Band: FEJD 🇸🇪
Titel: Nifelheim
Label: Black Lodge Records
VÖ: 21/08/26
Genre: Folk Metal

Tracklist

01. Nifelheim
02. Nidhögg
03. Edsvuren
04. Älvagrimmar
05. Sköldborg
06. Einar Blå (Instrumental)
07. Strilja
08. Svarta Tjärn

 

Besetzung

Patrik Rimmerfors – Lead vocals, bouzouki
Niklas Rimmerfors – Moraharpa (keyed fiddle)
Esko Salow – Drums
Lennart Specht – Keyboard
Thomas Antonsson – Bass

 

Bewertung:

4/5

Wenn Folk Metal nach alten Geschichten klingt

FEJD sind keine Band, die Folk Metal einfach mit ein paar folkloristischen Instrumenten schmückt. Bei den Schweden gehören traditionelle Klänge von Anfang an zum Kern der Musik. Gegründet wurde die Band 2001, als das Folk-Duo Rimmerfors mit Musikern aus den Metalbands PATHOS und NOSTRADAMEUS zusammenkam. Daraus entstand eine Mischung, die zwei zunächst recht unterschiedliche Welten zusammenbringt: die Kraft des Metals und die melancholische, teilweise mittelalterlich wirkende Atmosphäre nordischer Folklore. Mit „Nifelheim“ legen FEJD nun ihr fünftes Album vor und bleiben dabei ihrem eigenen Weg treu. Patrik Rimmerfors übernimmt den Gesang und spielt Bouzouki, sein Bruder Niklas bringt mit der Moraharpa einen besonders markanten Klang ins Geschehen. Esko Salow sitzt am Schlagzeug, Lennart Specht bedient die Keyboards und Thomas Antonsson sorgt am Bass für das nötige Fundament.

Bereits der Opener „Nifelheim“ macht klar, dass hier nicht die hundertste Folk-Metal-Platte vorliegt. Der Song entfaltet seine Wirkung nicht durch möglichst viel Härte oder Tempo, sondern aus der Dichte der Stimmung, die den Umgang mit traditionellen Instrumenten und Metal-Unterbau erstaunlich selbstverständlich nebeneinanderspielen lässt. Es wird auch auf die Akzentsetzung der Bouzouki gehört, die Moraharpa gibt dem Stück eine raue, beinahe zeitlose Note. Darüber liegt der markante Gesang von Patrik Rimmerfors, der den Songs einen erzählerischen Charakter gibt.

Nordische Geschichten mit ordentlich Druck

„Nidhogg“ zieht die Stimmung weiter ins Dunkle. Der Titel passt dabei hervorragend zur musikalischen Ausrichtung, denn FEJD lassen den Song schwer und geheimnisvoll wirken. Trotzdem verliert sich das Stück nicht in Schwermut. Immer wieder kommen kräftigere Passagen ins Spiel, die das Ganze in Richtung Metal schieben. Genau in solchen Momenten funktioniert die Mischung der Band besonders gut.

„Edsvuren“ zeigt FEJD anschließend von einer bewegteren Seite. Der Rhythmus nimmt Fahrt auf und die Instrumente greifen enger ineinander. Trotzdem bleibt der Folk-Anteil deutlich hörbar. Man hat nie das Gefühl, dass eine Seite der anderen untergeordnet wird. Metal und traditionelle Musik stehen gleichberechtigt nebeneinander.

Mit „Älvagrimmar“ wird es wieder etwas ruhiger und atmosphärischer. Der Song entwickelt eine fast märchenhafte Stimmung, ohne dabei in Kitsch abzurutschen. FEJD schaffen es, Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Genau das ist eine der großen Stärken von „Nifelheim“. Die Musik klingt nicht einfach nur nach Folk Metal, sie vermittelt tatsächlich das Gefühl, einer alten Geschichte zuzuhören.

Die Instrumente machen den Unterschied

Besonders spannend ist die Arbeit mit den traditionellen Instrumenten. Vor allem die Moraharpa sorgt dafür, dass FEJD nicht wie eine weitere Band aus dem großen Folk-Metal-Pool klingen. Gemeinsam mit der Bouzouki entsteht ein Klangbild, das gleichzeitig warm, rau und ein wenig fremdartig wirkt. Dazu kommen die Keyboards, die an den richtigen Stellen zusätzliche Tiefe schaffen. Schlagzeug und Bass halten das Ganze zusammen und verhindern, dass die Songs zu sehr in Richtung reiner Folkmusik abdriften.

„Sköldborg“ gehört zu den Stücken, in denen diese Mischung besonders deutlich funktioniert. Der Song besitzt mehr Druck und wirkt kämpferisch, ohne seine melodische Seite aufzugeben. Danach folgt mit „Einar Blå“ ein Instrumentalstück. Eine gute Entscheidung, denn dadurch bekommen die Instrumente einmal komplett die Hauptrolle. Gerade hier wird deutlich, wie viel Atmosphäre FEJD allein über ihre Melodien erzeugen können.

Kein künstliches Spektakel

„Strilja“ und „Svarta Tjärn“ führen den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Große Überraschungen braucht das Album an dieser Stelle nicht mehr. FEJD haben ihre musikalische Sprache längst gefunden und ziehen sie bis zum letzten Song durch.

Genau darin liegt zugleich die Stärke und die kleine Schwäche von „Nifelheim“. Wer ständig neue Wendungen, extreme Härte oder möglichst spektakuläre Arrangements sucht, könnte sich stellenweise etwas mehr Abwechslung wünschen. Dafür wirkt das Album angenehm geschlossen. FEJD wissen, was sie wollen, und verzichten darauf, ihre Songs unnötig aufzublasen.

„Nifelheim“ lebt von seiner Atmosphäre, seinen Melodien und den ungewöhnlichen Instrumenten. Die Platte klingt eigenständig und besitzt genügend Charakter, um auch nach mehreren Durchläufen nicht sofort austauschbar zu wirken. Besonders gelungen ist, wie selbstverständlich die traditionellen Elemente in die Metal-Strukturen eingebunden werden.

FEJD liefern damit ein Album ab, das seine nordischen Wurzeln offen zeigt, ohne in folkloristische Klischees abzurutschen. „Nifelheim“ ist kein Werk für den schnellen Effekt. Die Platte braucht etwas Zeit und entfaltet ihre Wirkung vor allem dann, wenn man sich auf die Stimmung und die Geschichten dahinter einlässt. Wer Folk Metal mit echter Folklore statt bloßer Dekoration sucht, dürfte hier ziemlich genau richtig liegen.

Fazit: „Nifelheim“ von FEJD ist ein beeindruckendes Beispiel für zeitlosen Folk Metal, das die Zuhörer auf eine epische Reise mitnimmt.

Internet

FEJD - Nifelheim - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.