Tracklist
01. One Thousand Shining Bubbles
02. Beastmaster of the Void
03. Gott Mit Uns Nicht
04. The Call of the Abyssal Bell
05. Black Magical Soap Opera
06. Temple of the Fleshless Goddess
07. Libido et Mors
08. Beyond the Dream Gate of Fear
09. Maker of Angels
Besetzung
Andrea Bertolazzi – Vocals
Andrea Baraldi – Guitars
Michele Perla – Guitars
Luca Marmi – Bass
Nicholas Badiali – Drums
Fünf Köpfe, ein dunkles Herz
KARMIAN bestehen aus Andrea Bertolazzi (Vocals), Andrea Baraldi (Guitars), Michele Perla (Guitars), Luca Marmi (Bass) und Nicholas Badiali (Drums). Gemeinsam liefern sie auf ihrem neuen Album »Horror Vacui« melodischen Death-Metal, der sowohl technische Präzision als auch düstere Atmosphäre vereint. Geschrieben wurde die Musik von Baraldi und Badiali, während Bertolazzi die Texte beisteuerte. Arrangiert wurde alles im Kollektiv. Aufgenommen, gemischt und gemastert von Luca Cocconi und Simone Sighinolfi im Audiocore Studio.
Ein Einstieg ins Chaos
Das Album eröffnet mit dem epischen Sechseinhalb-Minuten-Track »One Thousand Shining Bubbles«. Gleich hier zeigt die Band, dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt. Komplexe Riffs, druckvolle Drums und Bertolazzis kraftvolle Stimme verschmelzen zu einem dichten Soundteppich. Die Melodieführung bleibt trotz der Härte stets im Gedächtnis, und schon nach wenigen Takten ist klar, dass »Horror Vacui« kein einfaches Metal-Album ist. Es ist atmosphärisch, aggressiv und überraschend einnehmend zugleich.
Aggression und Ironie
Mit »Beastmaster of the Void« verkürzt sich der Song auf ein knapp dreieinhalbminütiges Statement purer Aggression. Die Gitarren schlittern über die Rhythmussektion, als wollten sie alles niederreißen, während Bertolazzi zwischen Growls und klaren Passagen wechselt. Danach folgt »Gott Mit Uns Nicht«, das seinen provokativen Titel mit einer entsprechend intensiven musikalischen Umsetzung untermauert. Hier trifft rasende Geschwindigkeit auf hypnotische Gitarrenläufe, die beinahe wie ein düsterer Märchenwald klingen, in dem jede Ecke eine Bedrohung birgt.
Atmosphärische Tiefe
In »The Call of the Abyssal Bell« verlangsamt die Band das Tempo und öffnet ein Fenster in den Abgrund. Die Atmosphäre ist drückend, fast cinematic, mit melodischen Passagen, die den Hörer in den Bann ziehen. Direkt im Anschluss sorgt »Black Magical Soap Opera« für eine überraschende Wendung. Verspielte Gitarren treffen auf unheilvolle Vocals, die die düstere Ironie des Titels unterstreichen. Es ist eine kleine, aber feine Eskapade innerhalb des Albums, die zeigt, dass KARMIAN nicht nur Wucht, sondern auch kreative Vielfalt beherrschen.
Theatralik und Extreme
Mit »Temple of the Fleshless Goddess« bewegt sich die Band in eine nahezu rituelle Dimension. Kurze, punktuelle Gitarrenparts treffen auf perkussive Elemente, die einen fast tranceartigen Effekt erzeugen. »Libido et Mors« geht ähnlich konsequent vor, kombiniert aber melancholische Melodien mit aggressiver Härte, was die Band wie einen dunklen Geschichtenerzähler wirken lässt, der zwischen Erotik, Tod und Wahnsinn pendelt.
Finale Spannung
Die letzten beiden Stücke treiben die Spannung noch einmal auf die Spitze. »Beyond the Dream Gate of Fear« entfaltet einen dramatischen Aufbau, der die Instrumente geschickt zwischen Chaos und Struktur balanciert. Das abschließende »Maker of Angels« rundet das Album atmosphärisch ab, mit einem Mix aus epischen Gitarrenläufen, treibenden Drums und einem Gesang, der gleichermaßen intensiv wie melancholisch wirkt. Die Produktion von Cocconi und Sighinolfi verleiht jedem Detail Schärfe, ohne den warmen Gesamtklang zu zerstören.
Klang und Konzept
»Horror Vacui« besticht durch dichte Arrangements, bei denen kein Ton verschwendet wirkt. Die Balance zwischen melodischen Linien und aggressiven Passagen ist konstant, ohne dass die Songs überladen wirken. KARMIAN kombinieren technische Raffinesse mit einer klaren musikalischen Vision. Jede Note dient der Spannung, jeder Break dem Ausdruck von Angst und Leere. Das Album fühlt sich wie ein durchkomponierter Albtraum an, der zugleich zugänglich bleibt.
Mit 4,5 von 5 zeigt »Horror Vacui«, dass KARMIAN sowohl in der Szene als auch künstlerisch auf einem hohen Level agieren. Das Album ist ein eindrucksvolles Statement für melodischen Death-Metal, der sowohl Fans komplexer Strukturen als auch solcher, die intensive Atmosphäre suchen, anspricht. Es ist ein Werk, das man mehrfach hören muss, um alle Nuancen und Details zu entdecken, und dass bei jedem Durchlauf neue Facetten offenbart.
Fazit: KARMIAN gelingt mit »Horror Vacui« ein beeindruckendes Werk, das sowohl melodische Feinheiten als auch rohe Kraft vereint.

