Winter Rituals 2018 – Asmodeus, Thirdmoon, Revel In Flesh, Svartidaudi, Aura Noir 01.12.18 Explosiv, Graz

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Asmodeus-live-2018„Schönen Abend, bitte hereinspaziert, liebe Dunkel-, Todes- und SchwarzmetallerInnen!“, hiess es am 1. Dezember zur Zweitausgabe des kleinen aber feinen Winter Rituals 2018-Festivals im Grazer Explosiv. Das Explosiv ist nach wie vor im Aufwind, und kann im Moment – so denke ich – als die wichtigste Metal-Venue in Graz gelten. Ich, als Schreiberling und Fotofuzzy für unser kleines Familienwebzine, hatte die große Freude, vor Ort sein zu dürfen. Njo, was gab es da zu sehen und hören?

Da ich die erste Truppe Necifer nicht hörte, sondern erst bei Asmodeus so um sieben einstieg, beginnen wir mit zweiteren. Ohne Frage sind die Österreicher Amodeus ein wichtiger und routinierter Teil der Szene, vor dem Festival hatte ich noch ihr neues Album angehört. Live sind sie druckvoll, aber auch ein bisschen lieblos unterwegs; in dem Sinne, dass ihr Bewegungsradius auf ein A4-Blatt pro Person passt. Nichtsdestotrotz war ihr eher traditioneller Black Metal ein guter Vorheizer. Und ganz großes Kino sind die Stachelgamaschen ihres einen Gitarristen – der Mann muss die Kvltness mit der Muttermilch aus Bergen aufgesogen haben.

Thirdmoon-live-2018Weiter ging’s im schönen Reigen mit Thirdmoon, die mich dann ziemlich begeisterten. Die Linzer sind seit 1994 unterwegs und haben grad ihr neues Album rausgehaut. Live kam ihr Melodic Death Metal wirklich fetzig; erinnerte mich sehr an In Flames, aber in gut, also zu Jester Race Zeiten. War eine ordentliche Keule in der Schnittmenge zwischen Melodie und Tod.

Den Stab aufnehmen durften dann die Todesmetaller Revel in Flesh aus Deutschland. Bei ihnen hatte ich das Gefühl, dass sie noch hungrig sind. Vor allem ihr Schreihals machte das gut. Zusammen mit Thirdmoon vorher war das ein amtlich Todesbrett zur Mitte des Rituals. Gefiel mir! Auch das ordentlich vorhandene Publikum vor Ort im Explosiv kam jetzt etwas mehr aus seiner Lethargie.

Nach Revel in Flesh kamen Svartidaudi aus Island. Im Gegensatz zu den nach wie vor von mir geschätzten Solstafir, die auch meine Mama inzwischen mögen könnte, machen Svartidaudi noch immer Metal; und SVARTIDAUDI-live-2018zwar atmosphärischen Black Metal mit allerlei Zwischenschrot aus Psychedelik, Melodien und anderem Kram. Die gute Nachricht ist, was auf Platte viel Hörarbeit efordert um zu zünden, funktioniert live perfekt. Vom ersten Moment an wuchteten die Isländer eine dunkle, bedrohliche und massive Atmosphäre ins Explosiv, die mich schlicht begeisterte.

Den Abschluss machten Aura Noir, die zum ersten Mal hier in der Venue antanzten. Sie bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Thrash-, Tod und Teufel, und ihre Platten sind wirklich hörenswert. Als Headliner waren sie im Grazer Szenetempel schon vor ihrem Auftritt eines der Gesprächsthemen.

Fazit: Ich freute mich wie ein ein Christkind im Batushka-Shirt, dass ich dabei sein durfte. Ein rundum gelungenes Event, nur die Crowd hätte etwas crowdiger sein können, also mehr mitgehen. Grad bei den späteren Bands eines Festivals habe ich das schon motivierter erlebt, vor allem an einem Samstagabend. Auch bitterböse MetallerInnen dürfen sich bewegen. Meine Favoriten waren Svartidaudi, deren Musik für Live-Events geschaffen ist!

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Headbanger and bedhanger.

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