Band: TIL THE END 🇪🇺
Titel: Til The End
Label: Lifeforce Records
VÖ: 11/09/26
Genre: Melodic Death Metal

Tracklist

01. From The Beginning (Genesis)
02. Lava
03. Dismal Paradise
04. These Little Voices
05. I’m Falling Apart
06. Awakening
07. Hybrid Fragments
08. Cemetery Trees
09. Higher And Beyond
10. Until The End

 

Besetzung

Antony Hämäläinen – Clean & Extreme Vocals
Kostas Sotos – Lead, Rhythm, & Acoustic Guitar
Nic Svensson – Rhythm & Bass Guitar, Backing Vocals
Márton Veress – Drums & Percussion

 

Bewertung:

3/5

Wenn sich Musiker aus Bands wie NIGHTRAGE, ARMAGEDDON, MYSTIC PROPHECY und ORGY zusammentun, darf man durchaus gespannt sein. Genau das passiert bei TIL THE END. Die 2023 gegründete Formation bringt mit Antony Hämäläinen am Mikrofon, Kostas Sotos an den Gitarren, Márton Veress am Schlagzeug und Nic Svensson an Bass und Rhythmusgitarre einiges an Erfahrung mit. Das Ergebnis hört auf den schlichten Namen „Til The End“ und bewegt sich klar im Fahrwasser des Melodic Death Metal.

Für die Produktion, den Mix und das Mastering war Nic Svensson in den Swede Studios verantwortlich. Klanglich hat man damit nichts dem Zufall überlassen. Das Album präsentiert sich druckvoll, sauber und ordentlich ausbalanciert. Die eigentliche Frage ist also weniger, ob die vier Musiker ihr Handwerk beherrschen, sondern vielmehr, was sie daraus machen.

Melodic Death Metal mit viel Routine

„From The Beginning (Genesis)“ eröffnet das Album als kurzes Instrumental und wirkt wie ein klassischer Anlauf, bevor mit „Lava“ die ersten richtigen Gitarrenriffs einsetzen. Hier zeigt sich bereits die Grundausrichtung von TIL THE END, melodische Gitarren, ordentlich Druck aus der Rhythmussektion und Antony Hämäläinen, der zwischen cleanem Gesang und aggressiveren Vocals wechselt.

Hämäläinen ist dabei ohne Frage einer der Pluspunkte des Albums. Seine Stimme passt sowohl zu den härteren Momenten als auch zu den melodischeren Passagen und sorgt dafür, dass die Songs nicht völlig gleichförmig wirken. Auch Gitarrist Kostas Sotos kann Akzente setzen. Seine technische Klasse ist deutlich zu hören, wobei er sich erfreulicherweise nicht permanent in den Vordergrund spielt.

„Dismal Paradise“ geht anschließend stärker in Richtung Atmosphäre. Der Song lebt von seinen Melodien und einem gewissen Spannungsaufbau, während „These Little Voices“ mit seinen fast sechs Minuten etwas mehr Raum bekommt. Hier versucht die Band, verschiedene Stimmungen miteinander zu verbinden. Das gelingt phasenweise gut, allerdings zieht sich der Song auch ein wenig.

Mit „I’m Falling Apart“ wird es wieder direkter. Der Track bringt mehr Tempo und Härte ins Spiel und gehört zu den Nummern, die auf Anhieb funktionieren. Gerade solche Momente zeigen, dass TIL THE END durchaus wissen, wie ein ordentliches Melodic-Death-Metal-Riff klingen muss.

Solide Songs, aber wenig Überraschungen

„Awakening“ nimmt wieder etwas Tempo heraus und setzt stärker auf Atmosphäre und Melodie. Das Zusammenspiel der Musiker ist sauber, die Gitarrenarbeit gefällt und auch am Schlagzeug gibt es nichts auszusetzen. Márton Veress liefert genau das Fundament, das die Songs brauchen, ohne sich unnötig in den Mittelpunkt zu stellen.

Danach folgt mit „Hybrid Fragments“ ein Stück, bei dem die technische Seite der Band stärker zum Vorschein kommt. Hier wird ordentlich gezockt, ohne dass daraus ein reines Selbstzweck-Gewitter entsteht. Trotzdem kommt irgendwann der Punkt, an dem man sich fragt, wo eigentlich der große Moment bleibt.

Denn genau darin liegt die größte Schwäche von „Til The End“. Die Platte macht vieles richtig, aber nur wenig davon bleibt wirklich nachhaltig hängen. Die einzelnen Zutaten stimmen, die Umsetzung ist professionell und die Musiker wissen ganz offensichtlich, was sie tun. Wirklich überraschend ist das Ganze allerdings selten.

„Cemetery Trees“ gehört zu den kompakteren Nummern und kommt dadurch angenehm direkt daher. „Higher And Beyond“ setzt wieder mehr auf Melodie und schafft einen passenden Übergang zum abschließenden „Until The End“. Mit 6:29 Minuten ist der Song gleichzeitig der längste reguläre Track des Albums. Hier fährt die Band noch einmal verschiedene Elemente ihres Sounds auf und versucht, das Album entsprechend groß ausklingen zu lassen. Das funktioniert, ohne allerdings einen bleibenden Paukenschlag zu setzen.

Ein Debüt mit Luft nach oben

Unterm Strich ist „Til The End“ ein ordentlich gemachtes Debütalbum. Die musikalische Qualität stimmt, die Produktion sitzt und mit Antony Hämäläinen verfügt die Band über einen Sänger, der dem Material die nötige Härte und gleichzeitig genügend Flexibilität verleiht. Auch die Gitarrenarbeit gehört klar zu den Stärken.

Was TIL THE END noch fehlt, ist die eigene Duftmarke. Im Melodic Death Metal ist die Konkurrenz groß und entsprechend schwierig ist es, mit bekannten Stilmitteln wirklich herauszustechen. Genau hier könnte die Band beim nächsten Album ansetzen. Mehr Mut zu ungewöhnlichen Arrangements, ein paar überraschende Wendungen und vor allem Songs, die sich nach dem letzten Ton noch im Kopf festsetzen, würden TIL THE END deutlich weiterbringen.

So bleibt ein Album, das man problemlos durchlaufen lassen kann und das handwerklich kaum Schwächen zeigt. Für den ganz großen Begeisterungsschub reicht es allerdings noch nicht. Die Voraussetzungen sind da, die Musiker bringen genügend Erfahrung mit und einzelne Songs funktionieren richtig gut. Jetzt muss daraus nur noch ein Sound werden, bei dem man nach wenigen Takten sofort weiß, das sind TIL THE END.

Fazit: „Til The End“ ist ein vielversprechendes Debüt, das durch seine Melodik und die solide Produktion überzeugt.

Internet

TIL THE END - Til The End - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.