DARKLORE – The Great Elven War

album cover DARKLORE - The Great Elven War

Band: DARKLORE 🇦🇺
Titel: The Great Elven War
Label: Independent
VÖ: 20/02/26
Genre: Symphonic/Blackened Death Metal

Tracklist

01. The Hunting Grounds
02. Descendants of the Pale Moon
03. The Beast of Beauclair
04. Servants of Sauron
05. The North Remembers
06. Horns of the Buffira
07. The Great Elven War
08. Wrath of the High Heavens

 

Besetzung

Brendon James – Guitars, Vocals
Harley Robert Westwood – Bass, Vocals
Melissa Senatore – Guitars

 

Bewertung:

3,5/5

DARKLORE ist ein Trio, das sich klanglich irgendwo zwischen symphonischem Bombast und schwarz angehauchter Death-Metal-Aggression bewegt. Brendon James übernimmt Gitarre und Gesang, Harley Robert Westwood ist für Bass und zusätzliche Vocals zuständig, während Melissa Senatore die zweite Gitarre beisteuert. Mit »The Great Elven War« legt die Band ein Album vor, das sich inhaltlich klar im Fantasy- und High-Fantasy-Kosmos bewegt und musikalisch versucht, orchestrale Elemente mit harter Extreme-Metal-Ästhetik zu verschmelzen.

Konzept und Atmosphäre

Schon der Titel verrät, wohin die Reise geht: »The Great Elven War« ist ein klassisches Konzeptalbum, das sich an epischen Konflikten zwischen Licht und Dunkelheit orientiert. Elfen, Dämonen, Monster und mythologische Schauplätze bestimmen die Texte. Das ist nichts Neues im Metal, aber DARKLORE setzen stark auf erzählerische Dichte. Viele Songs wirken wie einzelne Kapitel einer größeren Geschichte, mit wiederkehrenden Motiven und klarer dramaturgischer Struktur.

Atmosphärisch ist das Album stark von orchestralen Flächen geprägt. Streicher, Chöre und synthetische Soundscapes bilden das Fundament, auf dem die Gitarren ihre Riffs platzieren. Das verleiht der Platte eine filmische Note, die eher an Soundtracks als an klassischen Death Metal erinnert. Manchmal funktioniert das sehr gut, manchmal wirkt es etwas überladen.

Songwriting zwischen Epik und Härte

Der Opener »The Hunting Grounds« startet mit einem langen, orchestralen Intro, bevor Blastbeats und tremololastige Riffs einsetzen. Hier zeigt sich direkt die Kernidee des Albums: symphonische Weite trifft auf aggressive Black- und Death-Metal-Elemente. Der Song bleibt kompakt, setzt auf Tempo und eine klare Refrainstruktur.

»Descendants of the Pale Moon« geht melodischer vor. Die Gitarrenlinien sind deutlich harmonischer, fast schon hymnisch, während die Vocals zwischen Growls und kehligen Screams wechseln. Besonders auffällig ist hier das Zusammenspiel der beiden Sänger, das dem Song eine gewisse Dynamik verleiht.

Mit »The Beast of Beauclair« folgt einer der stärksten Tracks der Platte. Der Song arbeitet mit Midtempo-Grooves, die dem Ganzen mehr Gewicht geben. Die orchestralen Parts sind hier besser eingebettet und unterstützen die Stimmung, ohne die Gitarren zu erdrücken.

»Servants of Sauron« ist textlich klar an klassische Fantasy angelehnt und musikalisch einer der härtesten Songs. Viel Blastbeat, wenig Melodie, dafür ein starkes, düsteres Grundgefühl. Hier zeigt sich die Blackened-Death-Seite der Band am deutlichsten.

»The North Remembers« ist deutlich epischer angelegt, mit langen Spannungsbögen und fast schon progressiven Strukturen. Der Song zieht sich etwas, bietet aber schöne Melodiebögen und ein starkes Finale.

Der Titeltrack »The Great Elven War« bildet das emotionale Zentrum des Albums. Über acht Minuten lang, mit mehreren Tempowechseln, Spoken-Word-Passagen und großem Chorfinale. Inhaltlich fasst der Song die gesamte Geschichte zusammen, musikalisch ist er ambitioniert, aber nicht immer ganz fokussiert.

Den Abschluss bildet »Wrath of the High Heavens«, ein geradliniger, schneller Track, der das Album mit viel Druck und Pathos beendet.

Produktion und Sound

Die Produktion ist sauber, fast schon zu sauber. Gitarren und Drums sind sehr klar abgemischt, die Orchesterparts stehen stark im Vordergrund. Das sorgt für eine moderne, glatte Ästhetik, nimmt dem Album aber stellenweise etwas von seiner Rohheit. Gerade im härteren Bereich hätte man sich mehr Schmutz und weniger Perfektion gewünscht.

Die Drums klingen stark getriggert, was im symphonischen Kontext zwar üblich ist, aber auch etwas steril wirkt. Die Gitarren haben genug Druck, gehen aber in den dichten Arrangements manchmal unter. Der Bass ist solide, aber selten wirklich präsent.

Stärken und Schwächen

DARKLORE punkten vor allem mit ihrem Konzept und der dichten Atmosphäre. Man merkt, dass viel Wert auf Storytelling gelegt wurde. Die musikalischen Ideen sind größtenteils überzeugend, vor allem wenn die Band das Gleichgewicht zwischen Orchester und Metal hält.

Die größte Schwäche liegt in der Länge und Dichte der Arrangements. Viele Songs sind sehr voll, außerordentlich episch, sehr bombastisch. Das funktioniert einzeln gut, wird über die komplette Spielzeit aber etwas ermüdend. Weniger Layer und mehr klare Songstrukturen hätten dem Album gutgetan.

Auch die emotionale Varianz ist begrenzt. Fast jeder Track bewegt sich im gleichen dramatischen Spannungsfeld. Es fehlt an echten Ruhepunkten oder Kontrasten, die das Album atmungsfähiger machen würden.

»The Great Elven War« ist ein ambitioniertes Zweitwerk für Fans von symphonischem Extreme Metal mit Fantasy-Faible. DARKLORE liefern eine durchdachte Geschichte, starke Atmosphäre und handwerklich solide Songs. Die Platte lebt von ihrem epischen Anspruch, leidet aber etwas unter Überfrachtung und Gleichförmigkeit.

Wer Bands wie DIMMU BORGIR, frühe CRADLE OF FILTH oder symphonischere Death-Metal-Acts mag, wird hier definitiv fündig. Für ein Erstlingswerk ist das Niveau beachtlich, auch wenn noch Luft nach oben bleibt, vor allem im Bereich Dynamik und Songökonomie.

Fazit: DARKLORE beweisen mit »The Great Elven War«, dass sie die dunkle und epische Seite des Metals meisterhaft beherrschen.

Internet

DARKLORE - The Great Elven War - CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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