Band: SPEED STROKE 🇮🇹
Titel: Damage Control
Label: Scarlet Records
VÖ: 21/08/26
Genre: Hard/Sleaze Rock

Tracklist

01. Glorious Breakdown
02. Heart of the City
03. Damage Control
04. State of Shock
05. Italian Coglione
06. In Flames
07. Blessed by Misery
08. All for the Weak End
09. Walls
10. Chain Reaction

 

Besetzung

Jack – vocals
D.B – guitar
Michael – guitar
Fungo – bass
Maddy – drums

 

Bewertung:

4,5/5

Wenn Hard Rock nach Benzin, Schweiß und Rock’n’Roll riecht

SPEED STROKE kommen aus Italien und haben sich längst ihren eigenen Platz in der europäischen Hard-Rock-Szene erspielt. Jack am Mikrofon, D.B und Michael an den Gitarren, Fungo am Bass und Maddy hinter dem Schlagzeug bilden die aktuelle Besetzung. Mit „Damage Control“ steht mittlerweile das vierte Album der Band in den Startlöchern. Und schon nach den ersten Takten wird klar, dass hier niemand vorhat, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen.

Musikalisch bewegen sich SPEED STROKE zwischen modernem skandinavischem Sleaze Rock und dem dreckigen Street Metal der 80er. Das klingt zunächst nach einer Kombination, die man durchaus schon öfter gehört hat. Entscheidend ist aber, wie die Italiener damit umgehen. Statt alte Rezepte einfach nachzukochen, geben sie den Songs eine eigene Note. Die Gitarren knallen, das Schlagzeug treibt nach vorne und über allem liegt diese leicht dreckige Rock’n’Roll-Attitüde, die dem Album gut zu Gesicht steht.

Zehn Songs, zehnmal ordentlich Druck

Mit „Glorious Breakdown“ geht es direkt zur Sache. Kein langes Vorgeplänkel, keine unnötige Inszenierung. Der Song kommt mit einem kräftigen Riff um die Ecke und hat sofort diesen Charakter, der zum Mitwippen einlädt. „Heart of the City“ setzt stärker auf Melodie und bleibt trotzdem schön druckvoll. Hier zeigt sich bereits, dass SPEED STROKE nicht nur auf möglichst laute Gitarren setzen. Gute Hooks gehören genauso zum Programm.

Der Titelsong „Damage Control“ dürfte sich bei vielen Hörern besonders schnell festsetzen. Die Nummer hat diesen klassischen Rock-Faktor, bei dem man unwillkürlich den Refrain mitgrölen möchte. „State of Shock“ legt anschließend wieder eine Schippe drauf und bringt ordentlich Bewegung in die Bude.

Mit „Italian Coglione“ wird es dann etwas augenzwinkernder. Der ungewöhnliche Titel passt bestens zur selbstbewussten Art der Band. SPEED STROKE nehmen ihre Musik ernst, sich selbst aber offensichtlich nicht immer bierernst. Genau diese Mischung tut dem Album gut.

„In Flames“ und „Blessed by Misery“ zeigen anschließend eine etwas rauere Seite. Hier darf es auch einmal düsterer und kantiger werden. Besonders „Blessed by Misery“ besitzt eine Atmosphäre, die sich vom klassischen Party-Rock entfernt und dem Album etwas mehr Tiefe gibt.

Keine großen Umwege

„All for the Weak End“ bleibt anschließend wieder näher am klassischen SPEED-STROKE-Sound. Der Song hat Tempo, einen eingängigen Aufbau und genügend Gitarrenpower, um auch live funktionieren zu können. „Walls“ nimmt etwas Geschwindigkeit heraus und setzt stärker auf Stimmung. Danach sorgt „Chain Reaction“ für einen passenden Schlusspunkt.

Was bei „Damage Control“ auffällt, ist die fehlende Lust auf unnötige Experimente. SPEED STROKE wissen ziemlich genau, was sie wollen. Die Songs sollen rocken, ins Ohr gehen und dabei trotzdem genügend Biss besitzen. Das gelingt über weite Strecken erstaunlich gut.

Natürlich erfinden die Italiener den Hard Rock nicht neu. Das ist aber auch gar nicht ihr Anspruch. Viel wichtiger ist, dass die zehn Songs authentisch wirken. Man hört der Band an, dass sie Spaß an dieser Musik hat. Nichts klingt übermäßig verkopft oder aufgesetzt.

Sauber produziert, trotzdem schön dreckig

Für den passenden Sound sorgte Erik Mårtensson, der „Damage Control“ bei Mass Destruction Production mischte und masterte. Sein Name dürfte vor allem Fans von ECLIPSE, SINNER oder PRIMAL FEAR bekannt sein. Die Produktion bringt die einzelnen Instrumente ordentlich zur Geltung und verpasst dem Album genügend Druck.

Dabei bleibt erfreulicherweise etwas von der rauen Kante erhalten. Die Gitarren dürfen ordentlich sägen, der Bass sorgt für Fundament und Maddy hält das Ganze mit seinem Schlagzeug zusammen. Jack wiederum bringt die nötige Rock-Attitüde in die Songs und passt damit hervorragend zum Material.

Ein Album für offene Autofenster

„Damage Control“ ist keine Platte, die sich lange bitten lässt. Sie funktioniert am besten, wenn man die Lautstärke aufdreht und einfach loslegt. SPEED STROKE liefern zehn Hard-Rock-Songs, die zwischen Sleaze, Street Metal und klassischem Rock’n’Roll pendeln und dabei erstaunlich wenig Leerlauf aufweisen.

Gerade diese Mischung aus Melodie und Dreck macht den Reiz des Albums aus. Es gibt Refrains zum Mitsingen, Riffs zum Mitwippen und genügend Energie, um auch nach mehreren Durchläufen nicht langweilig zu werden.

Wer mit skandinavischem Sleaze Rock, 80er Street Metal und modern produziertem Hard Rock etwas anfangen kann, sollte SPEED STROKE definitiv auf dem Zettel haben. „Damage Control“ ist kein Album, das sich hinter großen Namen verstecken muss. Die Italiener liefern stattdessen eine ehrliche, kraftvolle und verdammt unterhaltsame Rockplatte ab.

Fazit: SPEED STROKE beweisen mit „Damage Control“, dass sie auch nach vier Alben nichts von ihrer Energie und Spielfreude eingebüßt haben.

Internet

SPEED STROKE - Damage Control - CD Review

Vorheriger ArtikelNOVERIA – Becoming After
Nächster ArtikelMOB RULES – Stories From The Verdant Vale
Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.