Tracklist
01. The Only Way
02. Convicted To Rise
03. Echoes From The Abyss
04. Cold Flames
05. The Viper’s Nest
06. Infinite Horizons
07. Through Your Light
08. Heavenfall
09. Radiance
10. Becoming After
Besetzung
Francesco Marino – vocals
Francesco Mattei – guitar
Paolo Campitelli – keyboards
Andrea Arcangeli – bass
Paolo Conte – drums
Zwischen Prog, Power und einer Menge Gefühl
NOVERIA gehören zu den Bands, bei denen man ziemlich schnell merkt, dass hier Musiker am Werk sind, die ihr Handwerk beherrschen. Die Italiener haben sich über die Jahre einen eigenen Platz zwischen Progressive und Power Metal erspielt. Technische Finesse ist dabei genauso Teil ihres Sounds wie große Melodien, moderne Härte und eine ordentliche Portion Atmosphäre. Mit „Becoming After“ legt die Band nun ein Album vor, das dunkler und emotionaler wirkt als vieles, was man bisher von ihr gehört hat.
Das aktuelle Line-up besteht aus Sänger Francesco Marino, Gitarrist Francesco Mattei, Keyboarder Paolo Campitelli, Bassist Andrea Arcangeli und Schlagzeuger Paolo Conte. Gemeinsam liefern sie zehn Songs ab, die musikalisch anspruchsvoll sind, dabei aber nie den Eindruck erwecken, nur zeigen zu wollen, was technisch alles möglich ist. Genau das macht „Becoming After“ zu einer starken Platte.
Ein Einstieg ohne lange Vorrede
„The Only Way“ eröffnet das Album mit ordentlich Druck. Gitarren und Keyboards greifen sofort ineinander, das Schlagzeug treibt den Song nach vorne und Francesco Marino setzt mit seinem kraftvollen Gesang einen klaren Akzent. Der Refrain bleibt hängen, ohne zu geschniegelt oder überproduziert zu wirken. NOVERIA finden direkt eine gute Mischung aus Härte und Melodie.
„Convicted To Rise“ zieht anschließend das Tempo etwas an und zeigt die progressive Seite der Band deutlicher. Es gibt einige technische Spielereien, verschachtelte Passagen und Wechsel innerhalb des Songs, doch der rote Faden geht nie verloren. Gerade Francesco Mattei kann an der Gitarre immer wieder kleine Akzente setzen, ohne sich dabei in endlosen Soli zu verlieren.
Mit „Echoes From The Abyss“ wird es düsterer. Der Song lebt stark von seiner Atmosphäre und entwickelt eine fast bedrohliche Stimmung. Paolo Campitellis Keyboards tragen hier viel zur Wirkung bei. Sie liegen nicht einfach im Hintergrund, sondern formen gemeinsam mit den Gitarren ein dichtes Klangbild.
Härte trifft auf Atmosphäre
„Cold Flames“ spielt gekonnt mit Gegensätzen. Harte Riffs stehen melodischen Passagen gegenüber, während der Gesang zwischen kraftvollen und gefühlvolleren Momenten pendelt. Der Song braucht etwas Zeit, wächst dafür aber mit jedem Durchlauf.
Deutlich direkter geht „The Viper’s Nest“ zur Sache. Die Nummer besitzt ordentlich Biss und gehört zu den härteren Momenten des Albums. Hier lassen NOVERIA ihre progressive Seite stärker heraus, ohne den Song unnötig kompliziert zu machen. Paolo Conte hält das Ganze mit seinem präzisen Schlagzeug zusammen, während Andrea Arcangeli am Bass immer wieder für zusätzlichen Druck sorgt.
„Infinite Horizons“ öffnet danach den Raum. Der Song klingt größer und weiter, arbeitet mit atmosphärischen Flächen und einem Refrain, der sich schnell im Kopf festsetzt. NOVERIA beweisen hier, dass sie auch große Melodien schreiben können, ohne in übertriebenen Bombast abzurutschen.
Die emotionalere Seite von NOVERIA
Mit „Through Your Light“ zeigt die Band eine etwas ruhigere und persönlichere Seite. Die Härte tritt stellenweise zurück und macht Platz für Melodie und Stimmung. Francesco Marino nutzt diese Gelegenheit und zeigt, dass sein Gesang nicht nur dann funktioniert, wenn er mit voller Kraft gegen die Instrumentierung ansingt.
„Heavenfall“ bringt anschließend wieder mehr Dramatik ins Spiel. Die Nummer wirkt schwerer und dunkler, bleibt aber melodisch zugänglich. Danach sorgt „Radiance“ für einen kleinen Perspektivwechsel. Der Song klingt heller und fast hoffnungsvoll, ohne dabei den grundsätzlichen Charakter des Albums zu verlassen.
Beide Stücke passen gut zusammen und zeigen, wie breit NOVERIA ihren Sound inzwischen aufgestellt haben. Da ist Platz für Aggression, für technische Details, aber auch für Momente, in denen die Musik einfach wirken darf.
Ein starker Abschluss
Der Titeltrack „Becoming After“ fasst zum Ende noch einmal vieles zusammen, was dieses Album ausmacht. Progressive Strukturen treffen auf schwere Gitarren, atmosphärische Keyboardflächen und einen emotionalen Gesang. Der Song wirkt wie ein passender Schlusspunkt und nicht wie eine Nummer, die man einfach ans Ende der Tracklist gestellt hat.
„Becoming After“ ist kein Album, das man nebenbei einmal durchlaufen lässt und danach sofort in allen Einzelheiten kennt. Einige Songs entfalten ihre Wirkung erst nach mehreren Durchgängen. Genau darin liegt aber auch der Reiz. Es gibt immer wieder kleine Details zu entdecken, seien es Gitarrenmelodien, rhythmische Wechsel oder dezente Keyboardpassagen.
NOVERIA ist mit „Becoming After“ ein verdammt starkes Album gelungen. Die Band verbindet Progressive und Power Metal mit moderner Härte und schafft es, trotz aller technischen Klasse immer die Songs in den Mittelpunkt zu stellen. Die Stücke wirken durchdacht, aber nicht steril. Man hört, dass hier viel Arbeit und Leidenschaft drinstecken.
Besonders gelungen ist die Balance zwischen den unterschiedlichen Seiten der Band. Mal wird es schwer und aggressiv, dann wieder atmosphärisch und emotional. Trotzdem fällt das Album nie auseinander, sondern bleibt als Ganzes stimmig.
Wer Progressive Power Metal mag und nichts gegen eine etwas modernere, härtere Ausrichtung hat, sollte „Becoming After“ unbedingt eine Chance geben. NOVERIA liefern ein Album ab, das musikalisch einiges zu bieten hat, ohne den Hörer mit unnötigem Technik-Gewichse zu erschlagen. Stark gespielt, abwechslungsreich geschrieben und mit genügend Gefühl versehen, um auch nach mehreren Durchläufen noch Spaß zu machen.
Fazit: „Becoming After“ markiert eine neue Ära für NOVERIA.






