Band: TYGERS OF PAN TANG 🇬🇧
Titel: Electrifyed
Label: Mighty Music
VÖ: 11/09/26
Genre: Heavy Metal

Tracklist

01. Rise Up!
02. Forevermore
03. The Powers That Be
04. Dark Divinity
05. Electrifyed
06. A Shadow On Fire
07. The Nail
08. The Fight Goes On
09. Dark Skies
10. Revenge Is Sweet

 

Besetzung

Robb Weir – guitar
Craig Ellis – drums
Jack Meille – vocals
Huw Holding – bass
John Foottit – guitar

 

Bewertung:

4/5

Es gibt Bands, bei denen man nach wenigen Takten weiß, mit wem man es zu tun hat.  TYGERS OF PAN TANG gehören definitiv dazu. Seit den frühen Tagen der New Wave of British Heavy Metal haben die Briten ihren eigenen Platz in der Szene gefunden und diesen über die Jahrzehnte immer wieder verteidigt. Gitarrist Robb Weir ist dabei nach wie vor die Konstante hinter der Band. Gemeinsam mit Craig Ellis, Jack Meille, Huw Holding und John Foottit geht es auf „Electrifyed“ nun wieder ordentlich zur Sache.

Schon der Einstieg mit „Rise Up!“ macht klar, dass der britische Trupp diesmal nicht unbedingt auf die sanfte Tour kommen. Das Riff sitzt, das Schlagzeug treibt nach vorne und Jack Meille legt seine Stimme mit ordentlich Druck über das Geschehen. Trotzdem klingt hier nichts nach dem Versuch, um jeden Preis modern oder besonders brutal wirken zu wollen. Die Band bleibt bei dem, was sie kann, klassischer Heavy Metal mit starken Gitarren und eingängigen Melodien.

Mehr Druck als Nostalgie

„Electrifyed“ fällt vor allem durch seine etwas härtere Ausrichtung auf. Die Songs haben mehr Biss, die Gitarren wirken kräftiger und auch die Rhythmussektion bekommt genügend Raum, um Druck aufzubauen. Gleichzeitig bleibt die melodische Seite erhalten. Genau diese Mischung macht das Album interessant.

„Forevermore“ zeigt beispielsweise die andere Seite der Band. Der Song ist melodischer angelegt und gibt Meilles Gesang mehr Platz. Danach geht es mit „The Powers That Be“ wieder deutlich energischer weiter. Hier merkt man schnell, dass die TYGERS ihre alten Tugenden nicht neu erfinden müssen. Sie funktionieren einfach noch immer.

Besonders gelungen ist „Dark Divinity“. Der Song bringt eine düsterere Stimmung ins Album und wirkt etwas schwerer als manche der klassischen Heavy-Metal-Nummern. Die Gitarrenarbeit steht dabei klar im Mittelpunkt. Robb Weir und John Foottit setzen nicht auf unnötiges Gefrickel, sondern auf Riffs, Melodien und Soli, die den Songs tatsächlich etwas mitgeben.

Der Titelsong „Electrifyed“ passt anschließend bestens ins Gesamtbild. Treibend, direkt und mit einem Refrain ausgestattet, der durchaus das Zeug dazu hat, sich nach ein paar Durchläufen im Kopf festzusetzen. Genau solche Momente braucht ein Album dieser Art.

Klassischer Metal funktioniert noch immer

„A Shadow On Fire“ hält das Niveau und bringt erneut diese Kombination aus Härte und Melodie zusammen. Die Briten klingen hier nicht wie eine Band, die zwanghaft beweisen möchte, dass sie mit jüngeren Acts mithalten kann. Das Album wirkt vielmehr selbstbewusst. Man kennt die eigenen Stärken und setzt genau dort an.

Auch „The Nail“ gehört zu den Nummern, bei denen die Gitarren besonders gut zur Geltung kommen. Das Zusammenspiel von Weir und Foottit ist angenehm unaufgeregt. Keine Show um der Show willen, sondern Gitarrenarbeit, die den jeweiligen Song trägt. Dazu kommt eine Rhythmusgruppe, die das Ganze ordentlich zusammenhält.

„The Fight Goes On“ macht seinem Titel alle Ehre und schiebt das Tempo wieder nach vorne. Der Song besitzt diesen klassischen britischen Metal-Charme, den man von den TYGERS OF PAN TANG erwartet. Wer mit der NWOBHM etwas anfangen kann, wird hier schnell zu Hause sein.

Danach wird es mit „Dark Skies“ wieder etwas dunkler. Der Track bringt eine andere Farbe ins Album und verhindert, dass sich die zehn Songs zu ähnlich anhören. Zum Abschluss wartet mit „Revenge Is Sweet“ noch einmal ein Stück, das den kraftvollen Charakter der Platte unterstreicht.

Was dabei auffällt, „Electrifyed“ lebt nicht von einem einzigen überragenden Song. Das Album funktioniert vielmehr über seine Konstanz. Es gibt keine großen Ausreißer nach unten, gleichzeitig sind aber auch nicht alle Stücke echte Kracher. Dafür stimmt das Gesamtpaket.

Tygers bleiben die Tygers

Produzent Marco Angioni hat der Platte einen druckvollen und zeitgemäßen Klang verpasst, ohne den klassischen Charakter der Band glattzubügeln. Die Gitarren dürfen ordentlich knurren, das Schlagzeug kommt kraftvoll aus den Boxen und der Bass sorgt für das nötige Fundament. Dazu passt Meilles Gesang hervorragend, weil er sowohl bei den härteren Passagen als auch bei den melodischeren Momenten funktioniert.

Gerade darin liegt die Stärke von „Electrifyed“. TYGERS OF PAN TANG versuchen nicht, ihre Geschichte neu zu schreiben. Sie greifen auf das zurück, was sie seit Jahrzehnten auszeichnet, geben dem Ganzen aber etwas mehr Härte und Energie mit auf den Weg.

Natürlich wird man auf dem Album nicht plötzlich eine völlig neue Seite der Band entdecken. Das ist aber auch gar nicht notwendig. Wer klassischen Heavy Metal mit starken Gitarren, klaren Strukturen und eingängigen Refrains mag, bekommt hier genau das, was er erwartet. Und zwar ordentlich produziert und mit genügend Feuer unter dem Tank.

Fazit: „Electrifyed“ von TYGERS OF PAN TANG ist kein Album, das sich hinter seinem legendären Bandnamen verstecken muss.

Internet

TYGERS OF PAN TANG - Electrifyed - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.