Tracklist
01. Savage Land Reprise
02. Master Of The Black Crow
03. Masquerade Ball
04. Above The Maelstrom
05. Balance Of Power
06. Celebration Day (2014 Version)
07. Insurgeria (2014 Version)
08. Coast To Coast (2014 Version)
09. End Of All Aays (2014 Version)
10. Broken
Besetzung
Klaus Dirks – Vocals
Sven Lüdke – Guitar
Florian Dyszbalis – Guitar
Markus Brinkmann – Bass
Jan Christian Halfbrodt – Keys
Sebastian Schmidt – Drums
Ein Bonus, der keiner sein will
Seit Ende der Neunziger gehören MOB RULES zu den Bands aus Deutschland, die ihren eigenen Platz im Power Metal gefunden haben. Die Norddeutschen setzen auf große Melodien, kräftige Gitarren und Songs, die trotz aller musikalischen Wucht immer wieder Raum für Atmosphäre lassen. Am Mikrofon steht Klaus Dirks, unterstützt von Sven Lüdke und Florian Dyszbalis an den Gitarren, Markus Brinkmann am Bass, Jan Christian Halfbrodt an den Keyboards und Sebastian Schmidt am Schlagzeug.
Eigentlich hätte „Stories From The Verdant Vale“ gar kein eigenes Album werden sollen. Das Material entstand für die streng limitierte 2-CD-Earbook-Edition von „Rise of the Ruler“, dem zehnten Studioalbum der Band aus dem Jahr 2025. Statt alter Demos wollten MOB RULES lieber etwas Neues liefern. Also wurden kurzerhand weitere Songs geschrieben. Eine Entscheidung, die sich im Nachhinein als ziemlich gute Idee herausstellt.
Denn „Stories From The Verdant Vale“ klingt keineswegs nach Material, das irgendwo übriggeblieben ist und noch schnell auf eine Bonus-CD gepackt wurde. Im Gegenteil. Die zehn Stücke haben genug Charakter, um problemlos auf eigenen Beinen zu stehen.
Mehr Druck, weniger Umwege
Wer „Rise of the Ruler“ kennt, wird MOB RULES natürlich sofort wiedererkennen. Trotzdem fühlt sich dieses Release etwas anders an. Die neuen Songs kommen direkter zur Sache, wirken kompakter und teilweise auch etwas rauer. Das bedeutet nicht, dass die Band auf ihre großen Melodien verzichtet. Genau die gehören schließlich zum Markenzeichen der Norddeutschen.
Schon „Savage Land Reprise“ stellt die Verbindung zu den frühen Tagen der Band her. Danach legt „Master Of The Black Crow“ ordentlich los. Das Stück verbindet harte Gitarren mit einer starken Melodieführung und einem Refrain, der sich schnell festsetzt.
„Masquerade Ball“ schlägt anschließend eine etwas atmosphärischere Richtung ein. Hier darf das Keyboard stärker mitmischen, ohne die Gitarren in den Hintergrund zu drängen. „Above The Maelstrom“ zieht das Tempo wieder an und gehört zu den Songs, bei denen man unwillkürlich etwas lauter drehen möchte.
Auch „Balance Of Power“ zeigt, wo die Stärken der Band liegen. Der Song hat Druck, bleibt melodisch und wirkt gleichzeitig nicht überladen. Klaus Dirks passt mit seiner markanten Stimme hervorragend in dieses Klangbild. Er muss dabei nicht ständig alles herausbrüllen. Gerade die kontrollierten Passagen machen seine Performance interessant.
Ein eigenes Kapitel der Geschichte
Hinter „Stories From The Verdant Vale“ steckt mehr als eine Sammlung neuer Songs. Keyboarder Jan Christian Halfbrodt hat das textliche Konzept als Erweiterung von „Rise of the Ruler“ angelegt. Die Geschichte wird aus einer anderen Perspektive erzählt. Trotzdem funktionieren die Songs auch dann, wenn man sich nicht mit jedem Detail des Konzepts auseinandersetzt.
Das ist eine angenehme Eigenschaft des Albums. Man kann sich in die Geschichte hineinlesen, muss es aber nicht. Die Musik funktioniert auch ohne Bedienungsanleitung.
Produzent Markus Teske hat dem Ganzen einen druckvollen, aber ausgewogenen Klang verpasst. Gitarren, Bass und Schlagzeug bekommen genügend Raum, während die Keyboards für die passende Atmosphäre sorgen. Nichts wirkt unnötig glattpoliert. Gerade dadurch bleibt die Energie der Band erhalten.
Ein Blick zurück
Besonders spannend wird die Platte auf der zweiten Hälfte. Dort tauchen fünf Stücke aus der Vergangenheit von MOB RULES auf. „Celebration Day“, „Insurgeria“, „Coast To Coast“ und „End Of All Days“ stammen aus den 2014er-Versionen, dazu kommt „Broken“, das ebenfalls 2014 veröffentlicht wurde.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen die Gastmusiker. Bei „Insurgeria“ ist Udo Dirkschneider zu hören, Amanda Somerville veredelt „End Of All Days“, Chity Somapala ist bei „Coast To Coast“ dabei und Bernhard Weiß bei „Celebration Day“.
Damit schließt sich auch der Kreis zu den frühen Alben „Savage Land“ und „Temple Of Two Suns“. Die alten Stücke wirken dabei nicht wie Fremdkörper. Sie zeigen vielmehr, wo MOB RULES herkommen und wie sich der Sound der Band über die Jahre entwickelt hat.
Kein Lückenfüller
Dass „Stories From The Verdant Vale“ ursprünglich nur als Bonusmaterial gedacht war, merkt man der Platte kaum an. Dafür sind die neuen Songs zu stark und zu eigenständig. Gleichzeitig macht die Verbindung aus aktuellem Material und älteren Aufnahmen das Release auch für langjährige Fans interessant.
Die Entscheidung, das Album nun auf Vinyl und digital zugänglich zu machen, ist deshalb absolut nachvollziehbar. Gerade Vinylsammler mussten bisher auf dieses Kapitel der Bandgeschichte verzichten.
MOB RULES liefern mit „Stories From The Verdant Vale“ ein Album ab, das überraschend frisch wirkt und trotzdem tief in der Geschichte der Band verwurzelt ist. Die neuen Songs machen Lust auf mehr, die alten Versionen erinnern daran, wie lange MOB RULES bereits unterwegs sind. Viel besser kann man ein Zusatzprojekt eigentlich nicht hinbekommen.
Fazit: Mit „Stories From The Verdant Vale“ beweisen MOB RULES erneut ihre Kreativität und ihr musikalisches Können.






