Tracklist
01. Magia Posthuma
02. Thrall
03. Set The Tombs On Fire
04. Tuberculosis Reigns
05. A Tower To Confess
06. Hallows Of The Heir
07. Poenari By Night
08. The Faustian Bargain
Besetzung
P. Čachtice – Bass & Vocals
O. von Schwarzenberg – Guitar
G. de Rais – Drums
S. Belus – Guitar
TRANSILVANIA stammen aus Innsbruck und bewegen sich seit jeher irgendwo zwischen Black-Metal, Thrash und okkultem Heavy-Metal alter Schule. Das Line-up liest sich wie ein Rollenspielhandbuch der dunklen Künste: P. Čachtice an Bass und Gesang, O. von Schwarzenberg und S. Belus an den Gitarren sowie G. de Rais am Schlagzeug. Schon die Namen machen klar, wohin die Reise geht. Historische Abgründe, düstere Symbolik und ein Sound, der eher nach Kerker als nach Hochglanzstudio riecht. Mit »Magia Posthuma« legt die Band nun ihr aktuelles Album vor, acht Tracks, die sich klar an der Tradition von frühem Black/Thrash orientieren, ohne sich komplett im Nostalgie-Nebel zu verlieren.
Zwischen Ritual und Riffgewitter
Der Opener und Titelsong »Magia Posthuma« macht keine Gefangenen. Ein kurzes, fast beschwörendes Intro kippt direkt in ein schnelles Thrash-Riff, das stark nach Achtzigerjahre klingt, aber mit deutlich finsterer Atmosphäre. Der Gesang von P. Čachtice ist keifend, rau und bewusst unpoliert, irgendwo zwischen klassischem Black-Metal-Geschrei und rotzigem Speed-Metal-Shouting. Produktionstechnisch bleibt alles angenehm roh, aber nicht chaotisch. Man hört jedes Instrument, ohne dass die Kanten abgeschliffen wurden.
»Thrall« zieht das Tempo noch einmal an. Hier dominiert klar der Thrash-Anteil, mit einem fast punkigen Drive und simplen, aber effektiven Riffs. Besonders auffällig ist das Drumming: G. de Rais setzt weniger auf Dauerblast, sondern auf treibende Grooves, die den Song nach vorne prügeln, ohne ihn in Beliebigkeit zu ertränken.
Krankheit, Feuer und dunkle Türme
Mit »Set The Tombs On Fire« kommt erstmals richtig klassische Black-Metal-Atmosphäre auf. Kalte Tremolo-Riffs, ein schleppender Mittelteil und eine fast hypnotische Struktur. Der Song wirkt wie ein kleiner Abstieg in eine unterirdische Krypta, bevor am Ende das Tempo von neuem angezogen wird.
»Tuberculosis Reigns« ist einer der stärksten Tracks der Platte. Inhaltlich morbide, musikalisch erstaunlich eingängig. Das Hauptmotiv bleibt sofort hängen, ohne an Härte zu verlieren. Gerade hier zeigt sich, dass TRANSILVANIA mehr können als bloßes Dauergeballer. Der Song lebt von Dynamik, Wechseln zwischen schnellen und schweren Passagen und einem fast schon epischen Refrain.
Mit »A Tower To Confess« wird es langsamer und düsterer. Der Song baut eine beklemmende Stimmung auf, irgendwo zwischen Doom- und Black-Metal. Die Gitarren klingen hier besonders schneidend, fast wie rostige Klingen. Ein Track, der sich Zeit nimmt und dadurch umso intensiver wirkt.
Historische Schatten und okkulte Deals
»Hallows Of The Heir« bringt neuerlich mehr Bewegung ins Spiel. Klassischer Black/Thrash mit starkem Old-School-Feeling, inklusive eines Gitarrensolos, das eher nach frühem Heavy Metal als nach moderner Extreme-Metal-Technik klingt. Das passt erstaunlich gut und gibt dem Album zusätzliche Farbe.
Einer der atmosphärischen Höhepunkte ist »Poenari By Night«. Der Song bezieht sich offensichtlich auf die reale Burg Poenari, die mit der Dracula-Legende verbunden ist. Musikalisch wirkt das Stück fast filmisch, mit melancholischen Leads und einem schleichenden Aufbau. Hier zeigt sich die größte Stärke der Band: Stimmung erzeugen, ohne auf billige Keyboard-Flächen oder Effekte zurückzugreifen.
Der Abschluss »The Faustian Bargain« fasst noch einmal alles zusammen, was »Magia Posthuma« ausmacht. Schnelle Riffs, dunkle Thematik, ein leicht epischer Touch und ein Finale, das eher ausbrennt als explodiert. Kein bombastischer Abgang, sondern ein kontrolliertes Verlöschen.
Klangbild und Gesamtwirkung
Die Produktion ist bewusst schmutzig gehalten, aber nicht lo-fi. Man merkt, dass hier jemand am Werk war, der den Sound alter Black- und Thrash-Platten verstanden hat, ohne moderne Möglichkeiten komplett zu ignorieren. Die Gitarren sind dominant, der Bass ist hörbar präsent, und das Schlagzeug klingt organisch statt getriggert.
Was »Magia Posthuma« angelegentlich auszeichnet, ist die Balance. TRANSILVANIA verfallen weder in stumpfe Retro-Kopie, noch in überambitionierte Kunstmetal-Spielereien. Das Album fühlt sich ehrlich an, wie von einer Band, die diese Musik wirklich lebt und nicht bloß zitiert.
»Magia Posthuma« ist ein starkes Album für Fans von Black/Thrash, die es roh, düster und ohne Schnörkel mögen. Keine Revolution, aber ein sehr solides, atmosphärisch dichtes Werk, das über die gesamte Laufzeit konstant bleibt. Besonders Tracks wie »Tuberculosis Reigns« und »Poenari By Night« zeigen, dass TRANSILVANIA mehr draufhaben als reines Genre-Handwerk. Ein Album, das man nicht nur einmal hört, sondern immer wieder auflegt, wenn man Lust auf dunklen, ehrlichen Metal ohne Plastikgeruch hat.
Fazit: »Magia Posthuma« von TRANSILVANIA ist ein beeindruckendes Album, das die Grenzen des Genres auslotet und mit einer dichten, mystischen Atmosphäre fasziniert.






