezogen hätten. Hier haben die Kings also im Vorfeld ein wenig übertrieben, was sie nicht nötig gehabt hätten. Merchandise: T-Shirts um 40 Euro kauft Mann und Metaller nicht. Wir sind doch keine Kunden von Gucci & Co. Bier: 4,50 für einen halben Liter Bier im Plastikbecher. Nicht gut, wird von Mann und Metaller aber dennoch konsumiert.

The Victory:

Trotz der unter „Agony“ aufgeführten Kritikpunkte: Das Konzert, die Form der Band, die Setlist und der Sound ließen wirklich keine Wünsche offen. Wer die Band noch einmal live erleben möchte, sollte das dieses Jahr definitiv tun. Ansonsten sehen wir uns vielleicht erst bei Joey DeMaios Spoken Word Tour oder vielleicht … ab 2020 bei einer „Resurrection Of The Hammer“-Tour?

Dr. Maze Pain:

Ja, auch ich war mit insgesamt 4 weiteren Freunden dort. Ein erstes bzw. letztes Mal MANOWAR sehen (wer´s glaubt, ist selber schuld, denn die kommen wieder ;-) ). Ich muss in allen Punkten meinem Kollegen Lex stark zustimmen. Alles war sehr, sehr gut konzipiert, die Stimmung war hervorragend, die Band gab an dem Abend wirklich Gas, ohne viele Reden zu schwingen, bis auf das Intermezzo von Joey De Mayo, das aber völlig in Ordnung war und sogar wahrlich passte. Eric Adams Stimme war großartig, auch die Leistung sämtlicher anderer Musiker äußerst professionell. Zum Thema T-Shirt Preise: Metaller kaufen sich um diesen Preis sehr wohl Shirts, Longsleeves usw., denn die Merch-Leute waren fast über die ganze Show hinweg im Dauerstress und verdammt viele Leute hatten dann ein nagelneues Shirt an… Auch meine Freunde! Die Songauswahl war hervorragend gewählt, nur für mich persönlich hab ich einfach “Carry On” und “Defender” vermisst, aber das ist reine Geschmackssache und sicher keine Kritik. Kritik hatte ich nur, auch wenn MANOWAR als lauteste Band on Earth gilt, dass, wenn sie schon extrem laut spielen, dann auch der Gesamtsound passen muss. Nur, an so manchen Stellen diverser Songs war der Bass einfach viel, viel zu laut, so dass Mr. Karl Logan kaum hörbar war (zumindest rhythmus-technisch). Je weiter nach hinten ich mich verzogen hatte, desto angenehmer war das Hörvergnügen und letztlich sogar das Sehvergnügen, denn ich fand noch einen wunderbaren Platz auf der Absperrung der Garderobe stehend. Dafür erhielt ich auch regelmäßig Stunk von den durchaus netten Security Damen, die ihren Job sehr ernst nahmen. Aber nach ein paar Bieren… Mit niedriger Erwartung in die Halle hinein – mit einem fetten Grinser wieder hinaus! Danke MANOWAR! Rock on Dr. Maze Pain!

Setlist:

01. The Miracle and Finale (Miklós Rózsa song)
02. Manowar
03. Blood of My Enemies
04. Metal Warriors
05. Brothers of Metal Pt. 1
06. Mountains
07. Fallen Brothers – Karl’s Solo
08. Heart of Steel
09. Secret of Steel
10. Spirit Horse of the Cherokee
11. Call to Arms
12. Sons of Odin
13. Kings of Metal
14. Sting of the Bumblebee
15. Joey’s Speech
16. Fighting the World
17. Kill With Power
18. Sign of the Hammer
19. The Power
20. Battle Hymn
21. Warriors of the World United
22. Hail and Kill
23. Black Wind, Fire and Steel
24. The Crown and the Ring (Lament of the Kings)

About Lex J.Oven

Wenn mir irgendwas von Manowar nicht gefällt, konsumiere ich es solange, bis ich endlich nach mehreren Durchläufen erkenne, welche Großtat die New Yorker wieder geleistet haben. Leider habe ich diese Geduld nicht bei anderen Bands, tut mir leid für euch.

Browse Archived Articles by