Band: Nirriti 🇮🇳 / 🇨🇦
Titel: Dhrupad Anutpada (ধ্রুপদ অনুৎপাদ): Apophatic Ragas of Non-Origination
Label: Iron Bonehead Productions
VÖ: 19.06.2026
Format: CD / Digital / Vinyl
Genre: Black Metal /Death Metal / Avantgarde Metal

Tracklist

01. Mandukya, The Primordial Toad Croaks At The Outer Edge Of Sushupti – 09:06
02. In The Hallways Of Pure Existence, Freewill And Determinism Play Their Futile Game Of Chess – 05:32
03. One Foot On Samsara And The Other On Nirvana – 06:40
04. Glissando Of Ever-Fleeting Moments As The Ephemeral Wheels That Carrieth The Chariot Of Perpetuity – 04:52
05. Golden Yolk Of A Black Egg Of A Multicolored Peacock – 08:06
06. Vilambit Laya Of Vitanda Mridangam Forewarns A Pan-Philosophical Defeat (Symphony No. 0 In Doom Minor) – 09:43

Besetzung

Bhasma – Gesang
Retas – Gitarre, Bass
Rakta alias Axaazaroth von Nuclearhammer – Schlagzeug

Weitere Mitwirkende:
Martial Opium – Mixing, Layout
Dredged Oblivion – Mastering
Orryelle Bascule Defenestrate – Artwork
Q.M.G. – Logo
D.F. – grafische Produktion

Bewertung:

3,5 von 5 Punkten

Black/Death Metal, frühzeitlicher Grindcore, radikaler Black Noise und dissonante Avantgarde werden auf »Dhrupad Anutpada (ধ্রুপদ অনুৎপাদ): Apophatic Ragas of Non-Origination« zu einer kaum berechenbaren Klangform verdichtet. Das am 19. Juni 2026 über Iron Bonehead Productions erschienene Debütalbum des indisch-kanadischen Trios Nirriti folgt sechs Jahre auf die EP »Asuryasparsha (অসূর্যস্পর্শা)«. Auf sechs überlangen Kompositionen zerlegt die Band herkömmliche Songstrukturen, lässt Gitarren, Bass, Schlagzeug und verhallte Stimmen gegeneinanderarbeiten und entwickelt daraus knapp 44 Minuten extreme Musik, die gleichermaßen von Black Metal, Death Metal, Grindcore, Noise und philosophischer Negation geprägt ist. Eingängige Refrains oder klar abgegrenzte Strophen spielen dabei keine Rolle. Stattdessen entsteht ein bewusst überfordernder Gesamtklang, der den Hörer zwingt, inmitten der vermeintlichen Unordnung nach wiederkehrenden Mustern und musikalischen Zusammenhängen zu suchen.

Albumstream: Dhrupad Anutpada – Apophatic Ragas of Non-Origination

DIE VERNEINUNG DES URSPRUNGS

Bereits der Albumtitel verdeutlicht, dass Nirriti ihre Musik nicht lediglich als Ansammlung extremer Klänge verstehen. Dhrupad bezeichnet eine traditionsreiche Form der nordindischen klassischen Vokalmusik, während Anutpada für Nichtentstehung beziehungsweise Ursprungslosigkeit steht. Der Zusatz „Apophatic Ragas of Non-Origination“ greift das Prinzip auf, eine absolute Wahrheit nicht durch positive Eigenschaften, sondern durch Verneinung zu bestimmen. Das Album beschäftigt sich dementsprechend mit der Zurückweisung eines höchsten Schöpfers und der Vorstellung, dass überhaupt ein eindeutig bestimmbarer Schöpfungsakt stattgefunden habe.

Eine direkte Verschmelzung von traditionellem Dhrupad und Black Metal sollte dennoch niemand erwarten. Indische Klassik wird hier nicht in Form offensichtlicher Instrumente, eingängiger Skalen oder folkloristischer Verzierungen verwendet. Die Begriffe liefern vielmehr den philosophischen und formalen Rahmen. Wiederholung, allmähliche Verschiebung, Auflösung und die Verweigerung eines konventionellen Zielpunkts bestimmen den Aufbau der Stücke.

Die Musik arbeitet damit konsequent gegen vertraute Erwartungen. Riffs erscheinen, werden jedoch nicht unbedingt wiederholt oder zu einem klaren Refrain geführt. Schlagzeugfiguren geben für kurze Zeit Orientierung, bevor sie in unregelmäßige Schläge, Blastbeats und abrupte Tempowechsel übergehen. Selbst der Gesang verweigert eine eindeutige Position im Klangbild. Bhasmas Stimme wird mit starkem Hall, Überlagerungen und rückwärts wirkenden Effekten zu einem Bestandteil der gesamten pscyhischen Unruhe.

DER PRIMORDIALE FROSCH ERWACHT

Der neunminütige Auftakt »Mandukya, The Primordial Toad Croaks At The Outer Edge Of Sushupti« eröffnet das Album ohne vorbereitende Einleitung. Schlagzeug, Gitarren und Stimmen setzen beinahe gleichzeitig ein und erzeugen eine dichte Wand aus perkussiver Gewalt und dissonanten Tonfolgen. Der im Titel erwähnte Zustand Sushupti bezeichnet den tiefen, traumlosen Schlaf. Ruhig oder passiv klingt die musikalische Umsetzung allerdings nicht. Nirriti gestalten diesen Grenzbereich vielmehr als gewaltsames Ringen zwischen Bewusstsein, Auflösung und vollständiger Abwesenheit.

Rakta entwickelt am Schlagzeug keine gleichmäßig fortlaufende Blastbeat-Fläche. Er wechselt zwischen martialischen Schlagfolgen, kurzen Beschleunigungen, taumelnden Übergängen und schwer nachvollziehbaren Akzenten. Einzelne rhythmische Muster tauchen wiederholt auf, werden jedoch jedes Mal leicht verändert. Dadurch wirkt der Song nicht zufällig, obwohl er sich einer bequem nachvollziehbaren Ordnung widersetzt.

Retas legt darüber dissonante Gitarrenlinien, die häufig weniger wie klassische Riffs als wie voneinander unabhängige Bewegungen erscheinen. Hohe, schneidende Töne treffen auf tiefer gestimmte Akkorde und verzerrte Bassfrequenzen. Gelegentlich lässt sich eine wiederkehrende Tremolofigur erkennen, doch schon kurz darauf wird sie von einer neuen Klangschicht verdeckt. Bhasmas stark verhallte Stimme vervielfacht sich im Hintergrund und vermittelt den Eindruck mehrerer gleichzeitig rufender Gestalten.

Das Stück ist eine klare Ansage. Nirriti wollen nicht langsam an ihren Ansatz heranführen und bieten auch keinen leicht zugänglichen Ausgangspunkt. Wer bereits mit Tetragrammacide, Nyogthaeblisz, Portal oder Nuclearhammer vertraut ist, wird die grundlegende musikalische Haltung erkennen. Nirriti gehen jedoch noch weiter in Richtung formfreier Klanggestaltung und verzichten über weite Strecken auf die kompakte Schlagkraft des traditionellen War Metal.

FREIER WILLE IM ENDLOSEN SCHACHSPIEL

»In The Hallways Of Pure Existence, Freewill And Determinism Play Their Futile Game Of Chess« besitzt trotz seines ausufernden Titels einen etwas konzentrierteren Aufbau. Eine langsam aufsteigende Gitarrenbewegung dient als wiederkehrender Orientierungspunkt. Dieses Motiv wird von Bass, Schlagzeug und Gesang umkreist, auseinandergezogen und schließlich beinahe vollständig überlagert.

Der Song behandelt bereits durch seinen Titel den Gegensatz zwischen freiem Willen und Determinismus. Musikalisch wird dieser Konflikt nachvollziehbar umgesetzt. Einige Passagen erscheinen festgelegt und präzise durchkomponiert, während andere wie unkontrollierte Ausbrüche wirken. Die Band bewegt sich dabei ständig zwischen Wiederholung und Abweichung. Sobald ein Rhythmus berechenbar wird, setzt Rakta einen versetzten Akzent oder bricht das Tempo auf. Sobald sich eine Gitarrenfigur festsetzt, verschiebt Retas ihre Betonung oder führt sie in einen dissonanten Gegenlauf.

Bhasmas Gesang folgt dem Instrumental nicht im traditionellen Sinne. Seine Schreie, tiefen Laute und mehrfach verhallten Stimmen antworten auf einzelne Schlagzeugschläge oder setzen bewusst gegen deren Takt ein. Durch diese rhythmische Verzahnung wird die Stimme stellenweise zu einem zusätzlichen Schlaginstrument. Inhalt und Klangbild ziehen in dieselbe Richtung: Das vermeintlich freie Element bewegt sich innerhalb eines Systems, dessen Regeln niemals vollständig offengelegt werden.

Mit fünfeinhalb Minuten ist das Stück vergleichsweise kompakt. Diese Konzentration tut dem Album gut. Die wiederkehrende Gitarrenlinie bleibt im Gedächtnis und beweist, dass Nirriti durchaus prägnante Motive schreiben können. Die Band entscheidet sich lediglich dagegen, diese in eine übliche Songstruktur zu pressen.

EIN FUSS IM SAMSARA, DER ANDERE IM NIRVANA

»One Foot On Samsara And The Other On Nirvana« gehört zu den musikalisch greifbareren Stücken. Zwischen den Noise-Schichten treten mehrfach klar erkennbare Black/Death-Metal-Riffs hervor. Das Schlagzeug bleibt unberechenbar, arbeitet jedoch häufiger mit nachvollziehbaren Tempowechseln und kurzen, schweren Grooves. Dadurch entsteht ein wirkungsvoller Kontrast zu den wesentlich amorpheren ersten beiden Kompositionen.

Retas beweist hier seine Fingerfertigkeit beim Spiel der Gitarre. Die schnellen Wechsel zwischen tremolierten Linien, scharf abgesetzten Akkorden und kurzen Leadfragmenten verlangen technische Kontrolle. Trotzdem wird die Virtuosität nie als eigenständige Demonstration herausgestellt. Jede Figur bleibt Bestandteil des dichten Gesamtklangs und wird häufig bereits nach wenigen Sekunden wieder aufgebrochen.

Der Bass tritt in einigen Abschnitten deutlicher hervor und verleiht dem Stück zusätzliche Tiefe. Gerade während der langsameren Passagen lässt sich erkennen, dass unter der verzerrten Oberfläche ein bewusst ausgearbeitetes harmonisches Gerüst liegt. Die Komposition steht sinnbildlich zwischen zwei Zuständen: auf der einen Seite der fortlaufende Kreislauf aus Bewegung und Wiederholung, auf der anderen Seite die Aussicht auf Auflösung. Eine eindeutige Entscheidung findet nicht statt.

Das anschließende »Glissando Of Ever-Fleeting Moments As The Ephemeral Wheels That Carrieth The Chariot Of Perpetuity« ist mit knapp fünf Minuten das kürzeste Stück des Albums. Gleichzeitig gehört es zu den sprunghaftesten. Gitarrentöne gleiten aus ihrer ursprünglichen Lage, Schlagzeugfiguren brechen unvermittelt ab und kurze Noise-Ausbrüche schneiden durch das Arrangement.

Der Song wirkt wie eine Untersuchung musikalischer Bewegung. Kaum ein Ton darf lange unverändert stehen. Selbst gehaltene Akkorde werden durch Rückkopplungen, Tonhöhenverschiebungen und rhythmische Gegenbewegungen destabilisiert. Diese Methode sorgt für Spannung, kann bei dauerhaft hoher Lautstärke jedoch auch ermüden. Eine stärkere dynamische Abgrenzung hätte den zahlreichen Details mehr Raum gegeben.

DAS GOLDENE EIGELB IM SCHWARZEN EI

»Golden Yolk Of A Black Egg Of A Multicolored Peacock« beginnt mit einer schwerfälligen, abwärtsgerichteten Bewegung. Gitarre und Bass erzeugen einen tiefen Sog, während das Schlagzeug zunächst einzelne harte Akzente setzt. Danach wird die Komposition zunehmend dichter. Blastbeats und unregelmäßige Beckenfolgen drängen in den Vordergrund, während die Gitarren ihre anfängliche Bewegung in mehrere dissonante Varianten zerlegen.

Das achtminütige Stück gehört zu den stärksten Beispielen für die Fähigkeit der Band, aus abstrakten Klangflächen nachvollziehbare Entwicklungen entstehen zu lassen. Der Anfang, die beschleunigte Mitte und die zunehmend schwerere Schlussphase sind klar voneinander unterscheidbar. Trotzdem gibt es keine traditionellen Übergänge. Die Musik verändert sich schrittweise, bis der ursprüngliche Ausgangspunkt kaum noch zu erkennen ist.

Bhasma setzt seine Stimme hier etwas gezielter ein. Zwischen längeren instrumentalen Abschnitten erscheinen tiefe Rufe und scharf hervortretende Schreie. Der starke Hall bleibt erhalten, verdeckt die übrigen Instrumente aber weniger vollständig als auf dem Opener. Dadurch kann der Gesang als dramaturgisches Element wirken und muss nicht dauerhaft gegen den gesamten Frequenzbereich ankämpfen.

Auch Rakta zeigt eine bemerkenswerte Ausdauer. Seine Schlagzeugarbeit beschränkt sich nicht auf Geschwindigkeit. Besonders die harten Wechsel zwischen offenen, lärmenden Passagen und enger geführten Grindcore-Ausbrüchen verlangen hohe Präzision. Selbst in den chaotischsten Momenten bleiben die Einsätze zwischen Schlagzeug, Bass und Gitarre aufeinander abgestimmt.

DIE NULLTE SINFONIE IN DOOM-MOLL

Das abschließende »Vilambit Laya Of Vitanda Mridangam Forewarns A Pan-Philosophical Defeat (Symphony No. 0 In Doom Minor)« fasst den Ansatz des Albums in fast zehn Minuten zusammen. Vilambit Laya bezeichnet ein langsames Tempo innerhalb der indischen klassischen Musik. Nirriti verwenden den Begriff allerdings nicht als einfache Tempovorgabe. Zwar beginnt das Stück mit schwereren, langsamer gesetzten Schlägen, doch diese relative Ruhe wird immer wieder von schnellen Ausbrüchen und ungeordnet erscheinenden Klangballungen unterbrochen.

Die Bezeichnung „Symphony No. 0 in Doom Minor“ ist nicht nur ironischer Zierrat. Das Stück besitzt einen beinahe sinfonischen Anspruch, weil früh eingeführte Klangmotive später in veränderter Form zurückkehren. Tiefe Gitarrentöne, klirrende Akkorde, rückwärts wirkende Stimmen und aggressive Schlagzeugbewegungen werden in mehreren Abschnitten neu kombiniert. Eine konventionelle Melodie führt nicht durch das Stück. Zusammenhalt entsteht stattdessen durch Klangfarbe und wiederkehrende rhythmische Gesten.

In der Mitte reduziert sich die Dichte für kurze Zeit. Bass und Gitarre lassen einzelne Töne länger stehen, während das Schlagzeug mit weit auseinanderliegenden Schlägen arbeitet. Diese Passage gehört zu den wirkungsvollsten Momenten des Albums, weil sie der vorherigen Reizüberflutung eine kontrollierte Leere entgegensetzt. Als anschließend sämtliche Instrumente zurückkehren, besitzt der erneute Ausbruch deutlich mehr Gewicht.

Der Schluss bietet keine Erlösung und auch keinen klassischen Höhepunkt. Das Stück verdichtet sich erneut, verliert seine klare Kontur und endet innerhalb jener Unordnung, aus der das Album hervorgegangen ist. Nirriti führen ihre Idee der Nichtentstehung damit konsequent zu Ende: Wo kein eindeutiger Anfang existiert, muss auch kein abschließender Zielpunkt erreicht werden.

MUSIKERLEISTUNG UND PRODUKTION

Trotz des bewusst chaotischen Erscheinungsbilds agieren die drei Musiker äußerst kontrolliert. Viele Abschnitte sind auf einem bombenfesten Fundament aus Bass und Gitarre aufgebaut, während das Schlagzeug dieses Gerüst gleichzeitig antreibt und destabilisiert. Retas wechselt innerhalb weniger Augenblicke zwischen Rhythmusarbeit, Tremolospiel, dissonanten Akkorden und geräuschhaften Effekten. Seine technischen Fähigkeiten werden nicht durch lange Soli, sondern durch die sichere Beherrschung ständig veränderter Spielweisen deutlich.

Rakta steht mit seinem Schlagzeug häufig im Mittelpunkt. Blastbeats, Grindcore-Ausbrüche, martialische Figuren und schwer gesetzte Einzelschläge werden nicht voneinander getrennt, sondern gehen direkt ineinander über. Die Rhytmussektion erzeugt dadurch keine gleichmäßige Grundlage, sondern wird selbst zum wichtigsten kompositorischen Werkzeug. Besonders bei »Mandukya…«, »Golden Yolk…« und dem abschließenden »Vilambit Laya…« ist seine Leistung entscheidend.

Bhasma behandelt den Gesang wie eine zusätzliche Geräuschquelle. Die Worte sind nur selten verständlich, was angesichts der philosophisch aufgeladenen Songtitel zunächst widersprüchlich erscheinen kann. Innerhalb des musikalischen Konzepts funktioniert diese Entscheidung jedoch. Die Stimme verkündet keine klar formulierte Lehre, sondern wird durch Hall, Überlagerungen und rückwärts wirkende Fragmente selbst zum Ausdruck von Unsicherheit und Verneinung.

Die Musiker bilden eine geschlossene Einheit. Auch wenn einzelne Spuren bewusst gegeneinanderzulaufen scheinen, bleiben Einsätze, Tempowechsel und abrupte Unterbrechungen erkennbar koordiniert. Das Album lebt gerade von dieser Spannung zwischen vermeintlichem Kontrollverlust und tatsächlicher Präzision.

Das Mixing von Martial Opium und das Mastering von Dredged Oblivion setzen auf maximale Dichte. Schlagzeug und Gesang stehen weit vorn, während Gitarre und Bass zu einer breiten, häufig schwer zu trennenden Fläche verschmelzen. Diese Produktion passt zur inhaltlichen Ausrichtung, verhindert aber gelegentlich, dass interessante Riffdetails vollständig zur Geltung kommen.

Besonders bei hoher Lautstärke kann die nahezu permanente Verdichtung anstrengend werden. Einzelne leisere oder stärker reduzierte Abschnitte zeigen, wie wirkungsvoll Nirriti mit Kontrasten arbeiten können. Hätte die Band diese Momente etwas häufiger eingesetzt, würden die gewaltsamen Ausbrüche noch deutlicher hervortreten. Die undurchsichtige Produktion ist somit zugleich Stärke und Schwäche: Sie erzeugt eine unverwechselbare Atmosphäre, begrenzt aber die unmittelbare Nachvollziehbarkeit der Kompositionen.

FAZIT:

»Dhrupad Anutpada (ধ্রুপদ অনুৎপাদ): Apophatic Ragas of Non-Origination« ist ein radikales Debüt, das Black/Death Metal, Grindcore, Black Noise und avantgardistische Dissonanz konsequent gegen traditionelle Songstrukturen richtet. Nirriti beherrschen ihre Instrumente und organisieren das vermeintliche Chaos mit erstaunlicher Präzision. Besonders »In The Hallways Of Pure Existence…«, »One Foot On Samsara And The Other On Nirvana« und »Golden Yolk Of A Black Egg Of A Multicolored Peacock« lassen erkennen, wie viele musikalische Details unter der extrem dichten Oberfläche verborgen liegen. Gleichzeitig verlangt das Album seinem Publikum viel ab. Die geringe dynamische Entlastung, der stark verhallte Gesang und die schwer voneinander zu trennenden Instrumente machen die knapp 44 Minuten zu einer anstrengenden Erfahrung. Wer übersichtliche Riffs, nachvollziehbare Refrains oder klassisch strukturierten Black Metal erwartet, wird hier kaum einen Zugang finden. Anhänger von Tetragrammacide, Nuclearhammer, Nyogthaeblisz und den abstrakteren Werken von Portal erhalten dagegen ein kompromissloses Album, dessen konsequente musikalische und philosophische Haltung Respekt verdient.

Art Track: Mandukya, The Primordial Toad Croaks At The Outer Edge Of Sushupti

Internet

Nirriti - Dhrupad Anutpada: Apophatic Ragas of Non-Origination - CD Review

Vorheriger ArtikelWithout The Sun – III
Nächster ArtikelHarsh – Feels